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Zur Schau gestellt und vorgeführt: Kinder im Fernsehen

21. Oktober 2006

Wenn Kinder als Darsteller in Fernsehsendungen oder Filmen mitwirken, gelten die strengen Bestimmungen des Kinderarbeitsschutzes: Die tägliche Zeit am Drehort ist auf wenige Stunden begrenzt, das körperliche Wohlergehen und die seelisch-geistige Gesundheit der jungen Schauspieler müssen gesichert sein. Das Wohl des Kindes ist leitender Maßstab. Damit ist es offensichtlich vorbei, wenn das Fernsehen nach Hause kommt. Die Einwilligung der Eltern genügt, um Kinder einem Millionenpublikum auszusetzen, und zwar nicht in Schauspielerrollen, sondern als Personen. Im boomenden Real-Life-TV sind Kinder eine feste Größe: Wenn Familien in den Busch ziehen, dann müssen auch die Kinder das Experiment durchhalten. Wenn sich die Familie falsch ernährt, werden die übergewichtigen Kinder auf Diät gesetzt. Und wenn die "Super Nanny" Familien beglückt, die an ihrem Nachwuchs verzweifeln, dann stehen die Kinder im Zentrum – und ein beachtlicher Teil der Fernsehnation sieht zu. Ob die öffentliche Zurschaustellung dem Kind gut tut, ob sein körperliches, geistiges und seelisches Wohlergehen gesichert ist, ob seine Rechte gewahrt werden – solche Aspekte gehen bei Real-Life-Sendungen oft unter. Denn hier werden Kinder zu Schauobjekten ohne jede Intimsphäre gemacht. Zuschauen kann nicht nur ein anonymes Fernsehpublikum, die Kinder werden auch Verwandten, Nachbarn, Lehrkräften, Spiel- und Schulkameraden vorgeführt. Damit werden offensichtlich die Bedürfnisse von Kindern übergangen und so das fundamentale Rechte auf Privatheit missachtet. Wenn ein Medium wie das Fernsehen dem Vorschub leistet, dann ist Kritik berechtigt. Die Mindestforderung lautet: Wenn reale Menschen mit ihren realen Lebensvollzügen ins Fernsehen gebracht werden, dann muss ihnen in Wort und Bild mit Respekt begegnet werden.

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