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Guck doch mal ... über's Fernsehen hinaus

05.01.2004

Wenn es ums Fernsehen geht, sind viele Kinder Experten. Und sie haben längst entdeckt, dass nicht nur auf der Mattscheibe „ihre" Stars und Lieblingsfiguren auftreten. Egal, für welche Altersgruppe: Die Fernsehanbieter haben ihre Angebote in den letzten Jahren konsequent erweitert. Kein Sender, der nicht eine aufwändig gestaltete Internetseite präsentiert. Oft wird das Ganze von einem Clubangebot begleitet, das zusätzliche „Attraktionen" verspricht. Dabei gibt es zwei Sorten von Angeboten: Solche, die extra für Kinder gemacht sind und die ihnen tatsächlich einiges zu bieten haben, und solche, die nur als Werbeplattformen fungieren. Die reinen Kommerzangebote sind kaum kindertauglich: Die Seiten sind vollgepfropft mit Werbebannern, Angeboten für die neuesten Klingeltöne und Handy-Logos usw.

„Willkommen im Club" – Was sich die Sender versprechen

Was sich die Sender mit dem Club- und Internetangebot versprechen, ist klar: Egal, ob jung oder älter, Zuschauerbindung heißt die Devise. Solche Angebote wecken Interessen, die durch das TV-Programm befriedigt werden und umgekehrt. Zum Beispiel plaudern die Stars des Showbusiness im Netzauftritt aus dem Nähkästchen. So wird die Neugier auf die neueste Serie bzw. den neuesten Film mit diesem Star geweckt. Und natürlich erfährt man im Netz gleich Ausstrahlungstermin und weitere Details.
Außerdem geht es bei den Seiten der kommerziellen Fernsehsender auch und vor allem ums Geldverdienen: Werbung für Konsumartikel, Merchandising-Artikel, Handy-Verträge usw. bringen enorme zusätzliche Einnahmen. Die maximale Zuschauerbindung wird mit den sogenannten Fernsehclubs erreicht, die das Publikum mit „exklusiven" Angeboten, wie Verlosungen, Einladungen zu Filmpremieren und Ermäßigungen aller Art locken.

„Da gibt's was für Kinder!" – Was die Fernsehclubs Kindern bieten

Spezielle Fernsehclubs für Kinder erfüllen schon eher den Anspruch, ihnen mehr zu bieten, als nur Konsum. Besonders lohnenswert für Kinder sind Angebote, die sie anregen, im Netz und auch in der Realität aktiv zu werden. „Der Tigerenten Club" der gleichnamigen ARD-Sendung zum Beispiel, hat einiges in dieser Richtung auf Lager: Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, eine Club-Zeitschrift, die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Sendungen zu schauen – das Ganze gibt es allerdings nicht umsonst: Von den Eltern ist ein jährlicher Mitgliedsbeitrag zu entrichten. Ein Highlight des „Tigerenten Clubs" ist die „Jahresaktion", die jedes Mal unter einem anderen Motto läuft. Ging es in vergangenen Jahren zum Beispiel um das Thema „Toleranz", steht heuer „Wissen macht Spaß" auf dem Programm. Sowohl in der Sendung als auch im realen Leben gibt es jede Menge Aktionen rund ums Thema „Wissensdrang".
Die Internetplattform des ZDF-Kinderprogramms „tivi.de" lädt zu Entdeckungsreisen durch die Fernsehwelt ein. Mit dem Know-how zu einzelnen Sendungen und interessantem Hintergrundwissen sollen Kinder das Medium Fernsehen besser durchschauen lernen. Außerdem können sie ihre Fragen und Meinungen zu einzelnen Themen und Problemen loswerden.
Auch SuperRTL geht mit „toggo.de" über Wissenswertes zum Programm hinaus: Kindgerechte Informationen zu aktuellen Themen sind hier ebenso zu finden wie kleine Spiele, Bastelanleitungen und vieles mehr. Allerdings finden sich hier auch viele Werbeangebote für die Zielgruppe. Aktionen wie „Bob hilft Kindergärten" bieten Kindern die Gelegenheit, sich für die Belange ihrer eigenen Generation einzusetzen. Ebenfalls von SuperRTL ist der „Toggolino Club". Das kostenpflichtige Internetangebot enthält Lernspiele für Kinder zwischen drei und acht Jahren, eingebunden in kleine Geschichten rund um die SuperRTL-Stars „Bob, der Baumeister" und „Barney".
Kostenfrei ist das Angebot von „Graslöwen TV", das Kindern das Thema Umwelt näher bringt: Im Fernsehen laufen Serien wie „Die Graslöwen" (ZDF) oder „Die Hollies" (KI.KA) unter diesem Label, die Internetplattform bietet Dokumentationen zu Kinder-Umweltprojekten und Anregungen, das Thema Umwelt in der eigenen Umgebung aktiv mitzugestalten.
Für Kinder über zwölf Jahren und Jugendliche sind die „Kinderangebote" kaum noch interessant: Sie suchen sich andere „Clubs" zum Beispiel bei den Musiksendern VIVA und MTV oder die interaktive Fernseh-Internet-Plattform „GIGA".

„Ich will auch mal mitmachen" – Was Kinder reizt

Egal, ob in einer Spielshow wie „Spielegalaxie" auf SuperRTL oder in Magazinsendungen wie „Tabaluga tivi" im ZDF, sind Kinder die Hauptpersonen. Als Rateteams zum Beispiel wird vor dem Fernsehschirm mitgefiebert. Können sich die Kinder daheim auch noch per Telefon oder Internet selbst beteiligen, steigt der Reiz. Dass man bei Angeboten von „toggo" bis „tivi" auch seine Meinung kundtun kann, ist vielen Mädchen und Jungen besonders wichtig. Schließlich kommt es nicht allzu oft vor, dass ihre Sicht der Dinge gefragt ist. Da Kinder von Haus aus gerne aktiv sind, sind sie für Angebote im Internet leicht zu begeistern, die über das reine Konsumieren hinaus gehen: Malen, Basteln, Experimentieren und Zaubertricks ausprobieren, kommt bei ihnen an. Besteht dann noch die Möglichkeit, sich mit seinen Werken oder Ideen an einem Wettbewerb zu beteiligen und vielleicht mit dem eigenen Beitrag im TV oder Internet präsentiert zu werden, ist die Motivation besonders hoch.
Sehr wichtig sind den meisten Kindern die Figuren, die durchs Programm oder den Internetauftritt führen: Beim „Tigerenten Club" sind zum Beispiel die bekannten Janosch-Figuren Publikumsmagnet, bei „toggo.de" zieht „Bob, der Baumeister" die Fans an. Figuren, die Kindern schon im Programm ans Herz gewachsen sind, haben gute Chancen, sie auch für andere Aktivitäten in der Realität zu motivieren.

„Lieber genau hinschauen" – Was Eltern wissen sollten

Geht es um Zusatzangebote im Kinderfernsehen, sind Eltern gut beraten, genau hinzuschauen: Zunächst ist es wichtig, anregende Angebote herauszufinden, die breite Aktivitäten anzubieten haben. Dann muss das Ganze natürlich den Geschmack der Kinder treffen, denn die besten pädagogischen Konzepte gehen ins Leere, wenn Kinder sich gelangweilt abwenden.
Mindestens genauso wichtig ist es, die einzelnen Angebote auf Vermarktungsstrategien hin abzuklopfen: Wird offene Werbung für Produkte getrieben, werden bei Kindern gezielt Bedürfnisse geweckt? Wie stark stehen bei Internetangeboten so genannte Clubshops o.ä. im Mittelpunkt? Wird gar mit versteckteren Werbeformen gearbeitet, z.B. über Bestellhotlines? Gerade Kinder mit weniger Medienerfahrung können in solche offenen oder versteckte Werbefallen hineintappen. Deshalb sollten Eltern die jungen Fernseh- und Internetnutzer frühzeitig für solche Tricks und Schliche der Unterhaltungsindustrie sensibilisieren.

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