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Der eigene Fernseher und die Folgen – Geschenke, aus denen Probleme werden können

09.10.2006

Von klein auf – Kinder haben das Fernsehen im Blick

Im Alltag von Kindern ist das Fernsehen nach wie vor das Medium Nummer eins. Auf der Suche nach Unterhaltung, Spannung und Ablenkung von Alltagssorgen sind Serien, Shows oder Spielfilme für viele Mädchen und Jungen ein täglicher Begleiter. Das Fernsehen wird aber auch genutzt, um neues über die nahe und ferne Umwelt zu erfahren und dient als Orientierungsquelle. Je nach Alter, Geschlecht und Lebenssituation halten die Kinder Ausschau nach Hinweisen zur Bewältigung ihres Alltags, aber auch nach persönlichen Vorbildern. Damit aber nicht genug, denn das Fernsehen hat für Kinder noch viel mehr auf Lager: Zusätzliche Angebote, wie Internetseiten zu Fernsehsendungen eröffnen Kindern die Möglichkeit, noch tiefer in die Fernsehwelt einzutauchen. Auf der Seite zur Sendung „Popstars" (PRO 7) zum Beispiel können Kinder Kommentare zu den Sangeskünsten ihrer Lieblinge abgeben oder sich im Chat austauschen. Auf tivi.de, der Internetseite zum Kinderprogramm des ZDF, werden Beiträge der Kindernachrichtensendung „logo!" als so genannte Podcasts (Audiodateien zum Herunterladen aus dem Internet) bereit gestellt. Außerdem ist das für Kinder relevante Programm mit Hinweisen und mit Werbung für Medienprodukte gespickt, die mit dem Fernsehen in Verbindung stehen. DVDs mit beliebten Spielfilmen und Serien (z. B. die Spielfilme der Harry Potter-Reihe oder die Serie „Bob, der Baumeister" usw.) werden direkt beworben oder auf der Internetseite der Sender präsentiert. Damit sind die favorisierten Inhalte jederzeit verfügbar und können beliebig oft konsumiert werden. So schafft das Fernsehen Bindung und gleichzeitig leitet es die Kinder in den Medienmarkt.

Der eigene Fernseher – Ein umstrittener Weihnachtswunsch

„Den Fernseher hab ich schon letztes Jahr zu Weihnachten bekommen.“ Der zehnjährige Olaf ist nicht allein: Im Osten der Republik besitzen 51 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen einen eigenen Fernseher, im Westen sind es 38 Prozent . Bei vielen Kindern steht der eigene Fernsehapparat zu Weihnachten ganz oben auf der Wunschliste. Angesichts der beschriebenen Fülle an attraktiven Möglichkeiten ist dieser Wunsch durchaus verständlich. Herangetragen wird er nicht nur an die Eltern, auch andere Familienmitglieder werden bedacht. Gerade die Großeltern, die den Enkeln ohnehin nur schwer etwas abschlagen können, sind beliebte Adressaten. Und so manchen Eltern erscheint ein eigener Fernseher für den Nachwuchs zudem als Chance, familiären Konflikten aus dem Weg zu gehen. Schließlich ist es oft nicht einfach, die unterschiedlichen Fernsehwünsche von Kindern und Erwachsenen unter einen Hut zu bringen. Bei allem Verständnis für die Wünsche der Kinder und die Nöte der Erwachsenen.

Eltern sollten sich über folgende Punkte im Klaren sein:

  • Aus Studien ist bekannt, dass Kinder, die ein eigenes Fernsehgerät besitzen, im Durchschnitt länger Fernsehen.
  • Die Kontrolle der Inhalte, die auf dem eigenen Fernseher gesehen werden, gestaltet sich äußerst schwierig.
  • Je früher die Kinder einen eigenen Fernseher besitzen, desto mehr gewöhnen sie sich an die ständige Verfügbarkeit der favorisierten Fernsehinhalte.
  • Es trägt nicht zur Kommunikation innerhalb der Familie bei, wenn jedes Familienmitglied vereinzelt vor dem eigenen Fernseher sitzt.

Der Fernseher und die Folgen – Weitere Wünsche sind vorprogrammiert

Mit dem eigenen Fernseher wird den Kindern der Weg zu anderen Medien gewiesen. Daraus können sich Folgeprobleme ergeben: Zum Beispiel sind viele Fernsehinhalte auch als Spiele verfügbar. Damit wird der Wunsch der Kinder nach einem eigenen PC oder einer eigenen Spielkonsole geweckt. Mit dem PC und der neuen Konsolengeneration (z. B. Xbox 360 und Playstation 3) lässt sich wiederum das Internet nutzen. Das Internet im Kinderzimmer stellt Eltern vor neue Herausforderungen. Auf der Suche nach Neuigkeiten zu Fernsehserien und Filmhelden im Internet, können Kinder mit Inhalten konfrontiert werden, die ihnen nicht zuträglich sind. Informationen, Bilder und Trailer zu harten Actionfilmen wie Matrix oder Kill Bill sind leicht zu finden, für Kinder aber sehr schwer zu verkraften. Technisch versierte Kinder können sich über illegale Tauschbörsen sogar ganze Filme downloaden, auch solche, die nicht für ihr Alter freigegeben sind. Ein anderes Problem sind Verweise auf kommerzielle Angebote, die für Kinder kaum zu durchschauen sind. Werbung für Konsumartikel und kostenpflichtige Dienste sind mitunter nur wenige Mausklicks von den Inhalten zu ihren Fernsehfavoriten entfernt. Auf www.toggo.de, dem Internetauftritt von SuperRTL, sind beispielsweise Verweise auf Shops für Spielwaren und Handyzubehör platziert. Und auch der Wunsch nach dem aktuellen Kinder- und Jugendmedium Nummer eins, dem Handy, kann eng ans Fernsehen gekoppelt sein. Zum einen durch die massive Fernsehwerbung, zum anderen durch die Funktionen, die heutige Handys bieten. Mit der multifunktionalen Ausstattung dieser Geräte können die Kinder ins Internet gehen, um sich dort Informationen zu Fernsehstars zu holen oder sich den Soundtrack ihrer Lieblingssendung als Klingelton herunterzuladen usw. Damit sind Kosten verbunden, die die Mobilfunkrechnung schnell in die Höhen treiben. Zukünftige Möglichkeiten, sich mit UMTS-Handys Fernsehsendungen anzuschauen, werden die Attraktivität für Kinder noch steigern.

Verantwortungsvoll schenken: Eltern sind gefordert

Eltern sollten sich vorab klarmachen, was mit einem Weihnachtsgeschenk wie etwa einem eigenen Fernseher, DVD-Player, einem Computer mit Internetanschluss oder einem Handy für Kinder auf sie zukommen kann:

Informationsangebote für Eltern im

www.handysektor.de
Werbefreies Informationsangebot für Jugendliche zum Thema „Sicherheit in mobilen Netzen.

www.internet-abc.de
Basiswissen zu Themen rund um das Internet. Außerdem können Eltern und Kinder einen „Netzführerschein" ablegen.

www.klicksafe.de
Bietet Beiträge zum Thema „Internetsicherheit und Schutz im Internet" für Kinder und Jugendliche sowie Eltern und Pädagogen.

www.top-videonews.de
Enthält Informationen, pädagogische Einschätzungen und Kurzkritiken zu aktuellen Kauf- und Verleihfilmen.

  • Mit der Zunahme und Verfügbarkeit der Geräte ist das Risiko groß, dass sich der Medienkonsum der Kinder erhöht.

  • Die Orientierung an Medieninhalten und -helden wird durch die Verzahnung der Medien befördert. Und so steigt die Gefahr, dass reale Vorstellungen von medialen Vorgaben gespeist werden.

  • Folgekosten für kostenpflichtige Dienste für Internet- und Handyangebote, Hardwareaufrüstung und Zubehör für den Computer oder die Spielkonsole gehen zudem an den Geldbeutel. 

Deshalb ist es wichtig, sich kundig zu machen, welche Funktionen die jeweiligen Geräte haben und welche Probleme man sich damit einhandeln kann. Auskunft über technische Aspekte kann der Fachhandel bieten. Darüber, wie man Kindern einen sinnvollen Umgang mit Medien nahe bringen kann, informieren diverse Beratungsstellen im Netz. Auf dieser Grundlage müssen mit den Kindern Absprachen über Anschaffungen und Nutzungsmodalitäten getroffen werden, damit die wohlgemeinten Weihnachtsgeschenke nicht zum Problem werden.

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

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