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Kinder und Nachrichten

08. Oktober 2010

„Die Nachrichten, die mag ich nicht und die darf ich auch nicht. Weil die nicht so gut für Kinder sind und wenn zum Beispiel was über Kinder kommt, die entführt wurden, da bin ich total traurig.“ (Mädchen, 7Jahre). In den Nachrichten geht es häufig um Katastrophen, Kriege oder ähnlich schreckliche Ereignisse. Präsentiert werden die Berichte oftmals mit blutigen Bildern und Videos, die den Kindern Angst einflößen und sie erschrecken. Denn wenn Kinder fernsehen, dann stellen sie bei dem Gesehenen immer einen Bezug zu ihrem eigenen Leben her und versetzen sich in die Lage der betroffenen Menschen. Sie fragen sich, ob das auch ihnen geschehen köne, und bekommen Angst, weil sie wissen, dass das Gezeigte der Realität entspricht. Doch sie bekommen nicht nur Angst, sondern es kann auch ein Gefühl der Hilflosigkeit entstehen, wenn ihnen keine Möglichkeit aufgezeigt wird, wie den Betroffenen geholfen werden kann. Trotzdem finden v. a. Jungen, besonders mit zunehmendem Alter, die Bilder und die Berichterstattung über Kriege zum Teil äußerst spannend. Doch heißt das nicht, dass sie davon keine Angst bekommen könnten. Da die Kommentare zu solchen Bildern für Kinder oft wenig verständlich formuliert sind, erschweren síe die Verarbeitung noch zusätzlich. Im Gegensatz zu Erwachsenen haben Kinder, vor allem jüngere, auch noch keine Distanzierungstechniken entwickelt. Geht es dagegen nur um Alltägliches wie Politik oder Wirtschaft, finden die meisten Kinder Nachrichten langweilig. Dies liegt vor allem auch daran, weil so viel geredet wird und viele Fachausdrücke verwendet werden, die Kinder noch nicht verstehen. Deshalb schauen auch nur wenige Kinder Nachrichten aus eigenem Antrieb heraus an: „Nachrichtensendungen schaue ich mir selber nicht an, nur wenn sie gerade mein Bruder oder meine Mutter ansieht, schaue ich mit.“

 
Was Eltern tun können
  • Begleitung und Anregung durch Bezugspersonen: Wenn Eltern mit ihren Kindern zusammen Nachrichten anschauen, ist es wichtig, auf Fragen oder Ängste der Kinder einzugehen und ihnen Trost und Geborgenheit geben zu können. Je nach Alter und individuellen Voraussetzungen des Kindes braucht es dabei mehr oder weniger Zuwendung. Hilfreich ist auch, die Kinder anzuregen, selbst aktiv zu werden und Eigeninitiative zu zeigen, wenn sie ein Thema besonders beschäftigt. So können die Kinder Gefühle von Ohnmacht oder Schrecken aktiv bewältigen und erfahren, dass sie nicht hilflos sind: Ältere Kinder können sich zusammentun und z. B. einen Basar veranstalten und das Geld oder auch ihr Taschengeld spenden. Jüngere Kinder verarbeiten das Gesehene eher, indem sie es malen, mit Bezug dazu basteln oder es nachspielen. Seien Sie also nicht erschreckt, wenn ihr Kind Krieg spielt, sondern nehmen Sie es lieber zum Anlass für ein Gespräch darüber.
  • Kindgerechte Sendungen ab etwa sieben Jahre: Noch besser ist es natürlich, wenn Sie gemeinsam eigens für Kinder gemachte Nachrichtensendungen anschauen, wie z. B. „logo!“ Hier werden die Themen ohne blutige und erschreckende Bilder kindgerecht aufbereitet und verständlich anhand von Beispielen erklärt. Außerdem wird immer ein Bezug zur Lebenswelt der Kinder hergestellt und sozusagen aus der Kinderperspektive berichtet. So werden auch für Kinder langweilige Themen wie Politik und Wirtschaft interessant.

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

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