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Es wird viel passieren - Gute und schlechte Seiten der Soaps

24. August 1998

Der Alltag junger Menschen ist voller Aufregung und Dramatik - zumindest im Fernsehen und besonders in den sogenannten Soaps: in "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", "Verbotene Liebe", "Unter uns","Marienhof" und anderen. Beim älteren Kinderpublikum stehen Serien wie diese hoch im Kurs, und wenn die Worte "Ich seh' in Dein Herz, sehe gute Zeiten, schlechte Zeiten", erklingen, warten Millionen angehender Teenies, vor allem die Mädchen, gespannt darauf, mit welchen Widrigkeiten des Lebens Cora, Nico, Andy oder Nataly sich in der nächsten halben Stunde herumschlagen müssen.

Alltägliche Konflikte rund um Liebe, Freundschaften, Schule oder Karriere - darum drehen sich die Geschichten der Soaps, und das ist auch der Grund, warum sie bei den älteren Kindern so viel Zuspruch finden. Denn behandelt werden Themen, die bei den Fast-Teenagern ins Schwarze treffen, zu denen sie unzählige Fragen haben und für die sie nach Vorbildern und Orientierungen suchen, im Alltag und in den Fernsehsendungen.

Wenn auch all diese Serien nach dem gleichen Muster gestrickt sind, so lassen sich doch Unterschiede feststellen. Dramatisch geht's in allen Soaps zu, in der einen mehr, in der anderen weniger. Das gehört zum Fernsehgeschäft und soll den Unterhaltungswert einer Sendung steigern. Manchmal aber, und das trifft auf "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" oder "Verbotene Liebe" in besonderem Maße zu, nimmt die Dramatik überhand. Dann wirkt das Geschehen übertrieben, aufgesetzt und äußerst unrealistisch. Etwa wenn ein frischverliebter junger Mann wie aus heiterem Himmel und ohne erkennbaren Grund so eifersüchtig wird, dass seine neue Freundin am liebsten die Beziehung sofort beenden würde. Und so sehr die Konflikte an den Haaren herbeigezogen und häufig arg konstruiert sind, so oberflächlich wird dann auch mit ihnen umgegangen. Mögen die Probleme noch so groß und übermächtig sein, mit Leichtigkeit werden sie von den Akteurinnen und Akteuren gelöst, wenn sie nicht gar ebenso schnell wieder im Nichts verschwinden, wie sie vorher aus demselben aufgetaucht waren.

Für Kinder, die ja in den Angeboten des Fernsehens auch nach Orientierung für ihr eigenes Großwerden suchen, können aus diesem Grund manche Soaps "Ecken und Kanten" bergen. Denn was sie hier vermittelt bekommen, ist ein recht einseitiges, klischeehaftes und vor allem unrealistisches Bild davon, wie Frauen und Männer denken und fühlen, wie sie miteinander umgehen und wie sie die Schwierigkeiten, die das Leben im allgemeinen und die Liebe im besonderen so mit sich bringen, zu bewältigen versuchen.

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