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Kinder, die kein Geld bringen, brauchen auch keinen Kinderkanal

14. April 1998

"Nickelodeon gibt Kindern eine Stimme." Wenn dieser Werbeslogan stimmt, dann haben die Kinder nun eine Stimme weniger. Am Pfingstsonntag im Jahre 1998 wurde der erste deutsche Kinderkanal abgeschaltet. Und warum? Weil damit kein Geld zu machen ist, erklärt Viacom, ein großer Medienkonzern, dem neben Kinderkanälen in aller Welt, darunter Nickelodeon, auch der bekannte Musiksender MTV gehört. So einfach ist das. Ein Kinderkanal ist ja nicht für die Kinder da, sondern zum Verdienen. Und wenn zu wenige Kinder zusehen, gibt es zu wenig zum Verdienen. Das lag im Falle von Nickelodeon aber auch daran, dass der Besitzer aus den USA sich nicht vorstellen konnte, dass die deutsche Kinderkultur anders ist als die amerikanische. Deswegen wurde den deutschen Programmachern auch nicht genug Geld zur Verfügung gestellt, um die hiesigen Fernsehbedürfnisse von Kindern zu befriedigen. Und weil sie sich so selbst die Möglichkeit genommen haben, Nickelodeon auch hier erfolgreich zu machen, haben die Chefs in den USA von einem Tag auf den anderen alle Mitarbeiter in Deutschland entlassen und die Sendungen eingestellt. Wer hat wieder einmal verloren? Die Kinder!

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