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Schwer verdaulich: Freistatt

07. April 2017
Schwer verdaulich: Freistatt

Weil der 14-jährige aufsässige Wolfgang seinem Stiefvater lästig ist, wird er in die Erziehungsanstalt Freistatt gebracht. Wolfgang, der schon einige Erziehungsheime erlebt hat, ist zunächst unbekümmert, doch er merkt bald, was in Freistatt los ist. Die Jugendlichen werden für kleinste Vergehen brutal bestraft und müssen schwere körperliche Arbeit verrichten. Auch unter den Jungen herrscht eine gewalttätige Rangordnung. Doch Wolfgang will sich nicht fügen, er begehrt immer wieder auf. Während die brutalen Bestrafungen der Aufseher für ihn teils lebensbedrohlich werden, gewinnt er dadurch nach und nach die Anerkennung seiner Kameraden. Als Wolfgang beim täglichen Torfstechen seinen Aufseher niederschlägt und schwer verletzt, ergreift er die Gelegenheit beim Schopf und flieht. Er schafft es sogar, sich bis nach Hause durchzuschlagen, doch Wolfgangs Eltern wollen seinen Schilderungen keinen Glauben schenken. So geschieht das Unfassbare: sie bringen ihn höchstpersönlich zurück nach Freistatt. Dort wird Wolfgang als Bestrafung über Stunden lebendig begraben. Nun ist Wolfgangs Wille gebrochen, er fügt sich in das brutale System. Als er nach zwei Jahren entlassen wird, kehrt er nicht nur der Anstalt, sondern auch seiner Familie den Rücken. Wolfgang begibt sich auf eine ziellose Reise, zwar ohne Halt, aber zum ersten Mal in Freiheit.

Für Kinder kaum zu verkraften

Das Schicksal von Wolfgang steht symbolhaft für tausende Kinder, die bis in die siebziger Jahre hinein in Erziehungsheimen Brutalität und Willkür ausgesetzt waren. Ein relevantes und bewegendes Thema, dem bisher medial nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Die Bilder des Films gehen unter die Haut und sind in ihrer schonungslosen Darstellung selbst für Erwachsene nur schwer zu ertragen. Für Kinder sind die zum Teil sadistischen Erziehungsmethoden und die Hoffnungslosigkeit des Films mit ungewissem Ende kaum zu verkraften. Dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, kann die Wirkung des ohnehin bedrückenden Films noch verstärken. Das Drama „Freistatt“ ist am Mittwoch, dem 12.04. um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen.

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