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Erlaubt ist, was Geld bringt!?

30. November 2000
Am Samstag, dem 30.12.2000, ist es soweit: Die zweite Staffel von "Big Brother" neigt sich dem Ende zu. Die letzten drei der ehemals zwölf Kandidatinnen und Kandidaten verlassen nach 106 Tagen das Haus. Streit, Intrigen, Eifersucht, Kuscheln und auch ein bisschen Sex - in dieser Staffel war alles geboten, was das Herz von RTL 2 begehrte. Denn - so die Annahme - wenn's kracht und knistert bringt das dem Fernsehpublikum gute Unterhaltung und dem Sender Quote. Und die wiederum garantiert hohe Werbeeinnahmen. Stimmt in der Regel auch. Und stimmt auch im Fall von "Big Brother". Damit rollte für RTL 2 im Jahre 2000 kräftig der Rubel. Aber: Firmen und Hersteller sind nicht grundsätzlich bereit, für ihre Produkte im Umfeld jedes beliebigen Programmangebots zu werben. Neben der Einschaltquote achten sie nämlich auch darauf, ob eine Sendung zu ihrem Image passt. Umstrittene Formate wie "Big Brother" sind da nicht jedermanns Sache. Spielt die werbetreibende Industrie also nicht mit, kann der erhoffte Geldsegen für die Fernsehmacher durchaus ausbleiben. Trotz hoher Einschaltquoten.
Zurück nach Hürth: Am 30.12.2000 wird dennoch der eigentliche Sieger von "Big Brother" nicht Harry, Frank oder Alida heißen, sondern RTL 2. Noch deutlicher als in der ersten zeigte sich in der zweiten Staffel: Für die Macher von "Big Brother" sind die Frauen und Männer im Haus primär Spielfiguren, am Schneidetisch erschaffen und in der Medienlandschaft meistbietend vermarktet. Sie sollen dem Sender Geld bingen und dafür ist (fast) alles erlaubt. Hauptsache das Publikum bleibt bei der Stange. Der respektvolle Umgang mit den Kandidatinnen und Kandidaten, mit ihnen als Menschen und mit ihrem Privatleben, bleibt da allerdings schon mal auf der Strecke. Mehr denn je wirft deshalb ein Format wie "Big Brother" zu Recht die Frage auf, wie weit Fernsehsender bei der Vermarktung der Intimsphäre von Privaterpersonen gehen dürfen. Im Fernsehen zu sein verschafft nun einmal nicht nur Ruhm, sondern auch Hohn und Spott. Und es geht hier eben auch und vor allem ums knallharte Geschäft. Dem gewachsen zu sein, dafür dürfte es aber den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von 'Big Brother' und von vergleichbaren Sendungen an Erfahrung fehlen. "Wir waren so naiv", bringt Kerstin aus der ersten Staffel auf den Punkt, wie es ihr und den anderen mit der "Berühmtheit" ergangen ist. Und: "Jeder von uns hat schon zu Hause gesessen und geheult - auch ein Zlatko". Den künftigen "Stars" der Containershow wird es wohl kaum anders ergehen. Das aber passiert hinter den Kulissen und bleibt dem Fernsehpublikum verborgen.

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