Flimmo.tv
Suchen in:
Aktuelles TV-Programm Sendungsarchiv

Wenn, dann richtig! Familienfernsehen an den Feiertagen.

24.12.2004

Rund um die Feiertage ist viel Zeit für die Familie. Wenn der Vorweihnachtsstress überstanden ist und Kinder und Erwachsene mehr oder weniger einträchtig zusammenfinden, steht bei vielen auch gemeinsames Fernsehen auf dem Programm. Doch es ist gar nicht so einfach, alle Vorlieben und Wünsche unter einen Hut zu bringen. Kein Wunder, denn je nach Alter tragen Kinder unterschiedliche Bedürfnisse an das Fernsehen heran. Was den Älteren spannende Unterhaltung verspricht, kann die Jüngeren überfordern, während das, was die Kleinen interessiert, den Größeren keine Anreize bietet. Trotz verschiedener Interessen bietet das weihnachtliche Programm einiges, was als „Familienhighlight“ taugt. Wichtig ist, dass Eltern und Kinder gemeinsam entscheiden, was angeschaut wird. Im Folgenden gibt es Hinweise, die sich alle auf das Spielfilmangebot der Feiertage beziehen.

Die Kleinsten: In der Kürze liegt die Würze

Gerade Vorschulkinder (die Drei- bis Sechsjährigen) schätzen und brauchen beim Fernsehen Begleitung von Eltern oder älteren Geschwistern, weil sie noch nicht alles verstehen. Es sollte klar sein, dass sich die Kleinen noch nicht so lange konzentrieren können. Sie zum Stillsitzen zu verdonnern, wäre verkehrt: Eifriges Nachfragen, Mitklatschen oder ausgelassene Turnübungen auf dem Sofa sind in diesem Alter eine ganz normale Art, die Sinneseindrücke aus dem Fernsehen zu verarbeiten – oder sich ihnen zu entziehen, wenn es zuviel wird.
Für diese Altersgruppe sind Sendungen attraktiv, die ihre Neugier auf die fassbare Alltagswelt und nahe Umgebung aufgreifen. Zeichentrick- oder Knettrickfilme, die in kurzen Episoden kleine, lustige Geschichten erzählen, kommen ihnen entgegen. Am meisten Spaß machen ihnen kindliche Figuren, die nach kleinen Abenteuern wieder in die Obhut der Familie zurückkehren, wie in den Zeichentrickfilmen „Lars, der kleine Eisbär" (KI.KA, 26.12., 17 Uhr) und „Das Krümelfest im Mäusenest" (SuperRTL, 24.12., 14.40 Uhr). Auch „Neues von Petterson und Findus" (ZDF, 26.12., 10.15 Uhr) hat Vorschulkindern viel zu bieten: Zum einen das bunte Leben auf dem Bauernhof, zum anderen, dass mit Petterson und Findus ein Großer und ein Kleiner lernen, miteinander auszukommen. Dabei sind diese Zeichentrickfilme so sorgfältig und liebevoll gemacht, dass auch ältere Kinder nicht „leiden“ müssen, wenn sie gemeinsam mit den Kleinen vor dem Fernseher sitzen.
Weil Vorschulkinder von ihren Lieblingsgeschichten oft nicht genug bekommen können, bietet sich die Aufzeichnung mit dem Video- oder DVD-Rekorder an. So können längere Zeichentrickfilme bei Bedarf auch häppchenweise angeschaut werden.

Die Grundschüler: Spaß wird groß geschrieben

Kinder im Grundschulalter haben schon mehr Erfahrung mit dem Fernsehen. Mit zunehmendem Alter können sie auch längeren und komplizierteren Geschichten folgen. Vorausgesetzt, diese sind überschaubar und drehen sich um Inhalte, an denen die Kinder mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen anknüpfen können. Dabei dürfen auch fantastische Elemente eine Rolle spielen, wie in „Das Sams" (ARD, 1.1., 18.10 Uhr). Der ebenso originelle wie turbulente Spielfilm vom Fabelwesen Sams, das mit seinen Wunschpunkten die Erwachsenenwelt auf den Kopf stellt, ist im besten Sinne familientaugliche Unterhaltung.
Ab dem Grundschulalter achten Kinder verstärkt auf die Dialoge und haben Freude an witzigen Sprüchen und Wortspielereien. In dem Knettrickfilm „Chicken Run – Hennen rennen" (ARD, 1.1., 10.45 Uhr) ist von beidem reichlich geboten: Wenn sich das clevere Federvieh aus seiner lebensgefährlichen Situation im Hühnerstall befreit, sind Tempo, Situationskomik und hintergründiger Humor vereint. Manche Anspielungen auf Kinoklassiker wie „Flucht in Ketten" dürften eher die erwachsenen „Mitseher“ ansprechen, trotzdem ist „Chicken Run" auch für Kinder ein echter Hingucker. Im Film „Der Prinz von Ägypten" (PRO 7, 24.12., 14.20 Uhr) können jüngere (ab dem Grundschulalter) und ältere Familienmitglieder die Geschichte von Moses und den zehn Geboten erleben. Der anspruchsvoll gemachte Zeichentrickfilm zeigt die bekannte Geschichte in neuem Licht.

Die Älteren: Fernsehvorlieben fast wie Erwachsene

Die ältesten Kinder sind, was das Fernsehen angeht, fast schon Profis. Sie unterscheiden verschiedene Genres, durchschauen viele Tricks und können auch komplexen Geschichten folgen. Anspruchsvoll sind sie obendrein. Mit unrealistischem Heldentum und billig gemachten Produktionen sind die Elf- bis 13- Jährigen nicht mehr abzuspeisen. Manchmal überschätzen sie sich jedoch auch, von daher liegt es nahe, sich gemeinsam die Highlights des Programms herauszupicken. Gute Unterhaltung abseits aller Hollywood-Klischees verspricht zum Beispiel „Wer küsst schon einen Leguan" (ARD, 26.12., 10.30 Uhr): Der preisgekrönte Jugendfilm behandelt auf sensible Weise die Probleme und Träume eines Außenseiters und eine ungewöhnliche Vater-Sohn-Beziehung. Wer lieber viel lachen mag, wird an dem Animationsfilm „Ice Age" (RTL, 25.12., 20.15 Uhr) seine Freude haben. In diesem Film beschützt eine Gruppe von Eiszeittieren ein menschliches Findelkind und übersteht dank Zusammenhalt und Zivilcourage eine gefahrvolle Reise durchs ewige Eis. Die aberwitzigen Einlagen der skurrilen vierbeinigen Truppe dürften Alt und Jung amüsieren.

Egal, in welchem Alter die Kinder sind, gemeinsames Fernsehen hat viel zu bieten – und das nicht nur an Weihnachten und Neujahr:

  • Vor allem den Jüngeren können Erklärungen von Eltern und älteren Geschwistern helfen, das Gesehene zu verstehen und einzuordnen. So ist die Gefahr geringer, dass sie Unverständliches verwirrt oder sich Belastendes festsetzt.
  • Spielfilme, Serien und andere fiktionale Angebote können Gespräche anregen: Zum Beispiel wie man mit Problemen umgeht, wie man Konflikte meistert oder wie Frauen und Männer miteinander umgehen. Eltern können diese Chance nutzen, um sich gemeinsam mit dem Nachwuchs über Weltbilder, Lebenskonzepte und Fragen des sozialen Miteinanders auseinander zu setzen.
  • Aus den Vorlieben und Sichtweisen der Kinder beim Fernsehen lässt sich oftmals schließen, was die Mädchen und Jungen im Alltag gerade besonders beschäftigt. Von daher lohnt es sich nachzufragen, warum sie bestimmte Heldinnen und Helden oder Geschichten spannend finden.

Auch übers Fernsehen kann man etwas voneinander erfahren und miteinander ins Gespräch kommen. Die Feiertage bieten dazu viel Gelegenheit!

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

Google + FLIMMO App
 

Copyright © Programmberatung für Eltern e.V. 1997 - 2017

Zum Seitenanfang