Besprechung Wie geht es mit der Freundschaft von Glinda und Elphaba weiter? Elphaba kämpft als gejagte „Böse Hexe des Westens“ weiter für die unterdrückten Tiere. Glinda bleibt dem Zauberer von Oz und Madame Akaber treu, deren skrupellose Machenschaften aber zunehmend ihr Gewissen belasten. Ein letztes, dramatisches Aufeinandertreffen er beiden entscheidet schließlich nicht nur über ihre Freundschaft, sondern auch über das Schicksal von Oz.
Wicked: Teil 2 setzt die Geschichte der Hexen von Oz fort: Die ehemaligen Freundinnen Elphaba und Glinda stehen nun auf gegensätzlichen Seiten, während sich die politische Lage in Oz dramatisch zuspitzt. Auch der zweite Teil ist als Musical umgesetzt – mit farbenfrohen Kulissen, aufwendigen Tanz- und Gesangsszenen und einer visuell beeindruckenden, stellenweise aber auch düsteren und actionreichen Inszenierung. Ältere und musikbegeisterte Kinder dürfte das ansprechen, zumal auch die Fortsetzung Themen wie Freundschaft, Loyalität, Ausgrenzung und Selbstzweifel aufgreift und vertieft.
Die Anspielungen auf politische Themen stimmen nachdenklich: Die Tiere werden entrechtet und gefangen gehalten, Oz-Bewohner*innen werden diskriminiert und gegen Elphaba wird gehetzt. Durch die Fülle an Konflikten und Showeinlagen zieht sich die Geschichte in die Länge und teils geraten die Figuren etwas schematisch. Mit über 130 Minuten Laufzeit verlangt auch dieser Filmteil seinem Publikum einiges an Sitzfleisch ab.
Besonders spannend für Kinder ist die Beziehung zwischen Elphaba und Glinda: ihre Auseinandersetzung um Wahrheit, Mut und Selbstbestimmung sowie die Frage, ob eine Freundschaft trotz unterschiedlicher Wege bestehen kann.
Wicked:Teil 2 stellt erneut große Fragen: Wie entstehen Feindbilder? Was bedeutet es, gerecht zu handeln und welchen Preis hat Mut? Für ältere Kinder und ihre Eltern bietet der Film viele Gesprächsanlässe, auch wenn jüngere und sensiblere Kinder von der düstereren Atmosphäre überfordert sein könnten.