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Beziehungsfragen in Serie - Medien als Orientierungsquelle

20. September 2019
Beziehungsfragen in Serie - Medien als Orientierungsquelle

Ab etwa Ende des Grundschulalters beschäftigen sich Kinder mit Fragen von Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Erwartungen: Was macht ein Mädchen oder einen Jungen aus? Wie verhalte ich mich, um gemocht zu werden? Wie will ich sein und was finde ich gut? Mit Einsetzen der Pubertät sind solche Fragen völlig normal und wichtig. Neben dem sozialen Umfeld als Orientierungsquelle spielen die Medien eine wichtige Rolle. Viele Formate, die bei älteren Kindern beliebt sind, greifen diese Themen auf. Wie damit umgegangen wird, ist sehr unterschiedlich.

Jugendserien

Serien für ältere Kinder folgen meist einem ähnlichen Schema: Ein Junge und ein Mädchen verlieben sich, müssen aber einige Verwicklungen überstehen, bevor sie endlich zueinander finden. Neben romantischen Gefühlen kommen auch handfeste Beziehungsprobleme zur Sprache. Ein typischer Vertreter etwa ist "H20 – Plötzlich Meerjungfrau" (KiKA). In einigen wenigen Serien wie "Dance Academy" (KiKA) oder "Druck" (funk/YouTube) spielen auch Homosexualität und die damit verbundene Selbstfindung und Akzeptanz eine Rolle.

Sitcoms

Bei sogenannten Sitcoms (Abkürzung für engl. „situation comedy“) steht der Humor im Vordergrund. Liebe und Beziehungen ist ein sehr häufiges Motiv, etwa bei "How I Met Your Mother" (ProSieben). Der Humor, der auch sexuelle Anspielungen enthält, ist nur älteren Kindern zugänglich. Manche Sendungen zeigen groben Humor unter der Gürtellinie, wie etwa "2 Broke Girls" oder "Two and a Half Men" (beide ProSieben). Solche Inhalte haben aus pädagogischer Sicht Ecken und Kanten, weil selbst ältere Kinder das Geschehen nicht richtig einordnen können.

Datingshows

Auch bei Datingshows geht es scheinbar um die Liebe. In "Bauer sucht Frau" (RTL) oder bei "Die Bachelorette" (RTL) suchen Singles ihren Traumpartner. Auch diese Sendungen haben Ecken und Kanten: Während die Eigenarten der Landwirte in Bauer sucht Frau lächerlich gemacht werden, machen viele Kuppelshows das Kennenlernen zum knallharten Wettbewerb. Wer nicht mitspielt und seine Reize zeigt, fliegt raus. In Sendungen, die nach 22 Uhr laufen, wird das Konzept auf die Spitze getrieben: Bei "Naked Attraction" (RTL II) werden Männer und Frauen ausschließlich aufgrund ihres nackten Körpers beurteilt. Kindern wird dadurch ein fragwürdiges Bild vermittelt, wie Beziehungsanbahnung funktioniert und worauf es in der Liebe ankommt.

Fazit

Viele Sendungen zeigen Oberflächlichkeit und kalkulierte Grenzüberschreitung als Unterhaltung. Weil solche Orientierungsquellen verzerrte Vorstellungen vermitteln, brauchen Heranwachsende Begleitung und vertrauenswürdige Ansprechpartner. Sonst besteht die Gefahr, dass mediale Bilder zum selbstverständlichen Maßstab für den eigenen Umgang mit Partnerschaft, Liebe und Sexualität werden.

 

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