Besprechung Der zwölfjährige Karli entdeckt im Hotel seiner Eltern einen alten Lastenaufzug. Als er ihn ausprobiert, passiert etwas Merkwürdiges: Der Junge landet in einem Stockwerk im Jahr 1938. Dort freundet er sich mit dem jüdischen Mädchen Hannah und dem Schuhputzer Georg an. Als Georg eines Diebstahls beschuldigt wird, versuchen die drei, den wahren Täter zu finden – und Karli erkennt, wie gefährlich das Leben für Hannah in dieser Zeit ist.
Das geheime Stockwerk ist eine Mischung aus Zeitreisefilm und Krimi – aber eigentlich geht es um die Zeit des Nationalsozialismus. Dass die Geschichte aus der Perspektive von Karli, Hannah und Georg erzählt wird, macht das Thema für Kinder nachvollziehbar. Vor allem durch Karlis Blick auf die Vergangenheit wird deutlich, welche Folgen Ausgrenzung und Hass für jüdische Menschen hatten. Der mehrfach preisgekrönte Film kommt dabei ohne belastende Bilder aus. Die Geschichte kann Kinder sehr bewegen und sie anregen, Fragen zu stellen. Zentral für die Handlung ist die Freundschaft zwischen den drei jungen Hauptfiguren. Sie halten zusammen und versuchen gemeinsam, Ungerechtigkeit aufzudecken. Dabei wird eindrücklich vermittelt, wie wichtig Mut, Zusammenhalt und Zivilcourage sind. Vor allem ist Hannah eine inspirierende Figur: Anfeindungen und Gefahren stellt sie sich mutig und selbstbewusst entgegen. Ein cleverer Kniff ist, dass das ernste Thema in detektivische Suche und eine Zeitreise eingebettet ist – so ist auch für jede Menge Spannung und Abenteuer gesorgt. Für ältere Kinder und ihre Eltern bietet Das geheime Stockwerk viel Gesprächsstoff über Zeitgeschichte, Freundschaft und den Umgang mit Ausgrenzung und Unrecht.