Flimmo.tv
Suchen in:
Aktuelles TV-Programm Sendungsarchiv

Wie sich das Fernsehverständnis von Kindern entwickelt

26. September 2008

„Das habe ich geguckt, als in klein war, aber jetzt nicht mehr, das ist nur was für Babys.“ Mit dieser Aussage veranschaulicht der zehnjährige Florian die Erkenntnis, dass der kindliche Fernsehumgang eng mit dem Alter der Mädchen und Jungen verknüpft ist. Im Altersverlauf entwickeln sich die kognitiven, sozialen und emotionalen Kompetenzen, die für das Fernsehverständnis sowie die Einschätzung und Bewertung von Fernsehinhalten grundlegend sind. Diese Entwicklung wird maßgeblich vom sozialen Umfeld, von der Interaktion mit Bezugspersonen und deren Vorbildfunktion beeinflusst. Je nach Alter stehen die Kinder vor unterschiedlichen Entwicklungsaufgaben, die wiederum maßgeblich für das Interesse an bestimmten Themen und Inhalten sind, die sie im Fernsehen und in anderen Medien suchen.

Vorschulkinder sind Fernsehanfänger Mädchen und Jungen im Vorschulalter denken anschaulich und begreifen Dinge um sich herum, wenn sie sie direkt sehen können oder wenn sie bereits Erfahrungen im Umgang mit ihnen gemacht haben. Das gilt auch für das Fernsehen: Vorschulkinder nehmen hauptsächlich das wahr, was ihnen aus ihrem eigenen Alltag bekannt und vertraut vorkommt. Themen, die die Kinder in diesem Alter beschäftigen, sind groß zu werden und sich durchzusetzen, geliebt und anerkannt zu werden etc. Allerdings ist die Aufnahmefähigkeit der Kleinen noch begrenzt: Erst langsam können sie einzelne Szenen miteinander verbinden und sie zu einer Handlung verknüpfen. Diese muss aber einfach und ohne Nebenstränge aufgebaut sowie kurz und langsam erzählt sein.

Grundschulkinder wissen mehr Im Grundschulalter können die Kinder auch längeren, komplexeren Geschichten folgen, vorausgesetzt, dass sie überschaubar sind und sich um Inhalte drehen, die Verbindungen zu ihrem Alltag haben, wie z. B.: Beziehungen zu Gleichaltrigen und zur Familie, das Sichabgrenzen und Selbständigsein oder die Frage, wie man sich als Mädchen oder als Junge verhält usw. Da sich das logische Denken der Mädchen und Jungen weiterentwickelt, können sie das Muster einer Serie erfassen und die Handlung – auch wenn nicht alles gezeigt wird – vorhersehen oder gedanklich ergänzen. Entsprechend können die Kinder Handlungen und Beweggründe der Film- und Fernsehfiguren immer besser nachvollziehen. Zwar gelingt es den Kindern auch immer besser, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, doch bei Sendungen aus dem Reality-TV gerät ihnen Wirklichkeit und Erfundenes noch durcheinander.

Ältere Kinder wissen, wo's langgeht Bei den ältesten Kindern ist das logische Denken weitgehend entwickelt; so können sie sicher zwischen verschiedenen Genres unterscheiden, in der Regel Realität und Fiktion auseinanderhalten und komplexen Geschichten folgen. Sie beginnen über die Fernsehangebote nachzudenken und sie kritisch, nach eigenen Geschmackskriterien, zu bewerten. Nach wie vor legen die Kinder Wert auf Programme, in denen sie Bezüge zu ihrem Alltag und für sich wichtige Themen finden – Beziehungen, Freundschaften, Rollenvorbilder sind zentrale Themen. Die Großen blicken nun aber auch über den Tellerrand hinaus und interessieren sich für fremde Welten oder gesellschaftliche Themen. Wichtig ist ihnen deshalb, dass die Sendungen glaubwürdig und nah an der Wirklichkeit sind.

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

Google + FLIMMO App
 

Copyright © Programmberatung für Eltern e.V. 1997 - 2017

Zum Seitenanfang