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The Voice Kids: Kinder im Rampenlicht

10. April 2013

„Unfassbar!“ Lena Meyer-Landrut ist sprachlos angesichts der überragenden Talente, die vor ihr auf der Bühne stehen. Sie ist einer von drei sogenannten Coaches der Castingshow The Voice Kids (SAT.1). Als Coach hat sie die Aufgabe, die besten Talente für ihr Team auszuwählen, ihre Schützlinge zu unterstützen und schließlich unter ihnen „The Voice“ zu küren. Das Besondere: Die Talente sind Kinder. In der ersten Folge von The Voice Kids durften die Nachwuchskünstler in den „Blind Auditions“ zeigen, was sie konnten. Und das taten sie: Die Mädchen und Jungen im Alter zwischen acht und 14 Jahren offenbarten große Stimmen und viel Musikalität. Entsprechend begeistert waren die drei Coaches. Geradezu überschwänglich wurde gelobt, die Begeisterung ließ sich kaum zügeln. Auch bei der Erwachsenen-Version von The Voice ist es ja so, dass die Kandidaten weder niedergemacht noch bloßgestellt werden. Außerdem zählen bei den „Blind Auditions“ nur die Stimme, nicht das Aussehen oder das Auftreten. Von daher ist The Voice Kids eine Castingshow, die Kinder und Erwachsene ohne fiese Sprüche und Kommentare unter der Gürtellinie unterhalten kann.

Eine andere Frage ist es, ob man Kindern diesen Rummel als Kandidaten zumuten sollte. FLIMMO meint nein, denn bei allem Talent und Freude auf der Bühne zu stehen: Der Druck ist riesengroß und natürlich gibt es auch in dieser Castingshow Kinder, die als Verlierer dastehen. Einsprechend groß ist die Enttäuschung, auch wenn die Erwachsenen Trost und Anerkennung spenden. Zudem können die Kinder vor dem Bildschirm die inszenierte Show als realistische Perspektive für das eigene Leben missverstehen. Sie fiebern mit und träumen von medialem Ruhm und einer Karriere als kommender Star. Vor allem jüngere Kinder haben Schwierigkeiten, sich von diesen Traumbildern zu distanzieren. Älteren ist es eher möglich, eine kritische Haltung zu Castingshows einzunehmen. Eltern sollten aber in jedem Fall aufpassen, wie The Voice Kids & Co. beim Nachwuchs ankommt. Entwickeln die Kinder übertriebene Erwartungen, sollte darauf hingewiesen werden, mit welchen Mitteln vor und hinter den Kulissen gearbeitet wird. Je mehr Kinder darüber lernen, was für ein Konzept hinter solchen Formaten steckt, desto weniger laufen sie Gefahr sich falsche Vorstellungen und Hoffnungen zu machen. Wird durch Castingshows die Lust geweckt, selbst Musik zu machen, umso besser. Schließlich ist Musikmachen auch ohne Rampenlicht und große Gesangskarriere eine Bereicherung und macht obendrein viel Spaß.

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