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Strukturwandel in Serie – Vom A-Team bis 24

20. März 2009

Mit den Jahren wurden zahllose Serien im FLIMMO „mit Kinderaugen“ betrachtet, von A wie A-Team bis Z wie Zorro. Klar, dass sich im Laufe der Jahre vieles bei den Fernsehserien geändert hat: Themen, Darstellungsformen, Tempo und Technik haben sich weiterentwickelt. Dies trifft im Besonderen auch auf die Gesamtdramaturgie zu. Ältere Produktionen zeichnen sich meist durch eine geschlossene narrative Struktur aus: Es gibt einen durchgängigen Haupthandlungsstrang, von dem ausgehend in jeder Folge eine abgeschlossene Geschichte erzählt wird. Die Handlungsmuster wiederholen sich. So erhält etwa Das A-Team zu Beginn jeder Folge einen Auftrag, etwa einen Bösewicht unschädlich zu machen. Darauf folgen eine erste Konfrontation, dann die Vorbereitungen zur finalen Auseinandersetzung, dann der Showdown mit dem obligatorischen Erfolg für die „Guten“.

Solch „verlässliche“ Serienstrukturen sind mittlerweile kaum mehr zu finden. Vor allem in neueren US-Produktionen dominiert eine komplexe, offene Seriendramaturgie. Das Handlungsmuster wird nicht in jeder Folge wiederholt, stattdessen erstreckt sich das Geschehen über die gesamte Staffel, zum Teil auch darüber hinaus. Deutlich wurde diese Entwicklung schon bei Serien wie Akte X oder Emergency Room, dasselbe gilt heute für Desperate Housewives oder Grey`s Anatomy. Auch die täglichen Soaps wie GZSZ oder Marienhof sind so gestrickt. Bei diesen Formaten kommt erschwerend hinzu, dass die Handlung an der spannendsten Stelle mit einem sogenannten „Cliffhanger“ unterbrochen wird. Diese Strukturmerkmale erfordern es, kontinuierlich dranzubleiben, um der Handlung folgen zu können. Ein Aspekt, der Eltern in der täglichen Fernseherziehung gerade bei älteren Kindern einiges Kopfzerbrechen bereitet, da die ausgemachten Serienfans dieses Argument gerne ins Feld führen, um den täglichen oder wöchentlichen Serienkonsum zu rechtfertigen. Auch für FLIMMO haben diese Entwicklungen Konsequenzen: Serien müssen über einen längeren Zeitraum beobachtet werden, um eine fundierte pädagogische Einschätzung abgeben zu können. Nichtsdestotrotz sind wir bemüht, auch weiterhin so aktuell wie möglich auf neue Serien zu reagieren. Die Entwicklung einer Serie über einen längeren Zeitraum heißt für uns aber auch, die ursprüngliche Einschätzung stets zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern; so kann zum Beispiel aus „Kinder finden’s prima“ ein „Mit Ecken und Kanten“ werden.

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