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Gemeinsam fernsehen - Konflikte vorprogrammiert?

08. Mai 2000

"Das muss ich dann immer mitgucken" beklagt sich die siebenjährige Özlem, wenn bei ihrer großen Schwester mal wieder 'Verbotene Liebe' auf dem Programm steht. Und weil diese die Verfügungsgewalt über die Fernbedienung hat, bleibt Özlem nur die Alternative, mitzusehen oder gar nichts zu sehen. Dabei würde sie viel lieber 'Der kleine Bär' oder 'Disneys Gummibärenbande' anschauen. Meist entscheidet sie sich fürs Mitgucken, "weil ich will ja fernsehen".

Das gemeinsame Fernsehschauen von älteren und jüngeren Geschwistern kann einigen Zündstoff bergen: Die Älteren wollen sich nicht mehr auf den 'Kinderkram' der Jüngeren einlassen, die Kleinen können im Gegenzug mit den Lieblingssendungen der Älteren nichts anfangen. Außerdem dürfen die Älteren meistens schon Erwachsenensendungen sehen. Für die Kleinen nicht immer geeignete Fernsehkost. Aber weil sie ja fernsehen wollen, bleiben sie auch mal dran, obwohl ihnen das Gesehene nicht ganz geheuer ist. Für Eltern ist es keine leichte Aufgabe, zwischen den unterschiedlichen Interessen zu vermitteln bzw. Regeln auszuhandeln. Schließlich sollen die Kleinen nicht überfordert werden, den Großen will man aber auch nicht unrecht tun. Manchmal hilft es, Alternativen anzubieten: Vielleicht kann die Lieblingssendung der Jüngeren/Älteren aufgezeichnet und dann zu einem anderen Zeitpunkt geguckt werden? Oder man kann die Kleinen dafür begeistern, statt einer Vorabendserie sich vor dem Schlafengehen eine Geschichte vorlesen zu lassen.

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