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Schreckliche Bilder aus München

25. Juli 2016
Schreckliche Bilder aus München

Der Amoklauf eines Jugendlichen in München hat für Erschütterung und Trauer in Deutschland gesorgt. Besonders verstörend war die Berichterstattung, da lange nicht klar war, ob es sich um einen Terrorakt, um mehrere Attentäter oder – wie sich dann herausstellte – um einen einzelnen Amokläufer handelte. Entsprechend groß war die Verunsicherung in der Stadt selbst, aber auch bei den Menschen vor den Bildschirmen. Am laufenden Band wurden neue Informationen – ob gesichert oder nicht – zur Tat und zum Tathergang gezeigt. Bilder zur Lage vor Ort, Videomaterial mit dem Täter sowie Augenzeugenberichte und Experteninterviews wechselten sich ab. Angesichts der Flut von Informationsschnipseln im TV und im Internet schien es lange Zeit schwierig, sich ein klares Bild zu machen. Für Kinder und Jugendliche ist es besonders belastend, dass Gleichaltrige zu Opfern geworden sind und es sich bei dem Täter selbst um einen Jugendlichen handelt. Das nährt die Angst, selbst Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden. Zusätzlich belastend ist die Tatsache, dass die Bluttat in einem Einkaufszentrum, an einem auch bei Kindern und Teenagern beliebten Ort, stattgefunden hat. Je mehr Berührungspunkte Taten wie diese zur eigenen Lebenswelt haben, desto schwieriger ist es, sich nüchtern mit den Ereignissen zu beschäftigen und Angst und Panik zu vermeiden. Dennoch, gerade angesichts immer neuer Meldungen über Terror und Gewalt gilt: Bedachtes Verhalten und rationales Verarbeiten sind wichtig, Angst und Verunsicherung sind gerade jetzt ein schlechter Ratgeber. Wichtig ist es, Kinder und Jugendliche nicht alleine zu lassen. Dazu gehört, ihren Sorgen und Fragen Raum zu lassen und sich gegenseitig zuzuhören und zu stärken. Zusammenhalt, gegenseitiger Respekt und Trost sind auch eine Möglichkeit, mit Sorgen und Ungewissheit umzugehen. In diesem Zusammenhang sollte auch thematisiert werden, welche Art von Berichterstattung Heranwachsende nutzen und auf welche Quellen sie zugreifen. Ob im Fernsehen, im Internet oder in sozialen Netzwerken: Sensationsheischende Berichte und spekulative Nachrichten sind zu meiden, sie schüren Ängste – nicht nur bei Kindern – und tragen weder zu einer klaren Meinungsbildung noch zu einer rationalen Verarbeitung bei.

 

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