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Werte im Weihnachtsprogramm? Ausgewähltes für Kinder

02.11.2009
Werte im Weihnachtsprogramm

Zu Weihnachten wird es traditionell auch im Fernsehprogramm besinnlich. Filme "mit Moral" haben Hochkonjunktur. Für manche Eltern die Gelegenheit, Werte und Normen in der Familie zum Gesprächsthema zu machen: Was ist richtig, was ist falsch? Was ist gut, was böse? Was ist gesellschaftlich anerkannt und erlaubt, was nicht? Wie ist das mit der Gewalt, gibt es dafür eine Rechtfertigung? Bei solchen Diskussionen spielt natürlich das Alter der Mädchen und Jungen eine wichtige Rolle. Die ethische Orientierung bezieht sich in der frühen Kindheit noch ausschließlich auf das eigene Ich. Ältere Kinder dagegen verallgemeinern die Frage "Was darf ich tun?" auf andere Menschen. Sie nehmen zwischenmenschliche Beziehungen differenziert wahr und interessieren sich für Ursachen von Handlungen und Entscheidungen. Fairness und Gerechtigkeit beschäftigen Kinder bereits von Klein auf. Komplexere Themen, wie das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen, geraten erst später in ihren Blick. Das Weihnachtsprogramm bietet eine Vielzahl von Filmen, die solche und ähnliche Fragen aufgreifen und in spannende Unterhaltung verpacken. Es gibt zahlreiche positive Beispiele, die Kindern wie Erwachsenen Anregungen zum Nachdenken und Diskutieren liefern.

Nächstenliebe und Barmherzigkeit – Besinnliches zu Weihnachten

Kindern, die in einem christlich geprägten Elternhaus aufwachsen, dürfte die Geschichte von Jesus von Nazareth bekannt sein. Die Geburt des Jesuskindes ist ja der eigentliche Anlass für die weihnachtlichen Festivitäten und entsprechend häufig sind biblische Geschichten an den Feiertagen vertreten. Der Knettrickfilm "Der Mann der tausend Wunder" (25.12., 15.50 Uhr, KI.KA) nähert sich dieser Erzählung aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Alles beginnt mit einer zufälligen Begegnung zwischen dem Mädchen Tamar, die schwer krank ist, und einem Zimmermann namens Jesus. Ernsthaft und ohne Klischees zeichnet der Film das Porträt eines Mannes, der für Nächstenliebe, Menschlichkeit und seinen Glauben einsteht – und das ohne Kompromisse. Mädchen und Jungen ab dem Grundschulalter lernen die Jesusgeschichte neu kennen und werden angeregt, sich mit solchen Werten zu beschäftigen. Die stimmige Atmosphäre, die gelungene Mischung aus Animation und Zeichentrick und vor allem Tamar als kindgerechte Identifikationsfigur machen den Film für die ganze Familie sehenswert. Geschichten mit Bezügen zu Religionen und Weltanschauungen außerhalb des westlichen Kulturkreises finden sich leider auch im Weihnachtsprogramm kaum.

Eine Weihnachtsgeschichte ohne religiösen Hintergrund erzählt der Zeichentrickfilm "Die Weihnachtsgeschichte" (20.12., 12 Uhr, SuperRTL). Es geht um den Geizkragen Ebenezer Scrooge, dem an Heiligabend drei Weihnachtsgeister erscheinen. Sie nehmen den verbitterten alten Mann mit auf eine Reise in seine Vergangenheit. Dabei muss Scrooge erkennen, dass sein Geiz ihm nichts als Leid und Einsamkeit beschert hat. Geläutert setzt er sich fortan für seine Mitmenschen ein. Die zeitlose Geschichte zeigt auf spannende und unterhaltsame Art, dass Geld allein nicht glücklich macht. Die Romanvorlage A Christmas Carol von Charles Dickens ist dutzendfach verfilmt worden. Zahlreiche Versionen werden jedes Jahr an Weihnachten ausgestrahlt, die neueste Verfilmung aus dem Hause Disney läuft gerade im Kino.

Abenteuerlich verpackt – Die Werte Freundschaft, Zusammenhalt und Toleranz

Geschichten um kleine Abenteurer, die ihre Welt entdecken und dabei immer fest zusammenhalten, sind genau nach dem Geschmack von Kindern zu Beginn des Grundschulalters. Neben spannenden Erlebnissen, Spaß und Turbulenzen zeigen sie im besten Fall ein positives Weltbild, wie etwa "Der kleine Eisbär" (ARD, 27.12., 07.45 Uhr/KI.KA, 27.12., 16.50 Uhr und 01.01., 19.25 Uhr). Der Film bietet Mädchen und Jungen unbeschwertes Fernsehvergnügen und zeigt den Wert von Freundschaft gerade in schwierigen Situationen.

Für ältere Kinder ab etwa Mitte des Grundschulalters liefert der Klassiker "Die Braut des Prinzen" (RTL II, 26.12., 14.40 Uhr) spannende Unterhaltung mit Tiefgang. Auch hier werden Wertefragen unterschwellig zum Thema gemacht: Darf man Unrecht mit Gewalt bekämpfen? Geht persönliche Bereicherung vor Freundschaft? Die märchenhafte Handlung ist gespickt mit Anspielungen auf Stereotype und Klischees, aber auch mit Wortwitz und Slapstick. 

Interessante Spielfilme für Kinder auf DVD:

  • Blöde Mütze (2008)
  • Free Willy – Ruf der Freiheit (1993)
  • Das fliegende Klassenzimmer (2003)
  • Flussfahrt mit Huhn (1984)
  • Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa (1993)
  • Der Indianer im Küchenschank (1995)
  • E.T. – Der Außerirdische (1982)
  • Wer küsst schon einen Leguan?

Eine Mischung, die vor allem älteren Kindern einen Heidenspaß macht. Eine weibliche Heldin in Aktion zeigt "Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen" (ARD, 01.01. um 08.05 Uhr), die besonders bei Mädchen ins Schwarze trifft. Für Bibi kommt es dick: Vor lauter Hexerei hat sie den Unterricht vernachlässigt. So landet sie zum Pauken auf einem Internat. Dort freundet sie sich mit der gleichaltrigen Elea an, die im Rollstuhl sitzt. Hexenregeln hin oder her, Bibi beschließt, mit Hilfe von Magie ihrer neuen Freundin zu helfen. Sich selbstlos für andere einzusetzen, auch wenn man persönliche Konsequenzen riskiert, ist nicht selbstverständlich. Filme wie dieser können Kinder ermutigen, sich für andere stark zu machen, auch wenn das nicht immer leicht fällt.

Um mutige Entscheidungen und eine ungewöhnliche Freundschaft geht es auch in dem Zeichentrickfilm "Der Gigant aus dem All" (SuperRTL, 25.12., 20.15 Uhr). Als sich ein Riesenroboter aus dem Weltall in einer Hochspannungsleitung verheddert, rettet ihm der neunjährige Hogarth das Leben. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, doch die Regierung macht Jagd auf den Riesen. Schon bald stehen sich Armee und der Gigant feindlich gegenüber, es droht eine Eskalation der Gewalt. Dank Hogarths Tapferkeit siegen Freundschaft und Friedfertigkeit über Misstrauen gegenüber dem Fremden und Unbekannten. Der anspruchsvolle Zeichentrickfilm vermittelt seine humane Botschaft gleichermaßen kindgerecht und differenziert. Das Thema "Umgang mit Außenseitern" und "Fremdsein" beschäftigt viele Kinder schon im Grundschulalter. Um die Auseinandersetzung damit anzuregen und zu unterstützen, liefert "Der Gigant aus dem All" gutes Anschauungsmaterial für Kinder ab etwa acht Jahren.Ein Wunsch für das Jahr 2010 steht auf dem FLIMMO-Weihnachtszettel ganz oben:

Eine altersangemessene Programmvielfalt für Kinder, die sie anregt, eigene Wertvorstellungen zu entwickeln.

Ziel sollte es sein:

  • Kinder als eigenständige Personen ernst zu nehmen
  • ihnen brauchbare Orientierung zu liefern
  • an ihrer Erlebniswelt anzusetzen und ihre Perspektive einzunehmen.

Tipps für Eltern – Kindern Orientierung bieten

Dass es in der Welt nicht immer gerecht und moralisch einwandfrei zugeht, lernen Kinder schon sehr früh. Es ist sicher nicht die Lösung, ihnen eine ausschließlich heile Welt vorzumachen. Stattdessen brauchen Kinder altersgerechte Anregungen, um Werte und Normen zu reflektieren und eigene Wertevorstellungen zu entwickeln. Altersgerechte Fernsehsendungen können dafür durchaus Futter und Diskussionsstoff liefern. Ohne eine Grundorientierung durch das soziale Umfeld, durch Eltern und andere Bezugspersonen geht es allerdings nicht. Die Vorbildfunktion von Erwachsenen ist auch in Bezug auf Normen und Werte ausschlaggebend. Ziel ist es, Kinder stark und selbstbewusst zu machen, um ihre Wertvorstellungen auch in die Tat umzusetzen. Gemäß dem Motto von Erich Kästner: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!"

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

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