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Corona: Angst und Verunsicherung durch Medien?

14. Juni 2020
Corona: Angst und Verunsicherung durch Medien?

Die Covid19-Pandemie bestimmt nach wie vor den Alltag und die Nachrichtenlage in Deutschland. In der Flut der Informationen stellt sich die Frage: Was brauchen Kinder? Wie viel Information verkraften sie? Wie unterstützen Eltern am besten ihre Kinder? FLIMMO hat mit Kindern und Eltern über ihre Eindrücke gesprochen.*

Fragen und Verunsicherung

Über schockierende oder ängstigende Bilder sind die Kinder in den Medien zwar nicht gestolpert, dennoch haben sie manche Informationen aus den Nachrichten verunsichert. Das war vor allem der Fall, wenn die Maßnahmen ihren Alltag beeinflusst und eingeschränkt haben. Ein Mädchen war zum Beispiel anfangs sehr verunsichert, ihre Großeltern nicht mehr sehen zu dürfen. Täglich neue und auch widersprüchliche Informationen haben bei den Kindern entsprechend Fragen aufgeworfen. Bei einem neunjährigen Jungen hat das Dauerthema allerdings für Frust gesorgt: „Ich schau mir nix mehr über Corona an. Weil ich es doof finde – man redet nur noch über dieses blöde Corona!“ Hier wird deutlich, dass zwischendurch auch Auszeiten und andere Themen nötig sind. Mitunter ging das Thema den Kindern aber gar nicht so nahe. Eine Zehnjährige schildert: „Ich habe sowas noch nie erlebt, Homeschooling und sowas alles. Ich habe darüber nachgedacht, dass die Lage schlimm sein muss, wenn sogar die Schulen zugemacht werden und so ... Aber mir kam das alles gar nicht so schlimm vor.“ Zwar hat das Mädchen Einschränkungen erlebt, aber keine direkte Gefahr durch das Virus erfahren. Dadurch ist für sie die Bedrohung abstrakt geblieben.

Was Kinder brauchen

Einig waren sich die Eltern darüber, dass es wichtig ist, keine Panikstimmung zu verbreiten und Ängste zu schüren. Eine Mutter erzählt: „Ich denke, es kommt sehr darauf an, wie man sowas Kindern vermittelt und wie man für sich selber damit umgeht.“ Die Eltern haben zudem darauf gesetzt, ihren Kindern die wichtigsten Bestimmungen und neuesten Infos zusammenzufassen und zu erklären, manchmal mithilfe kindgerechter Angebote aus dem Fernsehen oder Internet. „Wir erklären oft und haben am Anfang von Corona auch „logo“ geschaut – aber jetzt interessiert ihn das nicht mehr so“, erklärt eine Mutter. In Krisenzeiten ist es wichtig, dass sich Kinder an Eltern und Bezugspersonen wenden können und mit Fragen und Sorgen ernst genommen werden. Ein Vater von zwei Söhnen berichtet: „Ich habe nicht das Gefühl, dass sie mit den Informationen, mit denen sie nichts anfangen konnten, alleine gelassen wurden.“ Zentral ist, das zeigen auch die Aussagen der Kinder, dass zwischen all den massiven Einschnitten und Verunsicherungen im Alltag Raum für Zuwendung, Erklärungen und Verschnaufpausen ist – das hilft gegen Ohnmachtsgefühle, Verunsicherung und Ängste.

* FLIMMO hat mit fünf Familien (5 Eltern und 6 Kindern) gesprochen.

 

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