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Die große Liebe im TV?

09. Februar 2017
Die große Liebe im TV?

Auch 2017 hat die Partnerschau im Fernsehen Konjunktur. Seit dem 08.02. darf der Der Bachelor bei RTL wieder seine Wunschkandidatin küren. Demnächst gibt es mit All Inclusive - Mit Kind und Koffer zur neuen Liebe (RTL II) eine neue Show, die der Liebe Beine macht: alleinerziehende Singles sollen im All-Inclusive-Urlaub gemeinsam mit ihren Kindern potentiellen Partnern auf den Zahn fühlen.

Die Vorstellungen von Beziehungsanbahnung, Liebe und Partnerschaft, die in diesen Sendungen vermittelt werden, sind aus pädagogischer Sicht mehr als fragwürdig. Beim Bachelor zum Beispiel ist der Konkurrenzdruck unter den jungen Frauen groß. Es geht darum, den attraktiven Junggesellen für sich zu gewinnen. Und dazu sind „die Waffen einer Frau“ gefragt: attraktiv, sexy und anschmiegsam müssen die Kandidatinnen sein. Das Wettbewerbsverhalten der Frauen vermittelt den Eindruck, dass Zickigkeit und sogenannte Stutenbissigkeit zu den alltäglichen Umgangsformen von Frauen gehören. Auch das sprachliche Niveau ist zum Teil haarsträubend. Für Kinder, die ihre Vorstellungen vom Frau- oder Mann-Sein erst entwickeln müssen, ist Der Bachelor in vielerlei Hinsicht ein schlechtes Anschauungsmaterial.

 

Die Frage bleibt, warum solche Sendungen immer noch ihr Publikum finden. Die Lust am „Fremdschämen“ mag dabei eine Rolle spielen. Sicher macht es einigen Zuschauern Vergnügen, sich auf Kosten anderer zu amüsieren. Bei Kindern und Jugendlichen spielt noch ein anderer Aspekt eine Rolle. Gerade im Alter zwischen etwa 11 und 13 Jahren, also im Übergang zum Teenageralter, wird das Thema „Beziehungsanbahnung“ relevant. Die Mädchen und Jungen stellen sich viele Fragen: Wie muss ich sein, um für das andere Geschlecht interessant zu sein? Wie läuft das erste Date? Was muss ich wissen, was muss ich beachten?

 

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass Kinder auch auf Sendungen wie Der Bachelor neugierig sind. Weil Sendungen wie diese verzerrte Vorstellungen vermitteln, brauchen Heranwachsende aber Begleitung und Ansprache, insbesondere von Personen, denen sie vertrauen. Sonst besteht die Gefahr, dass mediale Bilder zum selbstverständlichen Maßstab und zur Norm für den eigenen Umgang mit Partnerschaft, Liebe und Sexualität werden.

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