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Filmgespräch: "Amelie rennt"

19. September 2017
Filmgespräch: "Amelie rennt"

Ein Mädchen mit Asthma, das sich seiner Krankheit stellen muss. Kein leichtes Thema für einen Kinderfilm, den Regisseur Tobias Wiemann jedoch mit Herz und Humor umgesetzt hat. FLIMMO hat sich mit ihm auf ein paar Fragen getroffen. "Amelie rennt" ist derzeit im Kino zu sehen (FSK: 6, 97 Min.).

 

 

Krankheit als Thema: Was hat Sie an der Geschichte gereizt?

Die Geschichte um ein eigensinniges Mädchen, das einen Weg finden muss, mit seiner Krankheit umzugehen – das fand ich extrem spannend. Ich wollte die Geschichte aber mit Humor erzählen, doch wie erzähle ich ein ernstes Thema, ohne dass es langweilig wird, sondern unterhaltsam? Und dann ist da noch ein Gegenspieler, den man nicht sieht. Der immer spürbar da ist, man aber nicht weiß, wann er zuschlägt. Das fand ich faszinierend und gleichzeitig eine große Herausforderung.

Der Film hat beim Goldenen Spatz den Preis der Kinderjury gewonnen. Was würden Sie sagen: Sind Erwachsene oder Kinder das anspruchsvollere Publikum?

Das kann man gar nicht vergleichen, die Sehgewohnheiten von Kindern sind andere als die von Erwachsenen. Das war toll zu sehen bei Festivals, was Kinder mitkriegen und wie sie viele Kleinigkeiten im Kopf behalten. Den Erwachsenen geht die Elterngeschichte, die Sorge um Amelie näher. Aber der Film kommt auch bei ihnen sehr gut an. Also, da ist für jeden was dabei und das macht mich extrem glücklich.

Wie ist es, mit so jungen Hauptdarstellern zu drehen?

Mit Kindern muss man eine andere Energie aufwenden, um präsent und für sie da zu sein. Noch ein bisschen mehr kommunizieren, auf die Stimmung achten, den Kindern zuhören. Das fordert etwas mehr Kraft, ist aber auch sehr erfüllend, muss ich sagen. Ich bin wahnsinnig stolz auf die beiden.

Es geht um das Überwinden von eigenen Ängsten und Grenzen. Aber auch, dass es sich lohnt auf andere zuzugehen.

Das zeigt der Film schon ganz eindeutig, dass es immer Sinn macht, offen auf Leute zuzugehen und Bedenken und Vorurteile mal über Bord zu werfen. Sich einfach gerade heraus mitzuteilen und respektvoll austauschen, da haben wir in unserer Gesellschaft noch ein Defizit.

Medien spielen in dem Film auch eine Rolle, warum?

Medien sind wichtig für Kinder und Jugendliche, ganz klar! Das zeigt die Szene, als der Papa seine Tochter bei der gemeinsamen Autofahrt anruft. Das war der einzige Weg, das Mädchen zu überraschen, wieder auf ihre Ebene zu kommen und sie zu erreichen. Ich finde letztendlich: Die Eltern müssen auf die Kinder zugehen. Medien sollten noch viel mehr Thema an den Schulen sein, damit man die Kinder nicht alleine lässt und aufklärt.

Kino als Medium für Kinder und Jugendliche: Wie sehen Sie die Konkurrenz durch Games, Streaming-Dienste, YouTube?

Kino ist nach wie vor absolut wichtig! Der Konsum über mobile Medien nimmt weiter zu, man kommt gar nicht mehr drumrum und kommuniziert vor allem darüber. Aber das Kino ist ein Ort des Zusammentreffens. Auf den Festivals konnte ich sehen, wie viel Spaß das Kindern macht: Zusammen klatschen und aufeinander reagieren, gebannt auf diese riesige Leinwand schauen und dann sind auf einmal vierhundert Kids ganz leise bei manchen Szenen. Ich glaube, dass das ein schönes und intensives Erlebnis ist – und ein Zusammenhalt, den andere Medien nicht in der Form bieten können.

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

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