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Miesmachen gilt nicht - Mit Kindern über das Fernsehen reden

19. Mai 2001

"Was guckst du dir denn da an? Das ist ja total blöd!" Nicht gerade ein gelungener Einstieg, um mit Kindern über das Fernsehen ins Gespräch zu kommen. Schließlich wissen sie genau, warum sie bestimmte Sendungen, warum sie bestimmte Heldinnen oder Helden so lieben. Und das wollen sie sich partout nicht miesmachen lassen. Da behalten sie ihre Sicht der Dinge doch besser für sich. Mit Kindern über ihr Fernseherleben zu reden, ist für viele Eltern kein leichtes Unterfangen. Denn oft fällt es ihnen schwer, zu verstehen, warum ihre Sprösslinge ausgerechnet die hektisch-grellen 'Pokémons', die allzu simpel gestrickten Soaps oder die flegelhafte 'Schrecklich nette Familie' so lieben. Und noch weniger können und wollen Eltern mit ihrer Meinung dazu hinter dem Berg halten. Das ist auch nicht nötig. Im Gegenteil. Natürlich sollen sie den Kindern sagen, was sie denken, was ihnen gefällt und was nicht. Doch muss das nicht heißen, die Fernsehlieblinge ihres Nachwuchses schlecht zu machen. Denn erstens haben Kinder einen anderen Geschmack als Erwachsene, zweitens achten sie in einer Sendung auf andere Dinge, und drittens verletzt es ihre Gefühle, wenn man ihre Urteilskraft in Frage stellt. Kinder reden aber - bei passender Gelegenheit, versteht sich - auch mit ihren Eltern ganz gerne darüber, was sie im Fernsehen beeindruckt, was sie witzig oder spannend finden, wen sie mögen und warum das so ist. Und natürlich interessiert sie die Meinung der Erwachsenen, und sei es nur, um sich davon abzugrenzen. Schließlich gehört auch das zum Großwerden dazu: einen eigenen Standpunkt zu finden und ihn zu vertreten. Aber: Voraussetzung dafür ist es eben, dass die Kinder keine Gardinenpredigt zu hören bekommen, und ihre Gedanken und Gefühle zum Inhalt einer Sendung als eben ihre Meinung ernst genommen werden. Ein Gespräch mit "Ich finde, dass ..." statt "Das ist ja ..." zu beginnen, macht schon einen gewaltigen Unterschied.

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