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Mit Sesamstraße, Maus, Teletubbies ... in den Medienmarkt

03.04.2003

Kleinkinder im Visier der Medien

Spätestens seit die „Teletubbies" den Bildschirm erobert haben, stellt sich für viele Eltern die Frage: Ab welchem Alter soll mein Kind fernsehen? Regen solche Sendungen tatsächlich Aktivität und Neugier von Kindern an? Oder sollten Tinky-Winky, Dipsy und Freunde für die Kleinkinder lieber nicht auf dem Programm stehen? Nicht nur das Fernsehen hat die ganz kleinen Kinder als Zielgruppe entdeckt: Von der Musik-CD für Säuglinge über Internetangebote für Drei- bis Achtjährige bis hin zu Lern- und Unterhaltungssoftware reicht die Palette. Angesichts dieses Medienangebotes ist die Unsicherheit groß: Sollen Kinder schon im Windelalter mit Medien konfrontiert werden? Kann dieser frühe Medienkonsum ihre Entwicklung beeinträchtigen? Oder eröffnet er die Chance, den richtigen Umgang mit den Medien von klein auf zu erlernen und damit Vorteile im späteren Leben zu haben?

Was Vorschulkinder können – und was sie brauchen

Bis ins Alter von etwa drei Jahren sind Kleinkinder großteils damit beschäftigt, ihre nahe Umgebung zu erkunden. Sie nehmen Blick- und Körperkontakt mit den Bezugspersonen auf, entdecken ständig Neues um sich herum, wagen erste Schritte in die Welt. Sie machen Erfahrungen mit allen Sinnen, ertasten und erspüren, was in erreichbarer Nähe ist. Sie begreifen nur, was sie sehen und anfassen können. Medien sind für sie nur Randerscheinungen, den Fernseher betrachten sie als Kasten, in dem kleine Männchen wohnen. Dass durch dieses Gerät mediale Botschaften vermittelt werden, ist ihnen nicht bewusst.
Die Vorschulkinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren sind schon weiter. Sie gehen in den Kindergarten, machen Erfahrungen mit Gleichaltrigen usw. Sie beginnen, sich eigene Gedanken zu machen, eigene Ideen zu entwickeln und diese auch mal eigenständig auszuprobieren. Geht dabei etwas schief, brauchen sie die Gewissheit, sich immer auf die Unterstützung und emotionale Zuwendung ihrer Bezugspersonen verlassen zu können. Das Verständnis, was Medien sind und was man damit anfangen kann, nimmt bei den Vorschulkindern stetig zu.

Welche Medien mögen Klein- und Vorschulkinder und warum

Das Bilderbuch ist ein Medium, das gerade für die Kleinsten von Interesse ist. Dabei kommt es nicht nur auf den Inhalt an. Kleinkinder lieben es, mit den Buchseiten zu hantieren, gemeinsam mit Eltern oder anderen Bezugspersonen Altbekanntes und Neues zu entdecken und sich ihre Lieblingspassagen immer wieder vorlesen zu lassen oder sie selbst „vorzulesen“.
Im Vorschulalter spielen Hörspielkassetten eine große Rolle. Kurze, geradlinig erzählte Geschichten können die Kinder gut erfassen. Die einfachen Abspielgeräte können sie zudem selbstständig nutzen, was beliebige Wiederholungen ermöglicht. Für die Erwachsenen mag dies nicht immer ein Quell der Freude sein, den Kindern helfen die Wiederholungen beim Verstehen der Geschichte und auch beim Erlernen der Sprache.
Die Neugierde dieser Altersgruppe wird verstärkt auch vom Fernsehen geweckt. Kinder im Vorschulalter begreifen, dass das Fernsehen einiges zu bieten hat, nämlich Spaß, Spannung und Unterhaltung. Außerdem beginnen sie, die Botschaften, die es an sie heranträgt, aufzunehmen. Das Interesse an Kindersendungen und Zeichentrickserien wächst – nicht zuletzt durch das Vorbild der Großen. Wichtig ist dabei, den Kleinen nicht zu viel zuzumuten, die Dauer ihrer Aufmerksamkeit und ihre Verstehensfähigkeiten setzen dem Fernsehkonsum Grenzen.
Computermedien werden frühestens ab vier Jahren attraktiv. Lern- und Spielprogramme mit bekannten Figuren sowie animierte Bilderbuchgeschichten sind am beliebtesten. Allerdings sollten sich Eltern nicht unter Zugzwang setzen. Wenn die Mädchen und Jungen – trotz ihrer schier unerschöpflichen Neugier – den Computer links liegen lassen, sollte man sie auf keinen Fall vor den Bildschirm drängen. „Je früher sich die Kinder mit dem Computer beschäftigen, desto besser“ – dieser Leitsatz ist aus pädagogischer Sicht nicht haltbar. Für die Vorschulkinder gibt es wichtigere Lern- und Erfahrungsräume als den Computer.

Was für Vorschulkinder geeignet ist – Tipps für Eltern

Angebote gibt es wie Sand am Meer – wer soll da noch den Überblick behalten? Dennoch ist gerade bei den Medienanfängern eine sorgfältige Auswahl erforderlich. Egal, ob Fernsehen, Computer oder Hörmedien: Brauchbare Angebote für Vorschulkinder sind solche, die

  • in Inhalt und Gestaltung den kindlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen entsprechen,
  • interessante Figuren bieten, mit denen sich Kinder im wahrsten Sinne des Wortes anfreunden können,
  • Bekanntes und Vertrautes zeigen, in denen Vorschulkinder ihren Alltag wiedererkennen.

Fernsehsendungen, die Alltagsthemen und -fragen aufgreifen, sind nicht umsonst Highlights im Vorschulkinderprogramm: So zum Beispiel die Sendung „Blues Clues" auf SuperRTL, in der Alltagsgegenstände wie ein Salzstreuer auf pfiffige Art thematisiert werden. Bei Vorschulkindern ist auch der ARD-Klassiker „Die Sendung mit der Maus" nach wie vor beliebt: „Ich mag gern die Maus. Weil die macht so lustige Sachen. Die Maus macht immer komische Sachen“, so der vierjährige Max. In die Kategorie positive Identifikationsfigur fällt auch „Lars, der kleine Eisbär". Der nette Vierbeiner ist mittlerweile im Bilderbuch, in einer Fernsehserie, in einem Kinofilm und Hörbüchern zu erleben. In der Hörbuch-Version von „Lars, wohin fährst du?" geht der Eisbärjunge auf Reisen, um am Ende der Geschichte wieder bei den Eltern zu landen. Die Dramaturgie ist auf die Verstehensfähigkeiten der Zielgruppe zugeschnitten: Lieder wiederholen die Handlungsschritte, so dass der geradlinigen Story problemlos gefolgt werden kann.
Bei Computerangeboten für Kinder ist das „Selbermachen“ ein besonderer Spaß. Gut umgesetzt ist dieses Konzept zum Beispiel bei der CD-ROM „Der kleine Rabe Socke – Alles Theater", mit der die Mädchen und Jungen eine Geschichte zusammenstellen und die dafür notwendigen Requisiten selbst basteln können.

Für den Medienumgang von Klein- und Vorschulkindern gilt:

  • Kinder bis drei Jahre können mit Fernseher und Computer eigentlich nichts anfangen. Mit Vorlesen oder Hörmedien sind sie besser bedient.
  • Kleinkinder sind sehr damit beschäftigt, die wirkliche Welt zu begreifen und sich darin zurechtzufinden. Deshalb sollten mediale Angebote im Alltag am Rande bleiben.
  • Für Klein- und Vorschulkinder ist das gemeinsame Medienerlebnis wichtig. Eltern sollten sich deshalb darauf einstellen, die Jungen und Mädchen beim Lesen, Fernsehen oder bei Spielen am Computer zu begleiten.
  • Medienprodukte, die Werbung und Inhalt vermischen, sind für Klein- und Vorschulkinder nicht sinnvoll – weil die Kinder noch nicht verstehen, was Werbung ist und was dahinter steckt.

Tipps und Infos zu altersangemessenen Angeboten gibt es im Internet unter folgenden Adressen:

www.ifak-kindermedien.de
www.feibel.de

Anregungen für Medienarbeit mit Kindern im Vorschulalter in:
Mit Kamera, Maus und Mikro, kopaed-Verlag, München.

Das große MedienQuiz von FLIMMO und TLM

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