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Alle Jahre wieder: Aufreger im Programm

03. Januar 2017
Alle Jahre wieder: Aufreger im Programm

Auch zu Beginn diesen Jahres gehen altbekannte TV-Formate ins Rennen, die für Aufregung sorgen sollen: In „Ich bin ein Star holt mich hier raus!“ (RTL) dürfen sich C-Prominente zum Affen machen, heiratswillige Damen buhlen um den „Bachelor“ (RTL) und bei „Germany‘s next Topmodel“ (ProSieben) schickt Heidi Klum junge Frauen auf den Laufsteg. Bei "Deutschland sucht den Superstar" (RTL) präsentieren sich junge Menschen einer kritischen Jury.

Ich bin ein Star - holt mich hier raus (RTL)

Zum elften Mal geht die „Dschungelshow“ am 13. Januar auf Sendung. Tabubruch und Grenzüberschreitung sind wie immer Programm. 12 mehr oder weniger Prominente müssen teilweise geschmacklose Prüfungen über sich ergehen lassen. Der Zuschauer wird zum Voyeur gemacht, Häme und Schadenfreude sind die wesentlichen Bestandteile der Sendung. Wie Menschen hier in gefährlichen, peinlichen und ekligen Situationen bloßgestellt werden, vermittelt ein fragwürdiges Menschenbild. Auch wenn das Format erst nach 21.00 Uhr ausgestrahlt wird: Das mediale Echo auf solche Shows macht natürlich auch Kinder neugierig und so ist es nicht überraschend, dass das Dschungelcamp Gesprächsthema auf dem Schulhof ist. „Highlights“ der Sendung finden sich auch im Internet und in begleitenden Apps wieder.

Deutschland sucht den Superstar (RTL)

Seit dem 04. Januar suchen Dieter Bohlen und seine Jury talentierte Newcomer, die Gesang, Tanz und „Personality“ zum Besten geben. Verunglückte Auftritte talentfreier Kandidaten werden ausgeschlachtet, gehässige Kommentare von Bohlen und Co. sind keine Seltenheit. Die Fehltritte besonders exotischer Freiwilliger erfreuen sich im Netz großer Beliebtheit. Die Sendung vermittelt vor allem eine Botschaft: Um Erfolg zu haben, muss man bereit sein, sich dem Werturteil einer höheren Instanz zu unterwerfen. Individualität, Kreativität und kritisches Denken bleiben dabei auf der Strecke.

Der Bachelor (RTL)

Die Kuppelshow „Der Bachelor“ geht am 1. Februar in eine neue Runde. 22 Kandidatinnen buhlen um die Gunst eines Junggesellen, der nach dem Ausscheidungsprinzip seine Herzdame auserwählt. Die Vorstellungen von Beziehungsanbahnung und Liebe, die bei der Sendung vermittelt werden, sind aus pädagogischer Sicht haarsträubend: Die Kandidatinnen bieten sich ihrem Märchenprinzen an, um endlich ihre Erfüllung zu finden. Dabei sind Äußerlichkeiten ausschlaggebend: Attraktiv, sexy und anschmiegsam müssen die Kandidatinnen sein. Der Konkurrenzdruck ist groß, der „Zickenkrieg“ wird als typisch weibliches Verhalten in Szene gesetzt.

Germany‘s next Topmodel (ProSieben)

Jung, sexy und zu allem bereit. Auch bei „Germany‘s next Topmodel“ wird dieses Frauenbild von Vorgestern transportiert. Ab 9. Februar müssen die „Mädchen“ ihre Idealmaße zur Schau stellen und sich dem Diktat von Heidi Klum unterwerfen. Das Ideal vom makellosen Körper und von bedingungsloser Anpassung ist für junge Zuschauer doppelt problematisch: Statt selbstbewusst die eigene Individualität samt körperlicher Eigenheiten zu akzeptieren, wird ein mediales Schönheitsideal zur Messlatte. Zudem können Erwartungen in ein aufregendes Leben voller Glamour und medialem Ruhm geweckt werden, die für viele unerfüllbar bleiben.

Fazit

Jüngeren Kindern bis etwa Ende des Grundschulalters sollten solche Sendungen am besten erspart bleiben. Auch bei älteren Kindern ist es wichtig, mit solchen Formaten kritisch umzugehen. Wird der Gruppendruck und die Neugierde zu groß, können Eltern mit älteren Kindern gemeinsam eine Folge ansehen. Wenn man eine Sendung genau unter die Lupe nimmt, zeigt sich schnell, was an DSDS und Co. fragwürdig ist. Entscheidend ist, Kindern zu vermitteln, dass diese Sendungen inszeniert sind. Sie bilden nicht das „wirkliche“ Leben ab. Zur kindlichen Entwicklung gehört es, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Das funktioniert am besten, wenn Kinder angeregt werden, hinter die Kulissen zu blicken. Auch fragwürdige Vorbilder und eine medial inszenierte Wirklichkeit können auf diese Weise entschlüsselt werden.

 

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