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Flugzeugunglück: Trauer und Spekulation auf allen Kanälen

26. März 2015

Beim Absturz des Germanwings-Flugzeugs in Südfrankreich starben diesen Dienstag 150 Passagiere, darunter auch eine deutsche Schulklasse. Seither beherrscht die Katastrophe die Berichterstattung in den Medien. Täglich erreichen uns dramatische Nachrichten und Bilder zum Unglück und den trauernden Hinterbliebenen. Die fieberhafte Suche nach den Ursachen für den Absturz steht derzeit im Zentrum der Berichterstattung, buchstäblich im Sekundentakt gibt es neue Spekulationen und Erkenntnisse über den Grund des Absturzes.

Nah dran – die Katastrophe aus Kindersicht

Kinder lassen Nachrichten normalerweise zwar links liegen, die Bilder und Berichte zum Flugzeugabsturz sind jedoch allgegenwärtig und Kinder werden zwangsläufig damit konfrontiert. Entsprechend groß kann die Verunsicherung sein. Kinder verstehen schon relativ früh, dass das Leid der Opfer „echt“ ist und Menschen aus Fleisch und Blut betroffen sind. Dies ist besonders der Fall, wenn – wie bei diesem Unglück – auch Kinder und Jugendliche unter den Opfern zu finden sind. Zumal Kinder solche Geschehnisse auch auf sich beziehen und sich fragen, ob ihnen Ähnliches zustoßen kann. Schließlich ist Ferienzeit und für manche steht vielleicht eine Reise mit dem Flugzeug an. Das alles kann Kinder verunsichern und bei ihnen Ängste schüren, sie selbst oder jemand aus dem eigenen Umfeld könnte von solch einem Unglück betroffen sein.

Kinder brauchen Unterstützung

Wichtig ist es, den Kindern Möglichkeiten zu bieten, mit ihren Eindrücken und Ängste umzugehen. So helfen Sie Ihrem Kind, das Gesehene zu verarbeiten:

  • Kinder ernstnehmen: Wer Fragen der Kinder abblockt oder Ängste und Unsicherheiten herunterspielt, lässt sie mit ihren Fragen und Nöten allein. Und nimmt ihnen damit den Drang und die Möglichkeit, Dinge zu begreifen. Ebenso wichtig ist es, Kinder zu trösten und ihnen Sicherheit und Zuwendung zu geben.
  • Aktiv verarbeiten: Dazu gehört, den Kindern – je nach Alter – unterschiedliche Wege zum Verarbeiten anzubieten. Jüngere drücken sich am besten spielerisch aus oder malen Bilder. Für Ältere sind Gespräche und konkrete Informationen hilfreich, aber auch die eigenen Gefühle in Texten oder Bildern auszudrücken und zu veröffentlichen.
  • Bei sich bleiben: Auch Erwachsene müssen nicht alle Fragen beantworten können. Besser ist es, die eigene Unwissenheit oder auch Traurigkeit einzugestehen und das Thema nicht auszusparen. So haben Kinder (und Erwachsene) die Chance, sich damit zu beschäftigen, bevor übertriebene Ängste aufkommen. Das hilft auch, solche Unglücke besser einzuordnen und als Ausnahmen wahrzunehmen – auch wenn der aktuelle Stand, dass der Pilot die Maschine absichtlich abstürzen ließ, unfassbar scheint.
  • Kindgerechte Informationen suchen: Sind Kinder zugegen, sollten Erwachsenen-Nachrichten im Fernsehen tabu sein. Angebote für Kinder sind eine gute Ausweichmöglichkeit: zum Beispiel bietet „logo!“ im Fernsehen sowie online kindgerechte Informationen – ohne auf verstörende oder voyeuristische Bilder zu setzen. Sich bereithalten oder in der Nähe sein sollten Eltern dennoch, um auf Fragen oder Ängste der Kinder einzugehen.

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