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Fernsehhelden im Netz - Kinder gucken WWW

01.05.2011
Flimmo Broschüre 2-2011

"Wenn ich eine Sendung noch nicht so gut kenne,dann lese ich da zuerst mal, worum es geht."¹ Für die zwölfjährige Lena gehört das Internet als Informationsquelle zum Alltag. Neuigkeiten aus der Film- und Fernsehwelt interessieren sie besonders. Viele Gleichaltrige nutzen zumindest gelegentlich das World Wide Web, schon Grundschulkinder werden durch Verweise im Kinderprogramm auf Begleitangebote im Netz aufmerksam. Selbst für die Jüngsten gibt es spezielle Fernsehseiten, wie zum Beispiel kikaninchen.de. Für Eltern stellen sich viele Fragen: Ist mein Kind für die Internetnutzung alt genug? Welche Angebote machen Sinn? Wie soll der Zugang geregelt werden?

Stars im Rampenlicht – Vor allem bei Mädchen

Bart Simpson, Hannah Montana oder Sponge Bob: Kinder begeistern sich für ihre Stars und Idole aus dem Fernsehen und suchen im Internet nach Informationen und Neuigkeiten. Die zehnjährige Jule zum Beispiel interessiert es, ob Selena Gomez von "Die Zauberer vom Waverly Place" (SuperRTL) "Geheimnisse hat, die sie öffentlich sagt". Vor allem Mädchen wollen mehr zu Stars und Prominenten wissen. Sie orientieren sich an Vorbildern wie Hannah Montana und einige träumen selbst von einer Karriere als Gesangs- oder Filmstar. Die elfjährige Malena informiert sich zum Beispiel über die Dreharbeiten auf der Seite von "Schloss Einstein" (KI.KA), "damit ich weiß, wie das geht und so".

Aktiv sein und spielen
Besonders spannend wird es für Kinder, wenn sie selbst aktiv sein können. Die zehnjährige Lilli erinnert sich an eine Aktion bei "toggo.de": "Da konnte man sich anmelden und dann Szenen von Hannah Montana nachspielen. Das fand ich lustig."
Mit Gewinnspielen haben manche dagegen schon schlechte Erfahrungen gemacht: "Das ist meiner Freundin mal passiert: Sie hat da mitgemacht und hatte alles richtig, aber dann hat sie nichts bekommen. Das ist sehr unfair" (Kristin, 13 Jahre).

Nichts verpassen – alles online sehen?

Kindgerechte WWW-Angebote

Hilfestellung bei der Auswahl kindgerechter WWW-Angebote

Sendungen im Netz
Seit längerem können auf den Senderseiten Serien, Shows und Filme online angeschaut werden – zumindest für begrenzte Zeit. Das hat für junge Serienfans durchaus seinen Reiz. Gerade bei Serien mit fortlaufender Handlung wie bei "Das Haus Anubis" (Nickelodeon) greifen die Mädchen und Jungen auf diese Angebote im Netz zurück, "weil es ziemlich schwierig ist mitzukommen, wenn man eine Folge nicht gesehen hat" (Sven, 11 Jahre). Dass die Inhalte rund um die Uhr verfügbar sind, stellt ein Problem dar: Eine Sendezeitbegrenzung wie im Fernsehen gibt es nicht. So können die Mädchen und Jungen auch Inhalte sehen, die nicht für ihre Altersgruppe geeignet sind.

Videoportale: Vielfalt und Risiken
Einige Kinder nutzen aber auch Videoportale wie "You Tube" und "Clipfish", um sich Ausschnitte oder ganze Folgen ihrer Lieblingsserien anzuschauen. Bei solchen Portalen, die sich nicht explizit an Kinder richten, ist Vorsicht angesagt. Am besten sucht man gemeinsam mit den Kindern nach Altersgerechtem, denn ungeeignete Seiten sind oft nur einen Mausklick entfernt.

Werbung und andere Stolperfalle

Rund um "Film und Fernsehen"

  • www.kinderfilmwelt.de
    Pädagogische Einschätzungen zu Kinderfilmen und Bewertungen von Kindern
  • www.spinxx.de
    Film- und Fernsehkritiken von Kindern für Kinder
  • www.clipklapp.de
    Acht- bis Zwölfjährige veröffentlichen eigene Videoclips und Filme
  • www.dokmal.de
    Alles rund um den Dokumentarfilm für Kinder, inklusive Anleitung zum Selberfilmen

Unübersichtliche Strukturen, Werbung und Online-Shops, Abo-Angebote oder andere kostenpflichtige Dienste stellen Kinder im Netz vor Probleme. So kritisiert der zwölfjährige Tobias die Belästigung durch unangenehme Werbung, die ihn bei der Suche nach einem Ausschnitt von "Galileo" (PRO 7) irritiert: "Wenn ich das anklick‘, kommen als Werbung immer solche Pornobildchen. Das stört, ich klicke dann immer schnell weg."

Anregungen – Wissen im Netz vertiefen

Neben Unterhaltung haben die befragten Kinder im Netz auch Wissenssendungen im Blick, denn dort finden sie vertiefende und weiterführende Informationen zu spannenden Themen. Um das in der Sendung Gezeigte besser nachvollziehen zu können, nutzt Britta (11 Jahre) den Online-Auftritt von "Wissen macht Ah!" (ARD). Dort sieht sie sich die Experimente noch einmal an und findet weiterführende Informationsquellen. Aber auch das Leben in anderen Ländern und und Interessantes zu Tieren, Natur und Umwelt locken Kinder ins Netz. Eltern sollten die Mädchen und Jungen mit Rat und Tat unterstützen, damit sie das WWW als Wissensquelle wahrnehmen und selbst aktiv werden können.

Konkrete Anregungen bietet zum Beispiel die Sendung "kurz & klick" im KI.KA. Die Sendung erklärt, was es mit Blogs, Podcasts und Newsgroups auf sich hat – und im Netz können die jungen Zuschauer ihr neu gewonnenes Wissen ausprobieren und die Ergebnisse veröffentlichen.

Dabei sein ist alles? Gemeinschaft im Netz

Egal ob bei den Internetauftritten von "Hannah Montana" oder "Schloss Einstein": Nach dem Vorbild von Facebook und Co. haben viele TV-Seiten für Kinder sogenannte Social Community-Angebote im Programm. Eltern sollten genau prüfen, ob der virtuelle Raum angemessen und kindgerecht gestaltet ist. Gibt es Werbung, Online-Shops oder Abo-Fallen? Werden die Kinder aufgefordert, persönliche Daten preiszugeben? Sind Chats und andere Kommunikationskanäle "kindersicher"?
Ein empfehlenswertes Angebot, das diese Anforderung erfüllt, ist "meinkika.de". Erst nach einer schriftlichen Erlaubnis der Eltern können sich die Kinder hier anmelden. So wird sichergestellt, dass die Eltern Bescheid wissen und dass die Mädchen und Jungen in der Community ausschließlich auf ihresgleichen treffen. Außerdem werden sämtliche Chats und Foreneinträge geprüft. So können Kinder in einem geschützten Raum Erfahrungen mit sozialen Netzwerken sammeln.

Infos, Rat und Hilfe zum Thema "Kinder und Internet"

www.internet-abc.de/eltern
Basiswissen zu Themen rund um das Internet. Außerdem können Eltern und Kinder einen "Netzführerschein" ablegen.

www.klicksafe.de
Beiträge zu "Internetsicherheit und Schutz im Internet" für Kinder und Jugendliche sowie Eltern und Pädagogen.

www.surfen-ohne-risiko.net
Informationen für Kinder und Jugendliche, ein Familienquiz und kreative Anregungen zum Selbermachen und Ausprobieren.

www.jugendschutz.net
Kümmert sich um die Einhaltung des Jugendmedienschutzes und sammelt Hinweise auf problematische Internetangebote. Außerdem gibt es eine Zusammenstellung interessanter Materialien.

www.internauten.de
Spiele, Informationen und ein Clubangebot rund um den richtigen Umgang mit dem Internet für Kinder und Jugendliche.

¹FLIMMO hat im November 2010 59 Kinder dazu befragt, ob und wie sie fernsehbezogene Internetseiten nutzen. Den Ergebnisbericht gibt es zum Nachlesen unter hier.

Das große MedienQuiz von FLIMMO und TLM

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