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Datenschutz ade?

Nutzerdaten sind für Anbieter von Diensten im Internet aber auch für Soft- und Hardwarehersteller Gold wert. Die Daten können gespeichert, weiterverkauft oder für Werbezwecke ausgewertet werden. Egal, ob auf dem PC, auf dem Smartphone oder dem Smart-TV: Wer ins Netz geht, räumt den verschiedenen Anbietern oft weitreichende Rechte ein, die mit dem deutschen Datenschutzrecht nicht immer vereinbar sind.

Streaming-Dienste im Vergleich

Nach deutschem Recht muss in den Datenschutzerklärungen oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen angegeben werden, welche Daten erhoben werden, wie lange sie gespeichert werden und wie man sie wieder löschen kann. Die US-Firmen Amazon und Netflix sehen das mit den Datenschutzvorgaben nicht so eng. Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthalten zum Teil unklare Formulierungen und lassen einiges offen. Außerdem wird auf einen beliebten Trick zurückgegriffen: Die Texte sind so lang und kompliziert, dass die meisten sowieso kaum ein Wort davon lesen. Leider ist es wie in vielen Bereichen: Die Nutzer haben lediglich die Wahl, sich mit den Geschäftsbedingungen einverstanden zu erklären – oder das Angebot nicht zu nutzen.

Auch viele Smart-TVs zeichnen das Verhalten der Zuschauer auf und senden die Daten "nach Hause", also zum Rechenzentrum der jeweiligen Hersteller-Firma.Bei Smart-TVs ist das Thema Datenschutz besonders heikel, weil hier viele Angebotsformen zusammenlaufen: Von Mediatheken über YouTube bis hin zu Apps sammeln verschiedene Dienste Daten, ohne dass der Nutzer etwas davon mitbekommt.

Kinder für Datenschutz sensibilisieren

Wenn schon die meisten Erwachsenen beim Thema Datenschutz im Netz kapitulieren, wie soll man dann erst Kindern dieses Thema nahebringen? Zunächst muss erklärt werden, was mit "Daten" überhaupt gemeint ist, also etwa Name und Vorname, Adresse, Nationalität, Standort und so weiter. Im zweiten Schritt geht es um die Frage, warum man manche Dinge für sich behalten will. Hilfreich sind anschauliche Vergleiche: So möchten Kinder etwa nicht, dass  private Informationen in der Klasse herumerzählt oder persönliche Bilder im Pausenhof ausgehängt werden. Kinder sollten über ihre Rechte Bescheid wissen. Unter anderem eben auch über das Recht selbst zu bestimmen, was mit den eigenen Daten passiert.

Kindgerechte Informationen zu diesem Thema gibt es unter anderem bei www.internet-abc.de, www.klicksafe.de und www.seitenstark.de. Viele Informationen, Tipps und Verhaltensregeln hat das Virtuelle Datenschutzbüro (VDB) unter www.datenschutz.de gesammelt.

 

Die Münzraub AG

Filmhighlight bei Netflix

Ein Einbruch in eine Münzprägeanstalt soll seine Schule vor dem finanziellen Ruin retten - ein ganz schön wahnwitziger Plan, den Schüler Jason da ausgeheckt hat. Hilfe bekommt der Jugendliche von seinen Mitschülern: der Computer-Spezialistin Alice, dem Tüftler Benny und der klugen Dakota. Ein ungewöhnliches Team, zumal die Mädchen und Jungen aufgrund unterschiedlicher Interessen sonst kaum Kontakt haben. Bei der Durchführung ihres gefährlichen Plans beweisen sie jedoch Mut, Raffinesse und Zusammenhalt - auch, wenn am Ende alles anders kommt.

Erwachsenwerden mit Hindernissen

Der von Netflix produzierte Spielfilm bietet Kindern ab elf Jahren spannende Unterhaltung und vermittelt, dass es wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben. Die selbstständigen Jugendlichen können dabei als Vorbild dienen, da sie die gegenseitigen Vorbehalte nach und nach abbauen und trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswelten und Hobbys Freunde werden. Wie die Truppe zusammenhält und Verantwortung übernimmt, ist für ältere Kinder ein spannendes Thema. Gesprächsstoff liefert "Die Münzraub AG" allemal: In der Familie kann darüber diskutiert werden, inwiefern die guten Absichten die kriminelle Aktion der Jugendlichen rechtfertigen können.

 

Gortimer Gibbon

Fantasievolle Eigenproduktion auf Amazon Prime

Gortimer, Mel und Ranger sind von klein auf beste Freunde. Was auch passiert, sie halten zusammen und unterstützen einander. Und das ist dringend nötig, denn die Heranwachsenden wohnen in der gar nicht so normalen Normal Street. In der nach außen beschaulichen Straße erlebt das aufgeweckte Trio allerhand Mysteriöses, Lustiges und Abenteuerliches.

Positive Botschaften und viel Fantasie

Mit Mut, Zusammenhalt und Neugier bewältigen Gortimer, Mel und Ranger in jeder Folge der Realserie kleine Aufgaben, lösen Rätsel und lüften Geheimnisse. Übernatürliche Elemente, wie eine verzauberte Uhr oder eine verwunschene Seifenkiste, sorgen für spannende Abenteuer, die in jeder der 25-minütigen Folgen ein gutes Ende nehmen. Für Kinder ab Mitte des Grundschulalters sind Gortimer und seine Freunde interessante und anregende Figuren: Ihre selbstständige und kluge Art Probleme zu meistern sowie ihr Zusammenhalt, beeindruckt Kinder in dieser Altersphase. Auf Amazon Prime sind derzeit zwei Staffeln von "Gortimer Gibbon: Mein Leben in der Normal Street" verfügbar.

 

 

Ausgewähltes vorgestellt

 

KIXI für Kinder - App und Onlineangebot

Als Internetangebot und App bietet KIXI Filme und Serien für Kinder. Die App kann nach einem kostenlosen Download zunächst anhand ausgewählter Inhalte getestet werden. Für 6,99 Euro im Monat steht dann das komplette Repertoire zur Verfügung, von Unterhaltung bis Wissensformate.
Dabei sind viele ältere und bekannte Inhalte vertreten, ob "Willi will’s wissen", "Käpt’n Blaubär" oder "Bibi Blocksberg". Neben Kinderfilmen und -serien gibt es auch Hörbücher und Musik, darunter englischsprachige Inhalte wie etwa "Benjamin – The Elephant". Es ist möglich, das Angebot nach Altersfreigabe, Genre oder Thema zu filtern und auszuwählen. Einzelne Inhalte können offline gespeichert und so zu einem späteren Zeitpunkt – auch unterwegs – angesehen werden. Die App ist frei von Werbung und enthält auch keine weiterführenden Links oder Shop-Angebote.

KIXI mit Werbung auf anderen Kanälen

Kostenfrei, aber dafür mit Werbung stehen auf der Website www.kixi.de weitere Filme und Serien zur Verfügung. Laut Anbieter sind die kurzen Werbeclips vor jedem Video gewalt- und actionfrei und zielen auf das junge Publikum ab.
Der Werbecharakter dominiert auch den You-Tube-Kanal der Kixi Entertainment GmbH deutlich. Auf "Kixi Tipps" testen Kinder Spielzeug einschlägiger Marken oder packen in sogenannten "Unboxing-Videos" Spielzeug und Überraschungspakete aus. Daneben zeigen Kinder kreative Bastelideen, die zum Nachmachen animieren sollen. Diese Mischung aus Inhalten und Werbefilmen dürfte bei Eltern eher für Stirnrunzeln sorgen.

 

Watchbox - Nachfolger von Clipfish

Als App und Internetangebot (www.watchbox.de) zeigt Watchbox werbefinanzierte Filme und Serien. Das Angebot der RTL-Mediengruppe ist der Nachfolger der Videoplattform clipfish und soll junge Erwachsene ansprechen.
Die Auswahl von japanischen Animationsserien über Horrorfilme und Independent Movies bis hin zu Erotik ist nur bedingt jugendfrei. Entsprechend sollten Kinder diese Plattform nicht ansteuern, auch wenn sich manche von Anime-Serien wie "Yu-Gi-Oh" oder "Naruto Shipuden" durchaus angesprochen fühlen dürften. Im Umfeld von Splatterfilmen wie "Raining Blood" oder "Time Crimes" sollten unter 16-Jährige auf keinen Fall unterwegs sein. Schon die Bebilderung mancher Horror-Schocker auf der Internetseite oder in der App könnte bei Kindern für Alpträume sorgen.

 

Amazon & Co. - Videoportale kindersicher?

Um kostenpflichtige Videoportale wie Netflix oder Maxdome sicherer für Kinder zu machen, müssen Eltern selbst aktiv werden. Anders als beim frei empfangbaren Fernsehen gibt es keine Zeitgrenzen, die Kinder vor ungeeigneten Serien oder Filmen schützen sollen. Hier ein kurzer Überblick über Möglichkeiten und Risiken bei beispielhaften Anbietern:

Netflix

Hier können verschiedene Profile angelegt werden. Einem Kinderprofil werden nur Angebote mit einer Alterseinstufung bis maximal 12 Jahren angezeigt. Auch Profileinstellungen für "jüngere Kinder" (0 und 6 Jahre) sind möglich. Die einzelnen Profile sind jedoch nicht von Vornherein gesichert, sodass Kinder selbstständig auf das Profil eines Erwachsenen zugreifen können. Daher ist für alle Profile die Sicherung über eine PIN, die nur die Eltern kennen, dringend zu empfehlen.

Maxdome

Auch bei diesem Anbieter sollten Eltern die Kindersicherung unbedingt aktivieren. Dazu müssen sie unter "Altersfreigabe" eine Personalausweisnummer hinterlegen und anschließend eine Jugendschutz-PIN einrichten. Wenn der Kinderschutz aktiviert wird, muss für Videos mit FSK-Freigabe die Jugendschutz-PIN eingegeben werden. Zusätzlich kann die E-Mail-Benachrichtigung beim Abspielen eines FSK 16- oder FSK 18 Videos aktiviert werden.

Amazon Prime Video

Auch bei Amazon ist die Einrichtung einer PIN für die Kindersicherung und für Kaufbeschränkungen erforderlich. Eltern können hier festlegen, bei welchen Altersfreigaben die Eingabe einer PIN erforderlich wird. Diese Einstellungen sind dann auch für den Kinderbereich gültig, der entsprechende Angebote nach Altersgruppen bündelt.

Fazit

Die beste Jugendschutzmaßnahme ist es, kindgerechte Filme oder Serien gemeinsam mit den Kindern anzusehen. Das macht den Mädchen und Jungen am meisten Spaß und bietet jede Menge Gesprächsstoff im Familienkreis. Sollen Kinder alleine schauen, müssen Eltern einige Vorarbeit leisten. Wichtig ist, dass sich Eltern zuerst informieren, wie die "Kindersicherung" beim jeweiligen Anbieter funktioniert. Diese Maßnahmen müssen dann auch konsequent umgesetzt werden. Das bedeutet im Einzelfall, auch Einschränkungen bei der Bequemlichkeit in Kauf zu nehmen, zum Beispiel durch die ständige Eingabe von PIN-Codes. Und Eltern müssen sich über die sichere Verwahrung von Zugangsdaten und Passwörtern Gedanken machen.

 

yuki: Videoplattform für Kinder

www.juki.de ist eine Video-Plattform für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Das Videoportal will Kinder zu Kreativität und Kommunikation mit Gleichaltrigen animieren. Die Mädchen und Jungen können altersgerechte Videos ansehen und eigene Beiträge hochladen. Zudem können sie in sogenannten Checkpoints ihr Wissen zu ganz spezifischen Themen rund ums Internet testen und erweitern. Wichtige Infos zum Thema Sicherheit im Netz runden das Angebot ab. Das Besondere: juki wird durch eine medienpädagogisch geschulte Redaktion betreut. Diese stellt sicher, dass alle hochgeladenen Beiträge auch für Kinder geeignet sind. Bevor ein Video für alle auf juki sichtbar ist, wird es von der Redaktion geprüft. Sie gewährleistet, dass die Profile, Trickfilme, Lexikon und Foreneinträge sowie alle Kommentare einer Prüfung unterzogen werden. Somit können Eltern sicher sein, dass es auf juki jederzeit kindgerecht zugeht.

 

KIVIDOO
Abo-Videothek für Kinder

kividoo ist eine Online-Videothek, die seit Mitte 2015 verfügbar ist. Das Angebot richtet sich an Eltern, die bereit sind, für kindgerechte Filme und Serien ohne Werbeunterbrechung monatliche Abogebühren zu zahlen. Die Navigation von kividoo passt sich dem angegebenen Alter des Nutzers an. Vorschüler werden ausschließlich über Bilder angesprochen. Das Angebot für Kinder im Schulalter enthält auch Texte. Neben Sendungen, Serien und Filmen sind auch Hörspiele verfügbar. Eltern können einstellen, welche Inhalte angezeigt werden dürfen und welche nicht. Auch die Sehdauer für einzelne Nutzerkonten kann festgelegt werden. Das Konto, Zahlungseinstellungen und ähnliches verwalten die Eltern in einem gesonderten Bereich, auf den Kinder keinen Zugriff haben.
Der Bestand enthält laut Anbieter derzeit rund 3.500 Episoden, Hörspiele und Filme. Der Vorteil für Eltern liegt eindeutig in den vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten.
Ob diese technischen Kontrollfunktionen den monatlichen Betrag von 6,99 € wert sind, müssen Eltern natürlich selbst entscheiden. Das Angebot ist unter www.kividoo.de für unterschiedliche Systeme und mobile Endgeräte
verfügbar.

 

Die Seite mit dem Elefanten

Die Sendung mit dem Elefanten (Das Erste/WDR) gibt es auch als Angebot im Netz. Die Webseite wurde speziell für drei- bis sechsjährige Internetanfänger entwickelt und bietet einen sicheren Raum, in dem sich junge Kinder selbstständig bewegen können. Die Seiten kommen ohne Schrift aus, stattdessen werden Symbole, Töne und farbige Flächen zur Navigation eingesetzt. Junge Elefanten-Fans können hier rätseln, spielen und basteln. Auch einzelne Folgen des pädagogisch durchdachten Vorschulprogramms dürfen natürlich nicht fehlen. Die Seite wurde mit dem Erfurter
Netcode als besonders empfehlenswerte Kinderseite ausgezeichnet. Das Angebot ist unter www.wdrmaus.de/elefantenseite zu finden.

Medienerziehung online

 

YouTube: Ein Kindersender?

In vielen Familien mit Kindern ist die Nutzung von YouTube verbreitet. Die Auswahl an kurzen Filmen und Serienepisoden ist riesig und nicht an TV-übliche Ausstrahlungszeiten gebunden. Auch, weil sich viele Kinderserien und -sendungen finden lassen, die gar nicht (mehr) im regulären Fernsehprogramm laufen, sind manche Eltern davon angetan.
Im Familienalltag kann YouTube durchaus praktisch sein, doch die Nutzung hat einige Tücken. Nutzerinnen und Nutzer können Kommentare zu den Videos abgeben, die mitunter nicht jugendfrei ausfallen. Auch die Werbeeinblendungen vor den eigentlichen Videos sowie Banner- und Pop-Up-Werbung sind nicht unbedingt kindgerecht.
Zudem werden beim Ansehen von Videos am Seitenrand stets ähnliche Inhalte angeboten. Das verleitet die Mädchen und Jungen dazu, immer weiter zu schauen und sich unter Umständen ganze Nachmittage und Abende mit den bunten Videos um die Ohren zu schlagen. Zudem verfügt YouTube über keinen zufriedenstellenden Jugendschutz. Problematische Videos sind nur einen Mausklick entfernt.
Eltern sollten gewarnt sein und auf jeden Fall dabei bleiben, wenn Kinder Filme oder Serien auf YouTube anschauen.

Tipp

Wenn Sie Informationen zu Filmen suchen, die gerade nicht im Fernsehen laufen, Schauen Sie doch in unser Sendungsarchiv. Dort finden Sie alle Sendungen, die der FLIMMO seit 1997 besprochen hat.

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