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Fantastisches zu Weihnachten – Volles Programm auf allen Kanälen

24.12.2005

Rund um das Weihnachtsfest stehen im Fernsehen Fantasie und Magie auf dem Programm. Von Märchenklassikern bis hin zu „Harry Potter“: Zu sehen sind Geister, Feen, Kobolde und andere übernatürliche Wesen und Geschehnisse – rund um die Uhr auf fast allen Kanälen.
Vielen Erwachsenen stellt sich die Frage, ob Kinder dieses Übermaß an Fantasie nicht überfordert, ob die Fantasiewesen auf dem Bildschirm Kinder nicht eher ängstigen als gut unterhalten. Wie Kinder mit den manchmal gruseligen Elementen von fantastischen Filmen umgehen können, hängt sehr stark vom Alter und von ihren bisherigen Fernseherfahrungen ab. Je älter sie werden, desto mehr entwickeln sie die Fähigkeit, sich von allzu spannendem Geschehen zu distanzieren, wie z.B. die zehnjährige Nicole: „Da gibt's Dämonen. Und irgendwie mag ich das gucken, weil es so gruselig ist. Weil ich hab keine Angst. Ich denk nicht, dass es aus dem Fernseher raus kommt.“ Diese Verarbeitungsmöglichkeiten haben allerdings ihre Grenzen: Wenn die fantastischen Geschichten mit drastischen Szenen gespickt sind, oder Fiktion und Realität nicht auseinander gehalten werden können, besteht das Risiko, dass Kinder überfordert werden und mit Angst und Verunsicherung reagieren.
Abgesehen davon hat Fantastisches auf dem Bildschirm für Kinder über alle Altersstufen hinweg einen besonderen Reiz. Die kindliche Vorstellungswelt ist noch wenig begrenzt, Fantasien und Tagträume sind stärker präsent als bei Erwachsenen. Die Lust, sich in eine fremde, faszinierende Welt entführen zu lassen, ist groß. Diese Welt beinhaltet Orte, wo das Unmögliche möglich ist, wo Wünsche in Erfüllung gehen, oder wo gefährliche Abenteuer auf unerschrockene Helden warten. In solchen Vorstellungswelten spiegeln sich kindliche Bedürfnisse, wie zum Beispiel sich in der Welt der Größeren und Stärkeren zu behaupten, aber auch der Wunsch nach harmonischer Auflösung spannungsreicher Konflikte.

Märchen – Von Klassikern bis Neuverfilmungen 

Märchen sind als Vorlesestoff seit Kindergenerationen bekannt und beliebt. Egal ob die Märchen der Gebrüder Grimm, von Hans Christian Andersen oder aus 1000 und 1 Nacht: Die symbolträchtigen Erzählungen von wundersamen Begebenheiten bieten viel Stoff für Film und Fernsehen. Am ersten Weihnachtsfeiertag zeigt die ARD am Vormittag einen echten Klassiker: Den tschechischen Spielfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (ARD, 25.12., 10.03 Uhr). Der bekannte Stoff wird leicht variiert, denn Aschenbrödel wartet nicht, bis ihr das Glück in Form einer guten Fee in den Schoß fällt. Stattdessen nimmt sie den Kampf gegen die Ungerechtigkeit auf – mit List, Witz und ihren drei Zaubernüssen. Die selbstbewusste junge Frau, die sich auch von ihrer bösen Stiefmutter nicht ins Bockshorn jagen lässt, eignet sich bestens als positive Identifikationsfigur für Kinder ab dem Grundschulalter.
Ebenfalls zum Standardrepertoire der Märchenwelt gehört Pinocchio, die Holzpuppe, die so gerne ein richtiger Junge sein will. Im Film „Die neuen Abenteuer des Pinocchio“ (Sat.1, 25.12., 13.10 Uhr) wird die Geschichte weitergesponnen: Pinocchios Schöpfer wird entführt, selbst in eine Marionette verwandelt und als Jahrmarktsattraktion zur Schau gestellt. Für Pinocchio beginnt damit eine aufregende Rettungsaktion, die nach vielen Hindernissen ein gutes Ende nimmt.

Ein modernes Märchen ganz anderer Art ist „Das Sams“ (ARD, 24.12., 13.25 Uhr). Die originelle und temporeiche Verfilmung des Kinderbuchklassikers von Paul Maar ist für Kinder ab sechs Jahren reizvoll. Kein Wunder, denn das Sams ist eine Figur, wie sie Kinder lieben: Frech, vorlaut und tollkühn bietet das eigensinnige Fantasiegeschöpf den Großen Paroli. Spielfilme wie „Das Sams“ greifen kindliche Fantasievorstellungen auf und bieten die Möglichkeit, die eigenen Wunschträume aus neuer Perspektive zu betrachten. Kommt eine stimmige, temporeiche und vor allem altersgerechte Inszenierung hinzu, ist das Fernsehhighlight perfekt.

Fantasyfilme – Ein Highlight für ältere Kinder 

In zahllosen Fantasy-Romanen und Verfilmungen wird der Kampf zwischen Gut und Böse in vergangene Welten verlegt, in eine Welt voller Zauberer, Elfen und Kobolde. Vor allem viele Jungen können sich für solche Stoffe begeistern. Die Vorstellung als tapfere Kämpfer oder listige Zauberer über das Böse zu triumphieren, kommt ihren Vorlieben nach durchsetzungsstarken Helden entgegen. Ein Fantasyfilm, der dagegen sowohl Mädchen als auch Jungen anspricht, ist „Der Tag des Falken“ (Kabel 1, 25.12., 14.30 Uhr). In einer mittelalterlichen Welt leidet ein Liebespaar unter einem grausamen Fluch: In der Nacht verwandelt sich der tapfere Ritter in einen Wolf, seine Angebetete tagsüber in einen Falken. Erst mit Hilfe eines gewitzten Taschendiebes und eines weisen Mönchs kann der Fluch gebrochen werden. Die ebenso romantische wie spannungsreiche Geschichte ist aufgrund ihrer anspruchsvollen Erzählstruktur und einiger düsterer Elemente allerdings erst für Kinder ab etwa elf Jahren geeignete Filmkost.

Ähnliches gilt für den Fünfteiler „Das zehnte Königreich“ (RTL, immer feiertags um die Mittagszeit), in dem ein Vater und seine Tochter durch einen Zauberspiegel in eine Parallelwelt geraten, in der eine böse Märchenkönigin regiert. Bösartige Trolle und andere angsteinflößende Kreaturen stehen ihr dabei zur Seite. Solche Figuren, die mit heutiger Tricktechnik ebenso aufwändig wie erschreckend realistisch in Szene gesetzt werden, können jüngeren Kindern schlaflose Nächte bereiten. Deshalb sollten Filme wie „Das zehnte Königreich“ den ältesten Kindern und Jugendlichen vorbehalten bleiben.

Harry Potter – Gruselspannung, die nicht ohne ist

Bei Kindern ist er immer noch die Fantasy-Figur Nummer eins: Harry Potter, der berühmte Zauberschüler, der im Kino mittlerweile sein viertes Leinwandabenteuer durchlebt. Im Fernsehen tritt Harry am ersten Weihnachtsfeiertag in Erscheinung (ZDF, 25.12., 16.30 Uhr). In „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ müssen er und seine treuen Freunde Hermine und Ron wie immer unheimlichen Dingen auf den Grund gehen. Gemeinsam entdeckt das Zaubertrio eine versteckte Kammer, wo Harrys Erzfeind, der böse Lord Voldemort, bereits auf sie wartet. Dabei geht es in manchen Szenen recht aufregend zu. Zum Beispiel, als sich ein Baum als gefährliches Monster entpuppt oder ein kleines Mädchen dem finsteren Bösewicht geopfert werden soll. Es gibt aber auch entspannende und witzige Momente und am Ende können Harry und seine Freunde alles zum Guten wenden. Trotzdem ist bei Kindern unter etwa zehn Jahren Vorsicht geboten.

Bei diesem und ähnlichen Filmen müssen Eltern abwägen: Einerseits stehen bei vielen Mädchen und Jungen Harry Potter und Co. ganz oben auf der Beliebtheitsskala, oft schon bei den Grundschulkindern. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass ihnen die düsteren und unheimlichen Elemente dieser Filme Angst machen können. Solange allerdings der Stoff und die Darstellungsweise Kinder nicht überfordern und die Fantasywelten die Realität nicht beiseite drängen, kann man Kindern diesen Spielraum für ihre Träume und Fantasien guten Gewissens einräumen.

Worauf Eltern achten sollten:

  • Fantasyfilme sind für Vorschulkinder generell nicht geeignet
    Die Geschichten sind für das Fernseverständnis dieser Altersgruppe zu kompliziert, unheimliche Elemente und Kreaturen können sie nicht begreifen. Entsprechend schnell bekommen sie Angst.
  • Am besten ist es, sich Fantasyfilme gemeinsam mit den Kindern anzuschauen
    Abgesehen davon, macht das gemeinsame Filmvergnügen doppelt Spaß, und außerdem sind Trost und Erklärungen zur Stelle, wenn es dem Nachwuchs zu mulmig wird.
  • Fantstische Welten treten oft im Medienverbund auf
    Harry Potter ist als Computerspiel, Spielzeug oder Gebrauchsartikel bei Kindern der Renner.
    Eltern sollten sich darauf einstellen, dass die entsprechenden Filme erst recht
    Begehrlichkeiten beim Nachwuchs wecken. Und es ist nicht davon auszugehen, dass Inhalt und Darstellung in anderen Medien

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

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