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"Insatiable" auf Netflix: Keine Kost für Kinder

14. August 2018
"Insatiable" auf Netflix: Keine Kost für Kinder

Ein Mädchen wird wegen seines Übergewichts gemobbt, kehrt als schlanke Schönheit an die Schule zurück und nimmt Rache: Mit „Insatiable“ zeigt Netflix derzeit eine weitere Eigenproduktion, die schon vor der Ausstrahlung die Gemüter erhitzte. Die Comedy-Serie will Übergewicht, Schlankheitswahn und Mobbing zum Thema machen. Das alles wird überzogen, bissig und mit viel Zynismus in Szene gesetzt.

Ernste Themen, albern verpackt

In zwölf Folgen zeigt die erste Staffel von „Insatiable“ die Geschichte um die Schülerin Patty, die aufgrund ihres Gewichts jahrelang Mobbingattacken ihrer Mitschüler ausgesetzt ist und zu den Außenseitern an ihrer Highschool zählt. Als die 17-Jährige nach einem Unfall viel Gewicht verliert, ist sie plötzlich schlank und schön – und wird nun von allen gemocht und umgarnt. Mit der Unterstützung von Anwalt Bob verfolgt Patty ein neues Ziel: Schönheitswettbewerbe gewinnen, um sich so an allen zu rächen, die sie zuvor gequält haben. Doch das reicht der Jugendlichen nicht: Mit Verrat, Intrigen, Verleumdungen holt sie zum Gegenschlag aus. Sie verletzt, im übertragenden wie im Wortsinn, am Ende schreckt sie auch vor körperlicher Gewalt und Mord nicht zurück.

Zweifelhafte Botschaften – Nicht für Kinder

Ältere Kinder und Jugendliche dürften die Themen der Serie und die überzogene Machart durchaus reizen. Gerade Mädchen, die sich in einer bestimmten Phase ihrer Entwicklung stark mit dem eigenen Körper und dem Thema Schönsein beschäftigen, wollen möglicherweise einen Blick riskieren. Zwar wollen die Macher laut eigener Aussage durch die satirische Übertreibung das Gegenteil erreichen, ob Kinder das allerdings durchschauen ist fraglich. An vielen Stellen vermittelt die Serie dennoch den Eindruck, dass man nur schön und selbstbewusst sein kann, wenn man schlank ist. Solche Schönheitsideale bieten Kindern eine fragwürdige Orientierung, das Ideal vom makellosen Körper kann sie unter Druck setzen. Aber auch an anderen zweifelhaften Botschaften mangelt es in der Serie nicht: Stereotype werden breitgetreten, Pattys Racheaktionen werden nicht hinterfragt und bleiben ohne Konsequenzen. Aus pädagogischer Sicht sollte „Insatiable“ Kindern besser vorenthalten bleiben. Jugendliche sollten, wenn überhaupt, die Serie nur mit Erwachsenen sehen, um sich über die Thematik austauschen zu können. Wichtig ist vor allem, Heranwachsende ernst zu nehmen, wenn sie sich mit ihrem Aussehen beschäftigen und ihnen klarzumachen, dass Menschen nicht nur auf ihr Äußeres reduziert werden dürfen und Zufriedenheit mit sich selbst wichtiger ist als ein perfekter Körper.

Hinweis: Da die Serie auf Netflix ab 16 Jahren freigegeben ist, ist sie im Kids-Bereich der Plattform nicht abrufbar. Wurde unter „Profile verwalten“ die Kindersicherung aktiviert, kann die Serie nur mithilfe eines PIN-Codes angesehen werden.

 

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