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Maikäfer flieg! Der Traum von einer friedlichen Welt

28. April 2017
Maikäfer flieg! Der Traum von einer friedlichen Welt

Ein Buch von 1973, das eine Geschichte von 1945 erzählt: Christine Nöstlingers Jugendroman „Maikäfer flieg!“, in dem sie ihre eigenen Kriegserfahrungen schildert, wurde jetzt unter dem gleichen Titel verfilmt und ist derzeit im Kino zu sehen.

Bewegende Freundschaft in düsteren Zeiten

Neun Jahre alt ist Christl in Wien kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs. Der Krieg ist bald zu Ende und mit der Befreiung Österreichs durch die Russen beginnt eine weitere Zeit voller Ungewissheiten. Da die eigene Wohnung in Wien zerbombt ist, zieht das Mädchen mit ihrer Mutter und der älteren Schwester in eine leerstehende Nazi-Villa, sie muss die geliebten Großeltern zurücklassen, der Vater ist im Krieg. Doch schon bald ändert sich die Situation: Der verletzte Vater kommt heim, als geflüchteter Soldat muss er jedoch versteckt werden, die Nazi-Familie kehrt ins Haus zurück und die Russen nisten sich auch in der Villa ein. Natürlich geht es in dieser Zwangsgemeinschaft alles andere als konfliktfrei zu, doch es entstehen auch Freundschaften, sogar unerwartete: Christl und der Koch der russischen Kompagnie sind Außenseiter und damit Verbündete in ihrer kleinen Welt voll Aggression, Hunger und Misstrauen. Sie stützen sich gegenseitig und geben sich Trost.

Berührend und hoffnungsvoll

So komisch es klingen mag: Christl ist trotz allem nicht unglücklich, sie begreift die Situation auch als Abenteuer. Deshalb gibt es immer wieder heitere und amüsante Momente, etwa wenn sich das Mädchen – wie so oft – widersetzt: den Erwachsenen und ihren Ängsten, den Nöten des Alltags, der Willkür der Besatzer ... Christl ist eine Hauptfigur, wie man sie sich wünscht: mutig und stark ist sie, und sie hat ihren eigenen Kopf. Beeindruckend umgesetzt wird das von der jungen Schauspielerin, aber auch die erwachsenen Schauspieler, allen voran Christls Mutter, sind überzeugend und glaubwürdig. Der Film folgt der Buchvorlage und erzählt die Geschehnisse aus Christls Sicht. Das gelingt im Buch jedoch besser als im Film. Denn in manchen Szenen, wenn die Kamera gefährliche Situationen oder spannungsgeladene Konflikte einfängt, nimmt sie die Perspektive der Erwachsenen ein, dann wird es wird es dramatisch und schonungslos. Deshalb ist der Film erst für Kinder ab etwa zwölf Jahren zu empfehlen, dann bietet er jede Menge Gesprächsstoff für Jung und Alt, er regt zum Nachdenken und zu einer eigenen Haltung an. Wie man in Zeiten von Angst bestehen kann, zeigt dieser Film ganz eindrücklich. Am Ende des Films steht ein Neuanfang, auch für Christl, die dafür die Grundlage mitbringt: Hoffnung und Offenheit.

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