Besprechung In ihrem Roman erzählt Sun vom jungen Hadara, dem Wüstenkind, das nach einem Sandsturm in der Sahara verloren geht. Was sie jedoch für ein erfundenes Märchen ihres Großvaters hält, entpuppt sich als wahre Geschichte, die immer mehr in Vergessenheit gerät. Um die Erinnerung an Hadara zu bewahren, macht sich Sun auf in die Wüste zu Hadaras Familie – und lernt dabei auch so einiges über ihre eigene Vergangenheit.
Die Legende des Wüstenkindes ist ein bildgewaltiges Filmabenteuer, das von der Verbundenheit zwischen dem kleinen Jungen Hadara und seiner Heimat, der Sahara, erzählt – jedoch aus der Perspektive der 14-jährigen Autorin Sun, die sich Jahre später selbst in die Sahara begibt, um der Legende auf den Grund zu gehen. Ihre spannende Reise durch die Wüste dürfte vor allem ältere Kinder ansprechen, zumal die Themen Zugehörigkeit, Familie und Identität im Zentrum stehen. Dabei fehlt es kaum an dramatischen Höhepunkten, sei es ein gefährlicher Sandsturm, der Hadara von seiner Mutter trennt, oder seine lange Suche nach Trinkwasser. Jüngere und filmunerfahrene Kinder kann das überfordern. Älteren Kindern bietet der Film gleich zwei starke Hauptfiguren: Hadara, dessen Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit ihn am Ende wieder mit seiner Familie vereinen. Und Sun, die bereit ist, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Leider bedient der Film an manchen Stellen kulturelle Klischees, die den Unterhaltungswert trüben. Auch die etwas verschachtelte Rahmenhandlung ist nicht unbedingt schlüssig erzählt. Dennoch bietet der Film Gesprächsstoff über das Verhältnis von Mensch und Natur und die Magie des Geschichtenerzählens.