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Castingshows - Der Traum vom Ruhm?

29. März 2011
Am 03. März 2011 startete die Castingshow "Germanys next Topmodel" (PRO7) in die sechste Runde. Heidi Klum kündigte schon im Vorfeld an, die Kandidatinnen noch „härteren“ Eignungstests auszusetzen. Einen Vorgeschmack gab es in der ersten Folge. 50 junge Frauen mussten in High-Heels eine Stunde auf dem Laufband durchhalten. Blutige Füße und schmerzhafte Blasen waren die Folge, nur eine Kandidatin hat den Mut aufgebracht, die hirnrissige „Prüfung“ abzubrechen. Aus pädagogischer Sicht zeigt sich einmal mehr, wie zynisch Castingshows mit den Träumen junger Menschen Quote machen. Auch für Kinder und Jugendliche vor dem Fernseher bleibt die Casting-Welle nicht ohne Folgen. Das propagierte Ideal vom makellosen Körper kann den überwiegend jungen, weiblichen Fans schwer zu schaffen machen. Das (meist) unerfüllbare Traumbild von Schönheit oder Starruhm schürt übersteigerte Erwartungen an das eigene Leben oder den eigenen Körper. Das gezeigte Frauenbild ist mehr als einseitig: Jung, sexy und zu allem bereit – als angehendes Modell kommt es vor allem darauf an, gefügig zu sein. Wer aufmuckt, hat es mit der Jury schnell verscherzt. Unbequeme „Mädchen“ werden im obligatorischen „Zickenkrieg“ verheizt. Egal ob bei Germanys next Topmodel oder Deutschland sucht den Superstar: In Castingsshows werden gezielt Konflikte geschürt und die Kandidatinnen von Anfang an auf eine bestimmte Rolle festgelegt. Die Kamera bleibt dran, wenn Tränen fließen, wenn sich Angst, Frust oder Enttäuschung Bahn brechen. Diese Gefühle sind vorprogrammiert, denn der quotenträchtig aufgebauschte Zusammenbruch ist Teil der Inszenierung. Wenn sich die Kandidatinnen mit verkorksten Aufritten lächerlich machen, werden sie von der Jury gnadenlos vorgeführt und damit der Schadenfreude eines Millionenpublikums ausgeliefert. Bei vielen Kindern und Jugendlichen sind Castingshows wie "Germanys next Topmodel" (PRO7) und "Deutschland sucht den Superstar" (RTL) nach wie vor der Renner. Sie orientieren sich an medialen Vorbildern und teilen mit den Kandidatinnen den Traum von medialem Ruhm und einer Karriere als kommender Star. Zahlreiche Aussagen belegen, dass Kinder diesen Traum vom schnellen Ruhm für bare Münze nehmen und das Spiel für eine reale Option halten. So äußert der neunjährige Sebastian klare Vorstellungen von seiner Zukunft anlässlich einer FLIMMO-Kinderbefragung: „Ja, wenn ich groß bin, werde ich das auch machen. Ich guck Deutschland sucht den Superstar, weil ich später vielleicht auch so sein will. Einfach auf die Bühne und danach ein Singleben, das will ich auch gern haben.“ Vor allem jüngere Kinder haben Schwierigkeiten, sich von diesen Traumbildern zu distanzieren. Älteren ist es eher möglich, eine distanzierte Haltung zu "Germanys next Topmodel" und Co. einzunehmen. Eltern und Pädagogen können den kritischen Blick fördern, indem sie den Mädchen und Jungen klarmachen, mit welchen Mitteln vor und hinter den Kulissen gearbeitet wird. Je mehr Kinder darüber lernen, was für ein Konzept hinter solchen Formaten steckt, desto weniger laufen sie Gefahr, auf fragwürdige Vorstellungen hereinzufallen.

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

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