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Fernsehen - in vielerlei Hinsicht gewaltig

01. Juli 2005

In Presse und Fernsehen kursieren derzeit wieder Behauptungen, die bei Eltern und Erziehenden Verunsicherung hinterlassen. Unter anderem ist von „medienverwahrlosten“ Kindern und Jugendlichen die Rede. Damit sind „Vielseher“ und „Vielspieler“ gemeint, die übermäßig viel Zeit mit Bildschirmmedien verbringen und deren Vorlieben sich auf Action- und Gewaltangebote konzentrieren. Es entsteht das Bild, dass ein Großteil der Heranwachsenden heutzutage von diesem Phänomen betroffen ist. Solche Verallgemeinerungen sind wenig hilfreich, denn die Medien zum Sündenbock zu machen ist einfach, aber zu kurz gegriffen. Dass bestimmte Medieninhalte und Umgangsformen Risikopotenziale für Heranwachsende beinhalten, steht außer Frage. Es ist nachgewiesen, dass mediale Gewalt eine verstärkende Wirkung haben kann. Bei Kindern und Jugendlichen, die in ihrem realen Leben Benachteiligungen erfahren oder Gewalt und Zwang im eigenen Alltag erleben, ist die Gefahr groß, dass sie sich an Modellen und Mustern fragwürdiger, mit Gewalt verquickter Medienvorbilder orientieren. Bei dieser Gruppe von Heranwachsenden können gewalthaltige Serien, Filme oder Computerspiele ein problematisches Gewaltverständnis nachhaltig fördern. Entsprechend intensiv und differenziert setzt sich FLIMMO mit gewalthaltigen Fernsehangeboten auseinander. Das schlägt sich in den Rubriken „Mit Ecken und Kanten“ und „Für Kinder schwer verdaulich“ nieder, die die verschiedenen Ausprägungsformen medialer Gewalt im Fernsehen aufzeigen. Unterschieden wird hier zwischen Sendungen, die Kindern Gewalt als harmlosen Spaß verkaufen oder die Gewalthandeln als unabdingbares Durchsetzungsmittel für die „gute Sache“ propagieren und solchen Sendungen, die Kinder ängstigen und überfordern können. Besonders die Darstellung von Gewalt in realitätsnahen oder mysteriös-geheimnisvollen Kontexten ist in dem zuletzt genannten Zusammenhang problematisch. Auch im Umgang mit Gewalt im Fernsehen ist die Leitlinie des FLIMMO, Eltern anzuregen, sich ihr eigenes Urteil zu bilden, es im Hinblick auf die eigenen Kinder abzuwägen und umzusetzen. Der FLIMMO will damit den Grundstock schaffen, um zwischen berechtigten Sorgen und überzogener Panikmache abwägen zu können, statt Eltern zu bevormunden.

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