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Mediennutzung schon im Kleinkindalter?

12. November 2015
Mediennutzung schon im Kleinkindalter?

Sind Kinder dem Windelalter entwachsen, stellt sich Eltern irgendwann die Frage, ab welchem Alter die Mädchen und Jungen bereit für Fernsehen, Computer & Co. sind. Die Antwort ist nicht ganz einfach, denn je nach Familiensituation, Geräteausstattung und Nutzungsgewohnheiten der Eltern, wird der Nachwuchs früher oder später mit den Medien konfrontiert. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch, ob ältere Geschwister die Kleinen neugierig auf „Prinzessin Lillifee“, die „Drachenreiter von Berg“ und andere Fernsehhelden machen. Bevor Kinder nicht von sich aus Interesse zeigen, braucht man sich damit nicht befassen, geschweige denn die Kinder an die Medien „heranführen“.

Ab welchem Alter?

Aus medienpädagogischer Sicht gilt, dass Fernsehen, Computer & Co. vor dem Alter von drei Jahren eigentlich nicht sinnvoll ist. Bis zu diesem Alter sind Kleinkinder Großteils damit beschäftigt, ihre Umgebung zu erkunden. Sie nehmen Blick- und Körperkontakt mit den Bezugspersonen auf und entdecken ständig Neues um sich herum. Dabei begreifen nur, was sie sehen und anfassen können. Eltern und andere Bezugspersonen spielen als Vermittler der Außenwelt die zentrale Rolle. Der Fernseher ist lediglich ein Kasten, in dem bunte Bilder flimmern, die Kleinkinder – wenn überhaupt – nur in Bruchstücken erfassen und nur sehr begrenzt einschätzen und verarbeiten können. Sie nehmen Fernsehen oder auch andere Medien primär als Reizquelle wahr.

Neue Medien für die Kleinsten?

In vielen Familien sind mittlerweile mobile Medien wie Smartphones und Tablets verbreitet, die schon die jüngsten neugierig „betatschen“ und entdecken wollen. Von Wimmelbildern oder Vorlesegeschichten als App, über kurze Filmchen auf Youtube oder einfache Spiele mit mehr oder weniger pädagogischem Anspruch, ist viel geboten. Dabei stehen häufig bei Kindern beliebte und bekannte TV-Figuren im Mittelpunkt, wie etwa Pettersson und Findus, Maus und Elefant oder Dora, the Explorer. Interaktive Geschichten und Bilderbuch-Apps sind auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe zugeschnitten. Hier werden die Geschichten nicht nur vorgelesen, sondern auch durch kleine Spiele und versteckte Details und Geräusche ergänzt, die man durch Anklicken zum Leben erwecken kann. Auch hier gilt, je nach Familiensituation und eigenem Medienumgang abzuschätzen, wieviel Medien für die eigenen Kinder angebracht sind. Wenn, dann sollte die Beschäftigung der unter 3 Jährigen mit den mobilen Medien sehr dosiert und nur in Begleitung von Bezugspersonen stattfinden. Wie immer ist die Vorbildfunktion der Eltern nicht zu unterschätzen: Wer selbstständig am mobilen Bildschirm hängt, wird das Interesse der Mädchen und Jungen an der bunten Medienwelt frühzeitig wecken. 

Der richtige Einstieg

Für den Einstieg sollten es einfache, kindgerechte Inhalte sein, um die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeiten nicht zu überfordern. Das Geschehen sollte sich auf wenige Figuren konzentrieren und keinen komplizierten Handlungsverlauf haben. Für die Drei- und Vierjährigen hat Spaß vor allem auch mit eigener Aktivität zu tun. Statt vor dem Bildschirm still zu sitzen, wollen sie herumtollen und tanzen, die Erlebnisse direkt verarbeiten. Einige Sendungen des Vorschulprogramms wie „Die Sendung mit dem Elefanten“ (Das Erste/ KiKA) greifen genau dieses Bedürfnis auf. Zudem werden die Alltagsfragen der Mädchen und Jungen beantwortet. Egal welche Sendung oder sonstige Medienangebote genutzt werden: Am besten ist es, wenn die Medienanfänger bei ihren ersten Gehversuchen auf jeden Fall zu begleitet und unterstützt werden.

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