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Die Macht der Quote oder: Die Quote macht's

19. Mai 2000

"Quote weg, Birte weg!" Noch ist es nicht soweit, aber: Wenn die Quote erst mal auf Talfahrt geht, sind selbst etablierte Talkshows ihres Bildschirmlebens nicht mehr sicher. Bei jedem Sender das gleiche Bild: Der allmorgendliche Quotencheck entscheidet, ob eine Sendung für erfolgreich gehalten wird oder nicht, über Folgeproduktionen oder das vorzeitige Aus einer Sendung. Was steckt hinter dieser mächtigen Quote, die den Sendern diktiert, welches Programm laufen soll? Zustande kommt die Einschaltquote durch Messungen der Gesellschaft für Kommunikationsforschung (GfK): Sie erfasst, was in 5640 ausgewählten Haushalten am Bildschirm läuft. Und das geht so: An den Fernsehapparaten, die in den ausgewählten Haushalten stehen, ist ein Kästchen angeschlossen. Jedes Haushaltsmitglied - von der Oma bis zur dreijährigen Tochter - hat dort ein eigenes Knöpfchen, und das soll es immer dann drücken, wenn es den Fernseher an- oder ausschaltet. Ob dann wirklich ferngesehen wird oder ob die Knopfdrücker ganz was anderes tun, kann das Kästchen natürlich nicht kontrollieren. Die Formel lautet: Knöpfchen gedrückt = ferngesehen. Was eingeschaltet wurde in den ausgewählten Haushalten, das bestimmt dann die Quote. Denn, so die Annahme, genau das hat auch die Gesamtbevölkerung auf dem Bildschirm. Wenn die Quote erst einmal stimmt, gibt's kein Halten mehr: Hohe Quoten sichern den Sendern hohe Werbeeinnahmen. Denn die Firmen lassen es sich etwas kosten, im Umfeld einer "erfolgreichen" Sendung ihre Waren und Dienste anzupreisen. Mit der Macht der Quote lassen sich auch die steilen Karrieren vieler neuer Fernsehformate erklären: Kaum hatte ein Sender mit einer Talkshow eine hohe Quote gemacht, wollten alle anderen auch eine. Kaum ist "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" als Quotenhit bekannt geworden, nimmt die Produktion von Daily-Soaps kein Ende. Kaum hat "Big Brother" Aufsehen erregt ... Glücklicherweise macht das Publikum dieser Quotenspirale manchmal einen Strich durch die Rechnung. Aus unerfindlichen Gründen brechen Quoten ein, und die Stimmungslage kippt. Schade nur, dass zu oft gutes Fernsehen dem Quotendruck zum Opfer fällt. Wenn ein neues Programm nicht auf Anhieb eine hohe Sehbeteiligung hat, wird nicht lange gefackelt: Qualität hin oder her, im Zweifelsfall entscheiden die nackten Zahlen über Sein oder Nichtsein. Dabei wissen doch eigentlich alle, dass das Fernsehpublikum viel mehr kann als Knöpfchen drücken.

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

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