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Doku-Soaps

04. Juni 2010

Mit Ecken und Kanten Wer am Samstagnachmittag RTL einschaltet, den erwarten Doku-Serien in Endlosschleife. Der Soap-Nachmittag beginnt mit „Verdachtsfälle“ um 14.45 Uhr: Hier werden dem Publikum allerlei Familienstreitigkeiten – vom Ehezoff bis zur Sorgerechtsfrage – präsentiert. Gleich im Anschluss (14.45 Uhr) geht es nach dem gleichen Prinzip weiter: Auch in „Familien im Brennpunkt“ werden familiäre Konflikte vor der Kamera ausgetragen und medial ausgeschlachtet. Ab 15.45 Uhr schwenkt die Kamera dann bis um 17.45 Uhr in die Schule. Es laufen zwei Folgen der „Schulermittler“: Hier wird gezeigt, wie die sogenannten Schulermittler - Kommissar, Sozialarbeiter, Sozialpadagogin - an deutschen Schulen bei Mobbing, Diebstahl und Co. durchgreifen. Die letzte Etappe des Doku-Soap-Marathons bildet eine Doppelfolge „Betrugsfälle“ von 17.45 Uhr bis 18.45 Uhr. Diese Serie handelt von Betrugsfällen jeglicher Art – von der Täuschung im Familienumfeld bis zum Versicherungsbetrug ist alles dabei. Wie den ganzen Nachmittag über dürfen auch in dieser Serie alle Beteiligten ihre Meinung vor der Kamera kundtun. Kinder finden Gefallen an den Doku-Soaps, weil sie gerne Mäuschen bei anderen spielen: Worüber streiten sich andere Familien, wie gehen sie mit Konflikten um und was passiert sonst noch so an spektakulären Tricksereien? Und genau das ist für Kinder der Haken: Alle Dokus sind von ihrer Machart her sehr ähnlich. Es geht stets darum, fiktive Konfliktfälle zu lösen und dabei die Situation der Beteiligten mit der Kamera einzufangen. 

Die pädagogische Orientierung

In dem Absatz nach dem 1 wird durch einen „pädagogischen Hinweis“ verdeutlicht, welche Aspekte der Sendungen Ecken und Kanten bergen:

  • Für Kinder ist das Doku-Soap-Format nicht immer nachvollziehbar: Sie können die Pseudo-Realität oft nicht durchschauen - für sie entsteht viel eher der Eindruck, mitten im Geschehen zu stehen. Das zieht für sie ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Realität und Fiktion nach sich.
  • So kann es auch passieren, dass Kinder die teils dramatisch dargestellten Streitfälle und zum Teil recht fragwürdigen Vorgehensweisen bei der Problemlösung als realitätsgetreues Anschauungsmaterial betrachten.
  • Zudem fällt es Kindern hier schwerer, Klischees oder verzerrte Vorstellungen von der Wirklichkeit als frei erfunden zu durchschauen. Dies kann fragwürdigen Welt- und Menschenbildern Vorschub leisten.

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