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Tod, Trauer, Abschiednehmen - Ernste Themen für Kinder

01.01.2011
Flimmo Broschüre 1-2011

Trauer und Verlust gehören zum Leben. Früher oder später werden auch Kinder mit dem Thema konfrontiert. Nicht selten durch Gespräche und Situationen in der Familie oder im Freundeskreis, aber auch durch die Medien. Irgendwann kommt der Tag, an dem Kinder ihre Eltern fragen, was Sterben bedeutet. Und nur die Wenigsten haben darauf auf Anhieb eine passende, kindgerechte Antwort. 

Auf das Alter kommt es an

Kinder bis Mitte des Grundschulalters können sich nichtvorstellen, dass der Tod eine endgültige Sache ist. Sie haben ein anderes Zeitempfinden als Erwachsene und begreifen nicht, was "für immer" bedeutet. Wenn ein Mensch nicht mehr da ist, erwarten sie, dass er irgendwann wiederkommt. Gerade bei dieser Altersgruppe ist es wichtig, mit Erklärungen vorsichtig und behutsam zu sein, um sie nicht zu überfordern. Ältere Schulkinder haben meist schon verinnerlicht, dass der Tod endgültig ist, beziehen dieses Wissen aber nicht auf sich. Für Jugendliche wird die Beschäftigung mit der eigenen Sterblichkeit und der Frage, was nach dem Tod kommt, mit zunehmendem Alter immer wichtiger.

Was kommt im Fernsehen?

Das Thema Tod begegnet Kindern in Film und Fernsehen in vielfältiger Form. In Nachrichten, in Spielfilmen aber auch im Kinderprogramm können Tod, Verlust und Trauer vorkommen. Je nach Art der Aufbereitung, können  solche Szenen oder Sendungen Kinder entweder verstören oder ihnen helfen, das Thema auf konstruktive Weise aufzuarbeiten.

Wissensendungen - Schwieriges einfühlsam erklärt

Wie man das Thema Tod, Trauer und Abschiednehmen für Kinder verständlich aufbereitet zeigt die Sendung "Willi will’s wissen" (ARD/KI.KA) in der Folge "Wie ist das mit dem Tod?". Moderator Willi begibt sich darin wie gewohnt auf Spurensuche: Was bedeutet Sterben, was kommt nach dem Tod, wie kann man von kranken Menschen Abschied nehmen? Er lässt sich von einem Bestatter erklären, wie eine Beerdigung abläuft. Er spricht mit einem Pastor über die Frage „Was ist nach dem Tod?“. Er führt ein Gespräch mit einem älteren Herren, dem bewusst ist, dass er sterben wird und sich daher von seiner Familie verabschiedet. Die Sendung bietet Eltern Anknüpfungspunkte, um mit Kindern über das Sterben zu sprechen. So berichtet eine Mutter: „Da kam bei "Willi will‘s wissen" eine Sendung über den Tod. Das ist ein Thema, das Lisa schon unheimlich beschäftigt hat, seit mein Vater gestorben ist. Das hat sie sehr bewegt und wir haben lange Diskussionen geführt.“¹

Wissens- und Informationsendungen für Kinder wie "pur+", (ZDF), "Wissen macht Ah" (ARD), oder "Die Sendung mit der Maus" (ARD) sparen solch ernste Themen nicht mehr aus, sondern versuchen altersgerecht Antworten auf die Fragen der Kinder zu geben – auch wenn das aus Erwachsenenperspektive mitunter schwerfällt.  

Schwerer Stoff leichter gemacht - Spielfilme für Kinder

Weitere interessante Filme

für unterschiedliche Altersstufen:

  • Kannst du pfeifen Johanna?
    (Schweden, 1995): ab 6 Jahren
  • Das Zauberflugzeug
    (Frankreich, 2007): ab 8 Jahren
  • Die Brüder Löwenherz
    (Schweden, 1977): ab 8 Jahren
  • Jenseits der Stille
    (Deutschland, 2001): ab 10 Jahren

 

Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, dass die Perspektive der Kinder berücksichtigt wird und die Geschichte an ihren Alltagserfahrungen anschließt. Der Romanverfilmung "Die Brücke nach Terabithia" gelingt das überzeugend: Der elfjährige Jess ist in seiner eigenen Familie und in der Schule ein Außenseiter. Nur im Sport kann er glänzen, bis ihn Leslie, die Neue in seiner Klasse, völlig unerwartet im Wettrennen besiegt. Aus Rivalität entwickelt sich schnell eine enge Freundschaft. Im nahegelegenen Wald schaffen sich die beiden die wundersame Fabelwelt Terabithia, die zum Fluchtpunkt wird. Als Leslie bei einem Ausflug nach Terabithia durch einen Unfall ums Leben kommt, gerät Jess in einen Strudel von Selbstvorwürfen und Trauer. Doch dank der Kraft, die der Junge aus seinen Erinnerungen an diese ungewöhnliche Freundschaft zieht, wächst er über sich hinaus und schöpft neuen Lebensmut.

Auch in dem Spielfilm "Mondscheinkinder" gelingt es Kindern ihre Fantasie zu nutzen, um mit einem schweren Los fertig zu werden. Die 13-jährige Lisa kümmert sich zu Hause um ihren jüngeren Bruder Paul. Weil er an einer unheilbaren Hauterkrankung, der „Mondscheinkrankheit“ leidet, darf er nicht ans Tageslicht und verbringt deshalb jeden Tag in seinem abgedunkelten Zimmer. Um ihn zu trösten, erfindet Lisa eine faszinierende Fantasiewelt, mit ihm als Raumschiffkapitän im Mittelpunkt. Die äußerst einfühlsame Geschichte ist eine Mischung aus Märchen und der ernsthaften Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Trauer und Abschiednehmen.

Fazit: Gemeinsam stark sein

Für Kinder ist es wichtig, dass die Beschäftigung mit Trauer und Abschiednehmen in einem geborgenen Rahmen stattfindet. Werden Kinder in Film und Fernsehen mit diesen Themen konfrontiert, sollten sich erwachsene Mitseher auf Fragen, Ängste und Unsicherheiten einstellen. Die Mädchen und Jungen brauchen Unterstützung und Raum für offene Gespräche, um die eigenen Gedanken und Gefühle auszudrücken.

¹ FLIMMO-Kinderbefragung "Informations- und Wissenssendungen" (2004)

Literaturtipps

  • "Hat Opa einen Anzug an?"
    von Amelie Fried und Jacky Gleich, ab 6 Jahren   
  • "Lilly ist ein Sternenkind"
    von Heike Wolter und Regina Masaraccia, ab 6 Jahren   
  • "Abschied von Rune"
    von Wenche Oyen, ab 8 Jahren
  • "Es sind die Wolken, die die Sterne bewegen"
    von Torun Lian, ab 10 Jahren

"Kinder haben einen gesunden Weg, mit Trauer umzugehen ..."

Ein Interview mit Detlef Bongartz, Dipl.-Heilpädagoge, Familientrauerbegleiter, spezialisiert auf Kinder.

Das große MedienQuiz von FLIMMO und TLM

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