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Feste feiern, statt feste fernsehen – Wie man die

20.12.2003

„Ich schaue sehr, sehr viel Fernsehen und spiele Computer. Ferien halt, da spielt man doch ganz viel Computer. In den Weihnachtsferien, da kommen auch mit die besten Filme vom ganzen Jahr, das ist cool." Dem zwölfjährigen Maximilian kommt die viele Freizeit rund um Weihnachten, Silvester und Neujahr sehr gelegen: Das Fernsehen wartet von morgens bis abends mit spannenden Spielfilmen auf. Die restliche Zeit wird dringend für die neuesten Playstation-, Gameboy- oder PC-Spiele gebraucht, die unter dem Weihnachtsbaum lagen. Fernsehsender und andere Medienunternehmen nutzen die Gunst der Stunde, um gutes Geld mit hohen Einschaltquoten oder kostspieligen Produkten zu verdienen. In den ohnehin feiertagsgestressten Familien bieten das überbordende Fernsehangebot und die ausufernden Medien- und Konsumwünsche der Kinder weiteren Konfliktstoff.

Fernsehen an Weihnachten: viel geboten

„Wenn wir auf Christkind warten, schauen wir immer Fernsehen. Damit wir die Spannung besser aushalten können", erklärt die zehnjährige Christine. Manchen Eltern mag das ganz gelegen kommen, ist die Aufmerksamkeit doch auf die Vorbereitung von Bescherung und Christbaumschmücken, Festessen und Verwandtenbesuche gerichtet. Wer ist da nicht froh, wenn er nicht auch noch zappelige Kinder am Hals hat. Dass Kinder an den Feiertagen generell mehr fernsehen wollen als sonst, ist aus ihrer Sicht verständlich: Zum einen haben sie viel freie Zeit, zum anderen birgt das Programm viele Highlights, die Kinder interessieren, im Idealfall sogar gute Unterhaltung für die ganze Familie bieten können. Dieses (Über-)Angebot hat allerdings auch seine Kehrseite. Manche Kinder – wie Maximilian – sind so begeistert von der Programmfülle, dass sie schier kein Ende finden und sich von der Mattscheibe nicht mehr losreißen können.

Auch an den Feiertagen: harte Kost am Abend

Egal, ob Weihnachten, Neujahr oder Ostern: Wenn die Zuschauerinnen und Zuschauer viel freie Zeit haben, ist der Konkurrenzkampf um die Gunst des Publikums besonders groß. Für die Prime Time setzten zwar die meisten Sender auf Familienprogramm, ab 22 Uhr ist jedoch bei einigen Sender knallharte Action angesagt. So schießt sich Arnold Schwarzenegger z.B. auf RTL am ersten Weihnachtsfeiertag durch den Film „Terminator2", bei PRO 7 läuft an Heiligabend der Fantasy-Actionfilm „Highlander". Für Eltern heißt das: Auch an den Feiertagen ist um 22 Uhr besser Schluss mit dem Fernsehen. Und auch sonst empfiehlt es sich, ein Auge aufs Programm zu haben. Denn nicht alles, was an den Feiertagen im Fernsehen zu sehen ist, sollte Kindern zugemutet werden.

Feiertage ohne Familienstress

Zum Thema „Feiertage und Familie" hat FLIMMO Martina Weisensel der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien in Kronach befragt:

Ist die Weihnachtszeit für die Familie die reine Freude?
Die meisten Menschen freuen sich auf die Weihnachtszeit und knüpfen sehr hohe Erwartungen daran. Viele Menschen sehnen sich nach einem harmonischen Familienfest und natürlich soll das Essen allen schmecken und die richtigen Geschenke dürfen auch nicht fehlen. Da ist der Druck groß und Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Und wenn es bereits Konflikte in einer Familie gibt, kann es sein, dass an Feiertagen, an denen man mehr Zeit als sonst zusammen verbringt, genau solche schwelenden Konflikte aufbrechen.

Welchen Rat haben Sie für Eltern?

  • Planen Sie genügend Zeit für die Vorbereitungen ein. Beteiligen Sie ruhig alle Familienmitglieder daran und treffen Sie klare Absprachen über die Aufgabenverteilung.
  • Sprechen Sie in der Familie über Erwartungen, über Wünsche und über Ideen für die Gestaltung der Feiertage.
  • Klären Sie gemeinsam, was für die Familie wichtig ist und worauf verzichtet werden kann. Nicht alle Forderungen, z.B. die aus der Verwandschaft müssen erfüllt werden.
  • Klären Sie möglichst konkret, welche Aktivitäten – vom Kirchgang bis zum Eislaufen – unternommen werden können und planen Sie auch Freiräume für Rückzug und Entspannung für diese Tage ein.
  • Setzen Sie Ihre Erwartungen nicht zu hoch, sondern realistisch an und akzeptieren Sie, dass auch an Weihnachten alltäglicher Streit und Konflikte normal sind.

Tipps für die Feiertage:

Angesichts des Überangebots, der zahlreichen Ecken und Kanten und einiger echter „Härtefälle", mit denen das Programm aufwartet, sollte man den Fernsehwünschen der Mädchen und Jungen nicht einfach freien Lauf lassen. Um mit der ganzen Familie „heil" durchs Programm zu kommen, hier einige Tipps und Anregungen:

  • Gemeinsam Interessantes herauspicken
    Gerade wenn so viel geboten wird, wie an Weihnachten und Neujahr, ist eine Auswahl Pflicht. Wichtig ist, dass den Kindern dabei ein Mitspracherecht gewährt wird und auch ihre Wünsche besprochen werden.
  • Fernsehen ruhig mal zum Familienereignis machen
    Den meisten Kindern macht es viel mehr Spaß, sich gemeinsam mit dem Rest der Familie einen spannenden Film anzusehen als alleine. Für die Eltern bietet so ein gemeinsames Filmerlebnis die Chance, mit dem Nachwuchs anschließend darüber zu sprechen. Einige Programm-Highlights bieten sich für solche Fernseh-Familienereignisse besonders an, wie z.B. „Monty Spinneratz" auf RTL.
  • Mit dem Videorekorder Vorratshaltung betreiben
    Damit sowohl Kinder als auch Erwachsene nicht unter Druck geraten, nur ja nichts an interessanten Sendungen zu verpassen, kann der Videorekorder Abhilfe schaffen. Das Aufgezeichnete kann man später in aller Ruhe anschauen, wenn mal wieder nichts Spannendes auf dem Programm steht.
  • Fernseherziehung: Ein Fall für die ganze Familie
    Die besten Regelungen nützen nichts, wenn bei Oma und Opa, bei Tanten und anderen Verwandten alles erlaubt ist, was daheim verboten ist. Deshalb ist es wichtig, bei den Absprachen zur Fernseh- und Medienerziehung von Kindern die Verwandtschaft von Kindern mit einzubeziehen. Was zu Hause nicht angeschaut werden darf, muss auch bei den Großeltern tabu sein!

Das große MedienQuiz von FLIMMO und TLM

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