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Online Fernsehen - Möglichkeiten & Risiken

02.05.2017

Mutter und Tochter verfolgen Gilmore Girls bei Netflix, Papa fiebert beim Sportsender auf dem Laptop mit, Sohneman schaut Gronkh auf YouTube und die jüngste Tochter hat auf dem Tablet-PC ihren Spaß mit der Pettersson und Findus-App. Der Medienalltag von Familien hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert, das Fernsehen ist in vielerlei Hinsicht mobil geworden. Auch wenn das klassische TV gerade bei Kindern als Freizeitvergnügen immer noch sehr beliebt ist, haben neue Verbreitungswege Einzug gehalten. Das Angebot ist verlockend: Jeder kann sich jederzeit und überall, zeitunabhängig das eigene Programm zusammenstellen. Dank Internet sind die Geräte multifunktional und die Zugänge individuell. Das bietet Vorteile für Jung und Alt, bringt aber auch neue Probleme und Herausforderungen mit sich.

WAS GIBT'S?
ANGEBOTE & ENTWICKLUNGEN

Videoportale erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Kostenpflichtige Angebote wie Netflix, Watchever, Maxdome, Sky Ticket oder Amazon Prime Video liefern Serien und Filme, die über PC, Smart-TVs, Spielekonsolen oder mobile Geräte wie Tablets oder Smartphones abgerufen werden können. Gegen eine monatliche Gebühr stehen mehr oder weniger aktuelle Serien und Spielfilme, aber auch Dokumentationen und Shows zur Verfügung. Manche Anbieter haben Bereiche für Kinder, andere sind sogar ausschließlich auf Kinderprogramme spezialisiert.

Einige Vorteile liegen auf der Hand: Die Inhalte können nach individuellen Vorlieben zeitunabhängig und ohne Werbeunterbrechungen genutzt werden. Statt das Alltagsleben dem Fernsehprogramm anzupassen, steht die Lieblingssendung immer genau dann auf dem Programm, wenn es passt. Auch die Mediatheken der Sender zeigen viele Inhalte online, auf den ersten Blick sogar kostenlos. Grundsätzlich sollte man sich aber bewusst sein, dass es auch im Internet nichts umsonst gibt. Entweder fließt tatsächlich Geld in Form von Rundfunkbeitrag oder einer Abo-Gebühr. Oder man zahlt mit seinen Daten, die für Werbezwecke genutzt werden. Sowohl öffentlich-rechtliche Sender als auch Privatsender sind im Netz vertreten. Für Kinder ist zum Beispiel die Mediathek des ZDF-Kinderprogramms (tivi.de/mediathek) eine echte Fundgrube.

Nicht zu vergessen die Videoplattform YouTube, die vor allem bei älteren Kindern und Jugendlichen angesagt ist. Im Gegensatz zum Fernsehen ist dabei Interaktion möglich: Clips werden kommentiert und verschickt, ein eigener Kanal kann ohne großen Aufwand eingerichtet werden. Wie dabei Produkte vermarktet werden und welche Rolle die YouTube-Stars als sogenannte »Influencer« (engl.: »Beeinflusser«) spielen, ist vielen Kindern (und Erwachsenen) nicht unbedingt bewusst.

Aber es gibt auch die »dunkle Seite« der Netzangebote: Sogenannte Filehoster und Tauschbörsen sollten auf jeden Fall tabu sein, da sie illegal sind und sich nicht an rechtliche Vorgaben halten. Ganz zu schweigen von den Scherereien und Kosten im Falle einer juristischen Auseinandersetzung.

 

DER RICHTIGE UMGANG

Bei diesem vielfältigen Angebot ist es nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Egal ob kostenpflichtig oder kostenlos: Eltern müssen entscheiden, wer was in welchem Alter und in welchem Umfang nutzen darf. Eines haben alle Angebote gemeinsam: Die Verbreitung wird durch das Internet ermöglicht. Das stellt Eltern vor nicht unerhebliche Probleme. Wie regle ich den Zugang für unterschiedlich alte Kinder? Wie ist es im Netz um Datenschutz und Sicherheit bestellt? Grundsätzlich gilt: Technische Maßnahmen (siehe Kasten »Technischer Jugendmedienschutz«) können Abhilfe schaffen. Am Wichtigsten sind aber ein stabiles Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern und klare Regeln zur Nutzung von Internetinhalten.

Technischer Jugendmedienschutz

In einigen Betriebssystemen können Einstellungen vorgenommen werden, die die Nutzung des Computers und Internets einschränken. Wer erweiterte Schutzfunktionen haben möchte, muss sich zusätzliche Software installieren. Während die meisten Programme fi lterbasiert den Besuch von bestimmten Seiten erlauben oder einschränken, bietet die kostenlose Jugendschutzsoftware JusProg eine besondere Funktion. Dieses Programm kann die von den Anbietern vorgenommenen Alterseinstufungen (»Label«) der Internetseiten auslesen. Es bietet nur Zugang zu Seiten, die der von den Eltern gewählten Alterseinstellung entsprechen. Achtung: Wird ohne Jugendschutzprogramm gesurft, können auch Inhalte, die erst ab 16 oder 18 Jahren eingestuft sind, im Netz rund um die Uhr zugänglich sein – etwa in den Mediatheken der Privatsender.

Weitere Infos: www.klicksafe.de/jugendschutzfilter und www.jugendschutzprogramm.de (JusProg).

KINDGERECHTE AUSWAHL
WORAUF ELTERN ACHTEN SOLLTEN

Die wichtigste Faustregel: Der Medienumgang muss dem Alter der Kinder angemessen sein. Verständnis, Verarbeitungsmöglichkeiten und Vorlieben entwickeln sich. Das Medienangebot muss daher auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten  der jeweiligen Altersstufe zugeschnitten sein. Kleinkinder bis etwa zwei Jahre sollten ohne mediale  Reize ihre Umgebung erkunden können. Wichtigste  Bezugspunkte sind die Eltern, die fassbare Umwelt  wird von den Kleinen mit allen Sinnen »begriffen«.  Das ist für ihre Entwicklung zentral, Medien sind  dabei weder notwendig noch sinnvoll. Mit etwazwei Jahren interessieren sich die Mädchen und  Jungen auch mehr und mehr für die medialen Gerätschaften, die in vielen Familien präsent sind.  Hörgeschichten, digitale Wimmelbilder oder kurze  Clips auf dem Tablet können gemeinsam ausprobiert werden.

Bei den Grundschulkindern wird es mit der Medienerziehung schon kniffliger: Digitale Spielgeräte  (siehe Kasten »Spielekonsolen«) stehen auf der  Wunschliste, ebenso wie das eigene Smartphone  oder der Zugang zu Sozialen Netzwerken. Spätestens im Schulalter müssen die Mädchen und  Jungen lernen, sich ihre Zeit gut einzuteilen. Eine  sorgfältige Auswahl ist bei der Masse an medialen  Angeboten besonders wichtig. Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern entscheiden, was  sinnvoll ist. Orientierungshilfe für Eltern samt Kinderperspektive gibt es online unter www.flimmo.tv,  auch zu Filmen und Serien, die derzeit nicht im  Fernsehen laufen.

Älteren Kindern und Jugendlichen ist die Abgrenzung von den Eltern wichtig, da sind Auseinander-setzungen – auch zum Thema Inhalte und Mediennutzung – vorprogrammiert. Außerdem gewinnen  Soziale Netzwerke und Internetdienste für diese  Altersgruppe an Bedeutung; nicht nur zur Unterhaltung, auch die Kontaktpflege im Freundeskreis  spielt dabei eine Rolle. So werden Bilder und Filmclips auf WhatsApp oder Instagram geteilt und  kommentiert, auf YouTube-Kanälen Trends gesetzt  und Neuigkeiten zu Stars auf Twitter verfolgt. Die  Onlinewelt der Großen ist aber nicht ohne  Stolpersteine: Unangemessene Inhalte, Datenschutzfragen oder auch Cybermobbing können zum Problem  werden.

MITGESCHNITTEN
PERSÖNLICHKEITSRECHTE,  DATENSCHUTZ UND SICHERHEIT

Nicht erst seit den neuesten »WikiLeaks«-Enthüllungen, ist Überwachung im Netz ein Thema – zum Beispiel mit Hilfe von Smart-TVs und anderen  vernetzten Geräten. Da stellt sich die Frage, wie  Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit  der neuen Medienwelt lernen sollen, wenn schon  viele Erwachsene überfordert sind. Bei allen  Zweifeln gibt es einige Tipps, die Kinder und Eltern  beherzigen können. Wichtig ist, möglichst wenig persönliche Daten im Netz preiszugeben. Egal, ob bei der Anmeldung auf einer Videoplattform oder bei einem Gewinnspiel. Auch der Umgang mit mehr oder weniger versteckten Werbeformen  im Internet will gelernt sein.

Alle sind in der Pflicht, sich an Spielregeln im Netz  zu halten. So hat jeder zum Beispiel ein Recht am  eigenen Bild – was beim Teilen und Liken auf  Facebook und Co. oft aus dem Blick gerät. Auch das Risiko, mit unangemessenen Inhalten oder  Cybermobbing in Berührung zu kommen, sollte Kindern und Eltern bewusst sein. Tipps und Anregungen, wie man Kinder für mögliche Probleme  sensibilisiert und sie für die selbstständige Internetnutzung wappnen kann, gibt es unter anderem  auf www.klicksafe.de, www.webhelm.de oderwww.i-kiz.de.

Tipps für Eltern

Gemeinsam schauen

Bei aller Individualität durch die neuen Zugangswege: Gemeinschaftserlebnisse
sind wichtig! Ein Filmhighlight mit liebevollen Bezugspersonen anzuschauen, ist für Kinder Gold wert. Das stiftet Geborgenheit und Gesprächsanlässe. Eine verantwortungsbewusste Begleitung von Anfang an fördert die Kompetenz im Umgang mit Medien.

Auch bei älteren Kindern dranbleiben

Auch wenn ältere Kinder schon richtige »Medienprofis« zu sein scheinen: Auch sie
brauchen Unterstützung, Begleitung und mitunter Grenzen. Vor allem, wenn sie sich nur noch in virtuellen Welten bewegen oder die Finger nicht vom Smartphone lassen können.

Das »Medienleben« nicht übertreiben

Lassen Sie sich den Alltag nicht von Medien diktieren. Zu einem ausgeglichenen
Familienleben gehören medienfreie Zeiten und gemeinsame Aktivitäten. Regen Sie die Kinder an, draußen zu spielen, sich zu bewegen und Freundschaften zu pflegen. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Am besten Familienregeln vereinbaren, an die sich alle halten müssen wie etwa smartphonefreie Zeiten, zum Beispiel während des Essens und im Urlaub oder keine Geräte im Schlafzimmer.

Das große MedienQuiz von FLIMMO und TLM

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