Besprechung Die 13-Jährige Nina ist sich sicher: Sie will Schriftstellerin werden. Unterstützt von ihrer Nachbarin und Autorin Lidia beginnt sie Episoden ihres Alltags zu erzählen. Darin spielt der Tod ihrer Mutter vor vielen Jahren, ihr kleiner Bruder Junior aber auch die neue Partnerin ihres Vaters eine Rolle. Und auch das erste Verliebtsein ist Teil von Ninas Geschichte.
Der Film mit dem sperrigen Titel I Accidentally Wrote a Book – Der Sommer, als (m)ich meine Geschichte fand ist ein unaufgeregter und anrührender Film über das Erzählen und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Nina erkennt, dass sie erst mehr über ihre verstorbene Mutter erfahren muss, bevor sie sich ihrer eigenen Geschichte widmen kann. Je mehr sich über ihre Mutter erfährt, desto mehr kann sie sich auf die neue Partnerin ihres Vaters einlassen. Und auch im Umgang mit einem Jungen, der sich für sie interessiert, gewinnt sie Selbstvertrauen und Sicherheit. Auf behutsame, leichte und niemals bedrückende Art werden Themen wie Trauer und Verlust, manchmal kompliziertes Familienleben, aber auch erstes Verliebtsein erzählt. Dass Nina Hauptfigur und Erzählerin ihrer Geschichte ist, verleiht dem Film einen besonderen Charme. Nina wendet sich direkt an das Publikum, schreibt Szenen spontan um oder lässt ihre Gedanken in Schriftform über den Bildschirm strömen. Durch die Erklärungen und Korrekturvorschläge ihrer Mentorin Lidia lernt Nina viel über das Erzählen. Und darüber, wie wichtig es ist, die eigene Geschichte aktiv zu gestalten und neugierig und offen für Veränderungen zu bleiben.