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Was ist echt? Wie Kinder lernen, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden

22. Februar 2019
Was ist echt? Wie Kinder lernen, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden

"Das hat was mit Fantasie zu tun, da bin ich mir ganz sicher, dass es das nicht gibt." Wenn Harry Potter mit Magie gegen Dämonen und andere Fantasiefiguren kämpft, bleibt der zwölfjährige Manuel gelassen. Er hat gelernt, Zauberkräfte und andere übernatürliche Phänomene als Fiktion zu durchschauen. Ein wohliger Schauer bleibt zwar, Angst und Verunsicherung löst das Geschehen bei ihm aber nicht aus. Mit zunehmendem Alter entwickeln Kinder die Fähigkeit zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden – und können sich somit auch von aufregendem Geschehen distanzieren.

Kleine Kinder haben’s schwer

Kindern im Vorschulalter fällt es noch schwer, mediale Geschichten als Fantasie zu durchschauen. Das Wissen, dass Zeichentrick und Animation nicht "echt" sind, entwickelt sich ab etwa drei Jahren. Unterschiedliche Sendungstypen wie zum Beispiel Serien und Magazine können allerdings noch nicht auseinandergehalten werden.

Grundschulkinder verstehen mehr

Mit zunehmendem Alter sammeln Kinder Erfahrungen und Wissen über Darstellungsweisen und die Machart von Fernsehsendungen. Sie kennen den Unterschied zwischen Serien und Spielfilmen, zwischen Shows und Informationssendungen und lernen zunehmend, den jeweiligen Realitätsgrad abzuschätzen.

Auch Ältere durchschauen nicht alles

Die Fähigkeit, die Fernsehrealität zu durchschauen, hat selbst bei älteren Kindern Grenzen. Dann nämlich, wenn in dokumentarischem Stil erfundene Geschichten als Realität präsentiert werden. Bei sogenannter Scripted Reality in Reality-Soaps wie zum Beispiel "Meine Geschichte – mein Leben" (RTL) oder "Berlin – Tag und Nacht" (RTL II), wird der Eindruck erweckt, die Zuschauer seien live dabei. Für Kinder ist diese Art der Darstellung problematisch: Die Geschichten und Szenen werden von vielen als "echt" wahrgenommen. Auch Castingshows und ähnliche Formate zeigen inszenierte Geschichten, die mit der Realität nur bedingt etwas zu tun haben.

Echt jetzt? – Hinweise für Eltern

Kinder sollten möglichst früh lernen, die mediale Wirklichkeit zu durchschauen. Dazu gehört, Fiktion und Realität zu unterscheiden, aber auch unterschiedliche Formen und Genres zu erkennen. Gerade bei Castingshows oder Scripted Reality ist es wichtig, über Machart und Inszenierungstricks Bescheid zu wissen. Nur so lernen die Mädchen und Jungen, die "Fernsehrealität" richtig einzuschätzen und vor allem, Botschaften und Vorbilder kritisch zu hinterfragen.

FLIMMO bespricht das aktuelle Fernsehprogramm und gibt Tipps zur Fernseherziehung. Bewertet werden Sendungen, die 3- bis 13- jährige Mädchen und Jungen gerne sehen oder mit denen sie als Mitseher in Berührung kommen. Um einen schnellen Überblick zu bieten, sind die Sendungen in drei Rubriken eingeteilt.

Was bedeuten die Rubriken?

Kinder finden's prima

Von Sendungen in dieser Rubrik sind Kinder angetan. Auch wenn nicht alles den Geschmack der Erwachsenen trifft, "Kinder finden's prima".

Mit Ecken und Kanten

Sendungen in dieser Rubrik werden von Kindern gemocht, haben aber auch „Ecken und Kanten“. Sie enthalten Bestandteile, die Kindern nicht nur gut tun.

Nicht für Kinder

Sendungen in dieser Rubrik enthalten Bestandteile, die für Kinder schwer verkraftbar sind. Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.

 

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