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Gewaltige Medien?! Gewaltdarstellungen setzen Kindern zu

09. Januar 2012

Die Wirkung von Gewaltdarstellungen im Fernsehen und in anderen Medien ist seit Jahrzehnten umstritten. Vor allem bei Vielsehern oder Vielspielern fürchten Expertinnen und Experten negative Folgen: Zum Beispiel, dass Kinder abstumpfen oder dass sie die gewalttätigen Kämpfer ihrer Lieblingsserien oder ihrer Lieblingsspiele nachahmen.

Ob Gewaltdarstellungen die Gewaltbereitschaft bei Kindern beeinflussen, hängt von vielen Faktoren ab. Eindeutig belegt ist, dass Medien verstärkend wirken können. Und zwar vor allem bei Kindern, die in ihrem realen Leben Benachteiligungen erfahren oder Gewalt und Zwang im eigenen Alltag erleben. Dann besteht die Gefahr, dass sie sich an fragwürdigen Vorbildern aus den Medien orientieren. Bei dieser Gruppe von Heranwachsenden können gewalthaltige Serien, Filme oder Computerspiele ein problematisches Gewaltverständnis fördern. Gewaltdarstellungen können überfordern

Bestimmte Darstellungen von Gewalt können bei Kindern aber auch zu Verunsicherung, Ablehnung oder Angst führen. Besonders dann, wenn:

  • drastische Folgen der Gewalt und das Leiden der Opfer zu sehen sind. Kinder leiden mit, vor allem wenn Gleichaltrige betroffen sind.
  • Gewalt real dargestellt wird und das Geschehen in einer Umgebung angesiedelt ist, die Kindern vertraut ist. Hier verbinden sie die gezeigten Gewalttaten mit ihrem eigenen Umfeld und befürchten im schlimmsten Fall, selbst Opfer von Gewalt zu werden.
  • Gewalthandlungen in mysteriösen oder unheimlichen Zusammenhängen gezeigt werden. Vor allem jüngere Kinder können solche Geschehnisse nicht einordnen und eindeutig als Fantasie erkennen.

Was brauchen Kinder

Zunächst einmal sollten Kinder gar nicht erst mit drastischen Gewaltdarstellungen in Berührung kommen. Besonders das Abendprogramm ist nicht immer kindertauglich. Ab 20 Uhr laufen Sendungen, die Kinder irritieren und belasten können, nach 22 Uhr sollten Kinder generell nicht mehr fernsehen. Falls sie im Fernsehen oder anderswo Gewaltszenen gesehen haben, die ihnen nahegehen, brauchen Kinder Unterstützung und sensible Ansprechpartner, die auf ihre Fragen eingehen oder ihnen Zuwendung geben. Das hilft ihnen, das Gesehene richtig einzuordnen und sich davon zu distanzieren.

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

 

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