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Fernsehen immer und überall? Smart-TV, Apps, VoD & Co.

09.01.2015

»Fernsehen ist iPad mit Internet«, erklärt die vierjährige Jasmin auf die Frage, was Fernsehen eigentlich sei. Sie darf sich ihre Fernsehlieblinge daheim ausschließlich auf dem Familien-Tablet anschauen. Fernsehen zu definieren, fällt heute sicher schwerer als noch vor einigen Jahren. In vielen Familien haben mobile Mediengeräte Einzug gehalten, auf denen Apps, Mediatheken und sogenannte VoD-Dienste (Video-on- Demand) genutzt werden. Eines steht fest: Der Zugang zu TV-Inhalten ist individueller und die Geräte sind multifunktionaler geworden. So ist es möglich, neben dem Fernsehen zu chatten, mit dem Fernseher ins Internet zu gehen oder die Spielekonsole als Zugang für Filme und Serien zu nutzen. Die neuen Möglichkeiten erscheinen Eltern und Kindern gleichermaßen verlockend: Ausgewählte Inhalte aus dem Netz können Spaß, Information und Unterhaltung bieten – und sind vor allem auf die unterschiedlichen Bedürfnisse zugeschnitten.

Begriffe

  • VoD: (engl. Abkürzung für: Video on Demand) Video auf Anforderung bzw. Abrufvideo
  • App: (engl. Abkürzung für Application) »Anwendungsprogramm«: Programme für unterschiedliche Betriebssysteme (z.B. iOS, Windows, Android)
  • Smart-TV: (engl. Abkürzung für Smart Television) »Schlaues Fernsehen«: Fernsehgeräte mit Zusatzfunktionen bzw. Internet-Verbindung
  • FSK: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft

 


Die neuen Geräte und Dienste werfen in den Familien aber auch einige Fragen auf: Welche Kosten entstehen durch ein Abo? Auf was ist in Sachen Jugendschutz zu achten? Was tut meinem Kind gut, was sollte man lieber bleiben lassen? Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

 

 

 

Klein aber oho!

Neue Medien für die Kleinsten?

Für die Altersgruppe der Fernsehanfänger gibt es mittlerweile ein breites Spektrum an multimedialen Angeboten für mobile Endgeräte. Von Wimmelbildern oder Vorlesegeschichten als App, über kurze Filmchen auf Youtube oder einfache Spiele mit mehr oder weniger pädagogischem Anspruch, ist viel geboten. Dabei stehen häufig bei Kindern beliebte und bekannte TV-Figuren im Mittelpunkt, wie etwa Pettersson und Findus, Maus und Elefant oder Dora, the Explorer.

Interaktive Geschichten und Bilderbuch-Apps sind auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe zugeschnitten. Hier werden die Geschichten nicht nur vorgelesen, sondern auch durch kleine Spiele und versteckte Details und Geräusche ergänzt, die man durch Anklicken zum Leben erwecken kann.

Stichwort Kostenfalle

Manche Apps bauen darauf, kostenlose »Lockangebote« bereitzustellen. Wenn man die wenigen kostenfreien Varianten gespielt hat, benötigt es nur einen Klick und die Eingabe des Passworts, und man kann sich die zusätzlichen Varianten dazukaufen – schnell summieren sich dabei die Euros.

Wichtig:

  • Nicht alle Apps, die kindgerecht aussehen, sind auch für Kinder geeignet. Die Alterseinstufung in App-Stores ist keine Empfehlung, da sie die Betreiber oder Entwickler selbst vornehmen.
    Besser Empfehlungsseiten wie www.klick-tipps.net, www.internet-abc.de oder die Datenbank »Apps für Kinder« (www.dji.de) zu Rate ziehen.

  • Die Apps sollten auf jeden Fall offline nutzbar sein, keine Werbung enthalten und möglichst wenige Nutzerdaten übertragen.

  • Die Nutzung von Apps bedarf der Begleitung durch die Eltern, sollte zeitlich begrenzt sein und nicht vor drei Jahren beginnen.

Die intuitive Bedienung und der Spaß am Wischen und Schieben tun ein Übriges, um die Begeisterung anzuheizen. So manchen Eltern fällt es schwer, die Nutzungszeit auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen. Trotzdem: Gerade bei den Medienanfängern sollten Zeiten festgelegt und eine Dauer von 30 Minuten am Stück nicht überschritten werden.

Für immer mehr Eltern sind kurze Filme oder Serienfolgen auf Youtube für die Jüngsten eine ideale Alternative zum Kinderprogramm im TV. Der Zugriff ist nicht an Ausstrahlungszeiten gebunden, deshalb wird der Tagesablauf nicht gestört. Aber Vorsicht: Youtube ist an sich kein Angebot für Kinder, problematische Inhalte sind oft nur einen Mausklick entfernt. Außerdem werden neben dem gewünschten Clip viele ähnliche Inhalte angezeigt, was natürlich das »Abschalten« erschwert.

 

Zeig's mir!

Videoportale im Überblick

Seit einiger Zeit drängen immer mehr Video-on-Demand-Dienste auf den Markt. Egal ob Netflix, Watchever, maxdome oder Amazon Instant Video: Die Anbieter stellen gegen eine monatliche Gebühr Serien und Filme zur Verfügung, in einigen Fällen auch Spezielles für Kinder. Oft ist das Angebot über unterschiedliche Plattformen zugänglich, etwa über Smart-TVs, mobile Geräte oder Spielekonsolen. Um die Angebote »kindersicher « zu machen, müssen die Eltern allerdings selbst aktiv werden. Denn Jugendschutz wird – anders als im frei empfangbaren TV – durch technische Maßnahmen gewährleistet. Die Plattformen kennzeichnen ihr Programm gemäß den FSK-Freigaben. Diese Freigaben können von den beiden anerkannten Jugendschutzprogrammen JusProg und der Kinderschutzsoftware der Deutschen Telekom ausgelesen werden. Voraussetzung ist, dass die Programme auf dem Computer installiert und die Altersangaben eingerichtet wurden. Anleitungen dazu finden sich auf den Seiten der Anbieter. Zusätzlich sind bei einigen Videoportalen Filme und Serien mit einer FSK-Freigabe ab 16 bzw. ab 18 Jahren mit einer PIN-Nummer geschützt.

Ein spezielles Angebot für Kinder ist www.kinderkino.de. Neben einem kostenlosen Zugang gibt es im monatlichen Abo eine werbefreie Auswahl an Serien und Filmen. Wichtig ist, sich klarzumachen, dass neben dem Computer auch andere Geräte wie Smart-TVs und Spielekonsolen Internetzugang haben. Hier sollten die Eltern – am besten schon vor Anschaffung eines solchen Gerätes – prüfen, welche Möglichkeiten zur »Kindersicherung« vorgesehen sind. Wenn sich die Mädchen und Jungen mit den neuen Geräten besser auskennen als die Erwachsenen, kann das Thema Jugendschutz schnell zum Problem werden.

Liken, Teilen, Kommentieren!

Ältere Kinder gehen weiter

Bei älteren Kindern und Jugendlichen gewinnen Soziale Netzwerke und andere Internetangebote an Bedeutung. So werden Filmclips auf Facebook geteilt und kommentiert, auf Youtube-Kanälen werden Trends gesetzt und Äußerungen von Stars und Prominenten auf Twitter verfolgt. Das Besondere ist, dass die jungen User eine aktive Rolle einnehmen, weil sie selbst Inhalte einstellen, sich präsentieren oder Beiträge kommentieren. Gerade die sogenannten »Youtuber« entwickeln große Kreativität und Leidenschaft, wenn es darum geht, eigene Inhalte unters Internetvolk zu bringen.

Auch bei Kindern ab zwölf Jahren sollten Eltern dranbleiben. Schließlich können sich mit der neuen Freiheit im Internet auch neue Probleme ergeben. Scheinbar frei verfügbare Angebote wie Filehoster und Tauschbörsen sollten Kindern nicht zugänglich gemacht werden, da sie illegal sind und deshalb keinerlei Reglementierungen unterliegen. Darüber hinaus stellen sich im Netz noch viele andere Fragen: Wie verhalte ich mich in Sozialen Netzwerken? Was mache ich, wenn ich belästigt werde? Wie gehe ich mit aggressiver Werbung um? Antworten auf solche und ähnliche Fragen gibt es unter anderem auf www.webhelm.de, www.i-kiz.de oder www.klicksafe.de.

Was nun? Tipps für Eltern

  • Regeln müssen sein

    Entscheidend ist, dass Eltern selbst informiert sind, mit ihren Kindern Regeln aushandeln, und ihnen von klein auf einen kompetenten Umgang mit den Medien vermitteln. Schutzmaßnahmen, wie das Installieren von Filterprogrammen, können die Medienerziehung der Eltern nur unterstützen, nicht ersetzen.

  • Tauschen und Leihen

    Kostenpflichtige Angebote werden gerade massiv beworben, dabei gibt es auch kostenlose Alternativen: Filme, Spiele oder Ähnliches können zum Beispiel mit Freunden, Nachbarn oder Verwandten getauscht werden. Auch Bibliotheken sind mittlerweile gut bestückt, was Filme und multimediale Angebote angeht.

  • Die Mischung macht's

    Bei aller Begeisterung für die schöne neue Medienlandschaft: Damit Kinder gesund und munter aufwachsen können, ist ein ausgewogenes Familienleben wichtig. Dazu gehören medienfreie Zeiten, spannende Erlebnisse und Erfahrungen jenseits der Medienwelt. Das heißt aber auch, dass Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, und den Laptop, das Smartphone oder die Fernbedienung öfter mal beiseite legen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um den Mädchen und Jungen glaubhaft einen kritischen und vernünftigen Medienumgang vorzuleben.

  • Infos auf Abruf

    Fernsehen ist für viele Kinder eine attraktive Freizeitbeschäftigung: Sei es um sich zu unterhalten, um Spannendes zu erleben oder Neues zu erfahren. Egal auf welchen Wegen die Geschichten über den Bildschirm flimmern, nach wie vor gilt: Auf die Inhalte kommt es an. Was ist für Mädchen und Jungen attraktiv, welche Serien und Filme sind altersgerecht, was ist für Kinder schwer verdaulich? Unter www.flimmo.tv/sendungsarchiv finden Sie nicht nur das aktuelle Programm von elf frei empfangbaren Sendern, sondern sämtliche Filme und Serien des FLIMMO-Bestands unter »Sendungsarchiv«. So sind Eltern gut informiert, egal ob die Inhalte ganz klassisch im TV laufen, auf Videoplattformen oder in einer App.

    Das große MedienQuiz von FLIMMO und TLM

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