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Schlechte Nachrichten - Wie Kinder TV-Bilder verarbeiten

29. April 2011

Die Nachrichtenlage der letzten Wochen und Monate war für Kinder schwer zu verkraften. Vor allem die Ereignisse in Japan warfen die Frage auf, was Kindern an aktuellem Weltgeschehen zugemutet werden kann. Schockierende Bilder überfordern Die schrecklichen Bilder aus Japan beherrschten die Nachrichten im Fernsehen: Die Tsunami- Flutwelle, die alles unter sich begrub. Verletzte oder getötete Katastrophenopfer, das Leid der Betroffenen. Aber auch die Bilder der atomaren Katastrophe, die sich in der Folge ereignete. Die eigentliche Information wird von solchen Schockbildern überlagert. Ganz zu schweigen davon, dass die drastische Darstellung von Leid und Elend bei Kindern Angst und Verunsicherung auslösen kann. Sie nehmen schon relativ früh wahr, dass das Leid der Opfer »echt« ist. Sie verstehen, dass im Gegensatz zu fiktionalen Darstellungen Menschen aus Fleisch und Blut betroffen sind. Und weil sie das Gesehene auf sich beziehen und sich fragen, ob ihnen Ähnliches zustoßen kann, ist die Distanzierung von schrecklichen Bildern und Geschehnissen kaum möglich. Was können Eltern tun? Um den Kindern zur Seite zu stehen, ist es wichtig, ihnen Möglichkeiten zu bieten, über ihre Eindrücke und Ängste zu reden, sie zu trösten und ihnen Sicherheit und Zuwendung zu geben. Aber auch der Erklärungsbedarf ist hoch und oft überfordert er Erwachsene. Wichtig ist, die Mädchen und Jungen mit den schockierenden Nachrichten nicht alleine zu lassen.

 

Um Kinder bei der Verarbeitung solcher Katastrophenbilder zu unterstützen, hier einige Tipps:

  • Kindgerechte Nachrichtensendungen wie zum Beispiel logo! (KI.KA/ZDF) mit den Kindern gemeinsam anschauen und sich gesprächsbereit zeigen um Ängste und Verunsicherung aufzufangen. Erst ab etwa 13 Jahren sind die Nachrichten des Erwachsenenprogramms eine Option.
  • Im Zweifelsfall Unwissenheit eingestehen, statt Fragen abzublocken. Sätze wie »Das verstehst du noch nicht, dafür bist du noch zu klein« nehmen Kindern den Drang, die Wirklichkeit zu begreifen und lassen sie mit ihren Fragen und Nöten alleine.
  • Die Ängste der Kinder ernst nehmen und ihnen Verarbeitungsmöglichkeiten anbieten. In jedem Fall ist es hilfreich, die Kinder zu animieren, das Gesehene aktiv zu bearbeiten. Kleinen Kindern hilft es, Situationen im Wortsinne durchzuspielen oder ein Bild dazu zu malen. Älteren Kindern kann man eher mit Gesprächen und konkreten Informationen helfen.
  • Schwierige oder beängstigende aktuelle Themen im Familiengespräch nicht aussparen: So haben Kinder die Chance, sich damit zu beschäftigen, bevor übertriebene Ängste aufkommen.

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