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"Die Botschaft ist mir wichtig" - FLIMMO im Gespräch mit Marianne Sägebrecht

12. September 2018
"Die Botschaft ist mir wichtig" - FLIMMO im Gespräch mit Marianne Sägebrecht

FLIMMO hat sich mit Schauspielerin Marianne Sägebrecht unterhalten. Sie spielt die Rolle der Beda, Pettersson und Findus‘ Nachbarin, die den beiden mit Rat und Tat zur Seite steht. In der dritten Realverfilmung der Abenteuer von Pettersson und Findus zieht Kater Findus in sein eigenes Haus – aber so richtig glücklich sind die beiden nicht damit.

 

Das ist Ihr mittlerweile dritter Pettersson und Findus: Was reizt eine Schauspielerin an einem Kinderfilm?

Die Botschaft ist mir wichtig. In allen Filmen, die ich mache. Das, was ich in einem Film sage, würde ich auch im Realen nicht zurücknehmen und sagen: Das war doch nur ein Film. Ich kann nicht irgendwas sagen, Klischees oder so. Sonst mach ich es nicht. Die Rolle muss kompatibel sein mit meiner Haltung. So, dass ich auch so handeln würde – und das ist Beda. Beda ist ein Bindeglied in der Gemeinschaft, sie guckt immer, wo fehlt da was. Aber unauffällig. Und sie hat eine große Geduld. Sie unterstützt Pettersson in seiner Traurigkeit wegen dem ausgezogenen Findus. Im Grunde zeigt sie: Man kümmert sich am besten um sich selbst, wenn man sich um jemand anders kümmert. Die Kinder haben das total verstanden. Das sind auch meine Botschaften.

Was reizt Kinder an Pettersson und Findus, zumal keine Kinder mitspielen?

Was den Kindern gefällt – und auch den Eltern – ist das Verhältnis von Pettersson und Findus. Das ist wie Großvater und Enkel. Nicht wie Kind und Vater, sonst würde es nicht funktionieren. Die Großeltern werden wieder wichtig. Das war lange nicht so. Die Großeltern und die Enkel – das seh‘ ich auch bei mir und meiner Enkelin –, das ist eine ganz andere Ebene. Die Oma hat die Geduld und die Gelassenheit, man will sich nicht mehr selbst verwirklichen im Kind. Das schafft dem Kind Freiräume. So ein Opa ist Pettersson. Er hat Zeit, Geduld und seine Fantasie, was er alles baut. Dieses Verspielte und dieses Entdecken, das ist toll.

Nun ist ja einer Ihrer Filmpartner ein animierter Kater – wie spielt es sich damit?

Beim Dreh gab’s den Findus ja noch nicht, der wird erst hinterher reinanimiert. Ich hatte stattdessen eine blaue Kugel als Findus vor mir, mit der ich interagieren musste. Man muss das anschwingen können: Ich sehe alles genau vor mir, kann mir mein nicht vorhandenes Gegenüber im Raum vorstellen. Ich könnte auch mit einem Grashalm kommunizieren. Oder die Hühner im Film, die sind ja real. Wenn die vor einem Angst haben, dann geht gar nichts. Man muss sich darauf einlassen. Das muss alles stattfinden in einem Pool von Vertrauen, Ruhe und Sein. Wenn man das nur spielt, dann ist es nicht gut. Die Kinder spüren das dann.

Hatten Sie in Ihrer Kindheit Lieblingshelden, die Sie beeindruckt haben? Welche und warum?

Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen. Ich war mit dem Opa, einem Gärtner, viel unterwegs und habe viel Zeit im Freien verbracht. Ich war ein völlig freies Kind. Da kommt auch meine Kraft her. Pippi Langstrumpf zum Beispiel war ganz wichtig für mich. Das ist ja klar. So frei wie ich war, war die natürlich ein großes Vorbild – wie sie sich einbringt, wie sie mutig ist, wie sie alleine lebt.

 

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