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Anschlag in Manchester

23. Mai 2017
Anschlag in Manchester

Der Terroranschlag nach einem Popkonzert in Manchester beherrscht derzeit die Schlagzeilen. Auch Kindern wird dieses schreckliche Ereignis nicht entgangen sein. Egal, ob sie durch die Berichterstattung im Fernsehen, durch Gespräche der Erwachsenen oder durch Mitschüler davon erfahren: es ist unmöglich, Nachrichten wie diese von den Mädchen und Jungen fernzuhalten. Da sich auch Kinder und Jugendliche unter den Todesopfern befinden, ist das Ereignis für Kinder und Jugendliche besonders erschreckend und wirft Fragen auf. Zum Beispiel, ob derartige Terrorakte auch in ihrem Umfeld zu erwarten sind. Die Gefahr, dass sie selbst oder ihre Angehörigen und Freunde Opfer von Anschlägen werden, kann ihnen große Angst machen.

Für Kinder da sein

Um Ängste aufzufangen, sind vor allem die Eltern und andere Bezugspersonen gefordert. Wichtig ist es, Kindern die Möglichkeiten zu bieten, über ihre Eindrücke und Ängste zu reden, sie zu trösten und ihnen Sicherheit und Zuwendung zu geben. Aber auch der Erklärungsbedarf ist hoch. Um sich gemeinsam mit Kindern über das aktuelles Geschehen zu informieren, sind Sendungen wie etwa die Kindernachrichten "logo!" (KI.KA/ZDF) hilfreich. Auch im Internet hat sich „logo!“ mit dem Anschlag in Manchester befasst und berichtet altersangemessen und verständlich unter http://www.tivi.de/fernsehen/logo/artikel/46592/index.html. Wie man das Thema bespricht, hängt natürlich auch sehr vom Alter der Kinder ab:

Bei Vorschulkindern besonders behutsam sein

Kinder bis Ende des Kindergartenalters werden noch nicht unbedingt mit diesen Themen konfrontiert. Wenn Fragen kommen, müssen Eltern natürlich reagieren. Mit einfachen Worten sollten die Ereignisse kurz erklärt werden, aber ohne Details und dramatische Zuspitzung. Die meisten Kinder dieses Alters werden sich schnell wieder naheliegenderen Dingen widmen.

Grundschulkinder brauchen Hilfe bei der Einordnung

Bei den Grundschulkindern ist es schwierig, sie von den schrecklichen Ereignissen fernzuhalten. Egal, ob in der Schule, in der Familie oder aus den Medien: Kinder bekommen die Ereignisse mit und machen sich Sorgen. Abwiegeln ist keine angemessene Reaktion. "Das verstehst du noch nicht" bringt sie nicht weiter, sondern erhöht Verunsicherung und Angst. Solche Sätze nehmen Heranwachsenden den Drang, die Wirklichkeit zu begreifen und lassen sie mit ihren Fragen und Nöten allein. Die eigene Verunsicherung sollten Eltern weitgehend für sich behalten. Kinder brauchen das Gefühl von Sicherheit und Stabilität, das ihnen die Eltern und andere Bezugspersonen vermitteln sollten.

Bei älteren Kindern wichtig: Die Rolle sozialer Medien

Heutzutage werden viele Meldungen zu Ereignissen wie dem Terrorakt in Manchester in Echtzeit über WhatsApp, Twitter und Facebook verbreitet. Dadurch können sich Emotionen aufschaukeln, weil vieles ungefiltert auf die Mädchen und Jungen einstürmt. Ein anderer Effekt ist, dass die Bedrohung jedem Einzelnen näher kommt, als sie eigentlich ist. Auch das sollte man Kindern klarmachen: Durch die ständigen Onlinemeldungen hat man das Gefühl, mittendrin zu sein, was die eigene Verunsicherung verstärken kann.

Was können Eltern tun?

  • zusätzliche Informationen anbieten oder besprechen, wie man mehr über das Thema erfahren kann, z.B. mit kindgerechten Zeitschriften, Büchern oder im Internet. Dabei sollten dubiose Meldungen, die im Internet verbreitet werden, genau überprüft werden, damit die Mädchen und Jungen nicht auf Gerüchte, Spekulationen oder Hetze hereinfallen.
  • Kindern die Möglichkeiten zur Verarbeitung anbieten. In jedem Fall ist es hilfreich, die Kinder zu animieren, das Gesehene aktiv zu behandeln. Kleinen Kindern hilft es, Situationen im Wortsinne durchzuspielen oder ein Bild dazu zu malen. Älteren Kindern kann man eher mit Gesprächen und konkreten Informationen helfen. Mit ihren Fragen, Texten und Bildern zu Nachrichtenereignissen können sich die Mädchen und Jungen z.B. auch an „logo!“ wenden. Außerdem kann es hilfreich sein, gemeinsam zu überlegen, wie man sonst noch aktiv werden kann.
  • schwierige oder beängstigende aktuelle Themen (ob nun im Fernsehen gesehen oder nicht) auch ins Familiengespräch mit einbeziehen; so haben die Kinder die Chance, sich damit zu befassen, bevor übertriebene Ängste aufkommen und sie erfahren, dass sie mit ihren Sorgen nicht alleine sind.

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