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Gruselstoff für Kinder - Zwischen Spannung & Angst

18. Januar 2019

Spannung erleben kann Spaß machen: Wenn mutige Filmheldinnen und -helden Geheimnissen auf der Spur sind oder Bösewichtern eins auswischen, fiebern Mädchen und Jungen mit. Was allerdings bei manchen ein angenehmes Kribbeln verursacht, kann andere ängstigen und überfordern. Die eigenen Kinder richtig einzuschätzen, ist nicht immer so einfach.

Jüngere Kinder

Kinder im Vor- oder frühen Grundschulalter sind noch nicht vertraut mit filmischen Mitteln. Deshalb machen ihnen manchmal schon Kleinigkeiten zu schaffen. Dunkle Schatten, unheimliche Filmmusik oder plötzliche, laute Geräusche können sie überfordern. Werden Kindheitsängste angesprochen, zum Beispiel die Angst vor dem Alleinsein in der Dunkelheit oder vor dem Verlust eines geliebten Menschen, kann es für die Kleinen besonders schlimm werden. Ihre lebhafte Fantasie tut ein Übriges: Unheimliche Wesen und böse Geister werden schnell als reale Bedrohung wahrgenommen.

Ältere Kinder

Mit dem Alter wächst auch das Verständnis für spannungserzeugende Stilmittel, wie etwa der Einsatz von Geräuschen oder dramatischer Filmmusik. Ab Ende des Grundschulalters können viele Kinder mit einem gewissen Maß an Nervenkitzel sowie mit spannenden, brenzligen oder gar mysteriösen Szenen umgehen. Doch selbst älteren Kindern kann es zu viel werden, wenn zum Beispiel Gewalt- und Actionszenen in düsteren und unheimlichen Geschichten eingebettet sind oder besonders gruselige Gestalten auftauchen, wie etwa Lord Voldemort bei "Harry Potter".

Was sollten Eltern beachten?

Augen auf beim Filmschauen: Besonders kleine Kinder reagieren emotional. Schlagen die Kleinen die Hände vors Gesicht, wirken wie erstarrt oder fangen sogar zu weinen an, sind die Eltern gefragt. In solchen Fällen sollten sie den Film stoppen und die Jüngsten trösten. Nähe und Geborgenheit der Eltern beruhigen sie. Ebenso wichtig ist die aktive Verarbeitung des Gesehenen. Bei den Jüngeren zum Beispiel durch Malen, Spielen oder Basteln. Ältere Kinder verkraften schon mehr. Wenn sie trotzdem Anzeichen von Überforderung zeigen, sollten Eltern mit ihnen sprechen. Thema können eigene Ängste, aber auch filmische Mittel sein: Wie wird Spannung in einer Szene erzeugt? Welche Rolle spielen Kameraeinstellung, Beleuchtung oder Musik dabei?

Lernen, mit Ängsten umzugehen

Das Aufwachsen ist zwangsläufig mit Erlebnissen und Erfahrungen verbunden, die Verunsicherungen, Zweifel und Ängste auslösen können. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder lernen, mit solchen Gefühlen umzugehen. Eltern sollten die Ängste der Kinder ernst nehmen und sensibel darauf reagieren. Lernen Kinder mit ihren Ängsten umzugehen, kann dies ihr Selbstvertrauen stärken.

 

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