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Schwere Kost: Ich gehöre ihm

25. August 2017
Schwere Kost: Ich gehöre ihm

Als sich die 15-jährige Caro in den vier Jahre älteren Cem verliebt, schwebt sie auf Wolke sieben. Dabei merkt das schüchterne Mädchen nicht, dass Cem sie mit Liebesbekundungen und teuren Geschenken systematisch in die emotionale Abhängigkeit treibt. Geblendet von seinem Charme, verzeiht sie ihm sogar, als er zulässt, dass seine Freunde sie vergewaltigen. Schließlich zwingt sie der „Loverboy“ Cem – eigentlich ein Zuhälter – zur Prostitution, was die manipulierte Jugendliche „aus Liebe“ mitmacht. Außerdem schlägt und bedroht er das Mädchen, das mittlerweile ein Doppelleben zwischen Schule und Familie auf der einen und Drogen und Prostitution auf der anderen Seite führt. Caro geht es immer schlechter, wobei ihre Eltern das merkwürdige Verhalten ihrer Teenager-Tochter auf die Pubertät schieben. Viel zu spät erkennen sie Caros Notlage und können letztlich nicht verhindern, dass das emotional gebrochene Mädchen bei ihrem Peiniger bleibt.

Kaum mitanzusehen: Caros Leid

Das zunächst alltagsnahe Setting des Films – ein junges Mädchen zwischen erster Liebe, Freunden, Schule und Familie – kann das Interesse bei jungen Zuschauern wecken und sie zum Weiterschauen animieren. Dennoch ist „Ich gehöre ihm“ kein Film für Kinder. Die Thematik des Films kann Kinder überfordern. Das Thema exueller Missbrauch, noch dazu bei Kindern, ist für sie kaum zu verkraften. Zahlreiche Szenen, in denen Caro geschlagen, erniedrigt und missbraucht wird, übersteigen die Grenzen der kindlichen Belastbarkeit. Die Tatsache, dass das missbrauchte Mädchen immer wieder zu ihrem Unterdrücker zurückkehrt und keine Hilfe von ihren gutgläubigen Eltern bekommt, kann ebenfalls Verunsicherung auslösen – genauso wie der Hinweis am Ende des Films, dass das Geschehen auf wahren Begebenheiten beruht. Bei älteren Kindern und Jugendlichen ab etwa 13 Jahren könnte der Film zum Anlass genommen werden, im Sinne eines aufklärenden Gesprächs über die Masche sogenannter „Loverboys“ aufzuklären. Weitere Infos dazu gibt es unter www.liebe-ohne-zwang.de.

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