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Bewegtbild-Apps: Faszination mit Kehrseite

27. August 2020
Bewegtbild-Apps: Faszination mit Kehrseite

Videoplattformen werden bei Kindern besonders ab dem Grundschulalter immer beliebter. Das Problem: Besonders populäre Angebote wie TikTok oder Instagram dürfen erst 13 Jahren genutzt werden. Warum sind diese Angebote bei Kindern so beliebt und welche Risiken gibt es? FLIMMO hat sich die beiden Plattformen näher angesehen.

Instagram Die derzeit wohl bekannteste Video-Plattform neben YouTube ist die App Instagram, die zum Internetriesen Facebook gehört. Nutzer posten hier Videos oder Fotos, die anschließend kommentiert und bewertet werden können. Diese Rückmeldung durch die Community macht besonders für junge Nutzer den Reiz aus. Neben diesen klassischen Posts können die Inhalte auch in der eigenen „Story“ veröffentlicht werden, wo sie nach 24 Stunden automatisch wieder verschwinden. Weitere beliebte Features sind sogenannte Reels, also sehr kurze Videoclips, das IGTV, eine Art integrierter Fernsehsender, oder Live-Videos. Durch Schönheitsfilter und Weichzeichner lässt sich dabei das eigene Gesicht mit nur einem Klick verändern, was jungen Nutzern besonders gefällt. So werden jedoch auch standardisierte Schönheitideale produziert, was gerade bei Kindern zu Selbstzweifeln und Unsicherheit führen kann.

Datenschutz: Instagram erfasst nicht nur die Metadaten der geposteten Fotos oder Videos (wie Aufnahmeort oder -datum), sondern auch ganz konkrete Inhalte, wie zum Beispiel den Nachrichtenaustausch mit anderen Nutzern oder die individuellen Nutzungsgewohnheiten. In seinen Datenschutzrichtlinien räumt sich Instagram außerdem das Recht ein, die Fotos der Nutzer ohne vorherige Erlaubnis und Honorar für Werbezwecke zu verwenden.

TikTok Besonders beliebt bei Kindern und Jugendlichen ist die chinesische Video-App TikTok. Um ein eigenes Video zu erstellen, wird zunächst eine Tonaufnahme oder Hintergrundmusik ausgewählt. Zu dieser Audiospur kann dann ein kurzes Video aufgenommen werden, in dem meist geschauspielert, getanzt oder playback gesungen wird. Durch die Kommentarfunktionen können Nutzer ihre Meinung zum Gezeigten mit anderen teilen und die Inhalte mit Likes bewerten. Anfang des Jahres führte TikTok außerdem einen sogenannten Begleit-Modus ein. Eltern können damit steuern, wie viel Zeit ihre Kinder mit der App verbringen, Direktnachrichten unterbrechen und die angezeigten Inhalte einschränken. Weitere Informationen zu TikTok liefert dieser FLIMMO-Beitrag.

Datenschutz: Auch TikTok sammelt die individuellen Daten der Nutzer. Neben Kontaktdaten, Informationen über die Kommunikation, die Freundesliste oder den Mobilfunkanbieter erfasst TikTok auch die individuelle Aktivität der Nutzer, also deren Kommentare und Likes.

Augen auf! – Was bei der Nutzung von Social-Media-Angeboten zu beachten ist Die undurchsichtigen Datenschutzbestimmungen sind nicht das einzige Problem, das bei der Nutzung solcher Video-Plattformen besteht.

  • Durch die Kommentar-Funktionen kann es zu beleidigenden oder unangemessenen Kommentaren kommen. Eltern sollten ihren Kindern deshalb dabei helfen, notwendige Privatsphäreeinstellungen vorzunehmen und ihnen erklären, wie andere Nutzer blockiert oder gemeldet werden können. Auch ein Gespräch zum Thema Hate Speech oder Cybermobbing ist in diesem Kontext ratsam.
  • Obwohl sowohl TikTok als auch Instagram offiziell erst ab 13 Jahren genutzt werden dürfen, wird das Alter bei der Registrierung nicht überprüft. Wenn Eltern ihren Kinder die Nutzung dennoch erlauben, sollten sie das jeweilige Nutzerprofil gemeinsam mit den Kindern einrichten. Zudem ist es wichtig, dass junge Nutzer wissen, dass sie sich bei Problemen im Netz immer auch an ihre Eltern wenden können. Gemeinsam kann das Gesehene kritisch reflektiert und eingeschätzt werden.

 

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