Besprechung Um auf Social Media durchzustarten, setzen Sarah und Dilek auf die ungewöhnliche Sportart Hobby Horsing. Während Sarah Feuer und Flamme ist und sogar zu einer Meisterschaft in Finnland fährt, schämt sich Dilek für das Steckenpferd-Hobby. Sie möchte lieber zu der coolen Tanzgruppe ihrer Mitschülerinnen gehören. Das stellt die Freundschaft der Teenagerinnen auf eine harte Probe. Am Ende wird ihnen klar, dass Freundschaft und Zusammenhalt wichtiger sind als die Meinung anderer.
Wie viel Anpassung verträgt eine Freundschaft? Pferd am Stiel erzählt von Sarah und Dilek, die zwischen eigenen Interessen, Gruppendruck und Loyalität ihren Weg finden müssen. Die Sportart Hobby Horsing ist dabei der Ausgangspunkt für den Konflikt der Teenagerinnen – und wird vom Film ernst genommen, ohne ins Lächerliche zu kippen. Kinder ab etwa Ende des Grundschulalters können sich gut in die Mädchen und ihre jeweiligen Positionen hineinversetzen. Dilek ringt damit, zu ihrer Freundin zu stehen, obwohl ihr deren Hobby peinlich ist. Sarah wiederum ist enttäuscht, lässt sich aber nicht davon beirren, was andere über sie denken. Dieser Zwiespalt zwischen Anpassungsdruck, Zugehörigkeit und Loyalität knüpft an die Lebenswelt älterer Kinder an – und auch an die Frage, was eine gute Freundschaft eigentlich ausmacht. Thematisiert wird zudem die Rolle von Social Media und wie der Wunsch nach Likes und Anerkennung den Druck sich anzupassen verstärkt. Am Ende lösen sich die Konflikte etwas zu schnell und wirken nicht ganz überzeugend, dennoch setzt Pferd am Stiel ein klares Zeichen gegen Vorurteile. Mit Humor, Tempo und zwei gegensätzlichen, aber einnehmenden Hauptfiguren macht der Film Mut, zu sich zu stehen – auch wenn das nicht dem Mainstream entspricht.